... wenn man sich auch im Urlaub über die Umgebung aufregen kann. Kaum in südlicher Sonne angelangt, nörgeln die deutschen Dackel über die stühlerückenden Nachbarn, die auch noch die Frechheit besitzen, abends auf der Terrasse zu essen. Die unterhalten sich sogar. Bei Vorbeigehern werden gleich die Köpfchen durch die Thuja gestreckt und gekläfft. Fairerweise muß ich zugeben, Saugwegbläser ganz schrecklich zu finden. Der gute alte Rechen scheint ausgestorben zu sein. Frau K. und ich beteiligen uns natürlich nicht am morgendlichen gehechel, dafür ist sie zu gleichmütig und ich zu gleichgültig. Keep calm and carry on, there´s more tea.
Der vorgestrige Tag fiel fast vollständig in´s Wasser. Der Weg nach Aix-en-Provence war noch sonnenbeschienen, aber mit Überschreiten der Stadtgrenze setzte sintflutartiger Regen ein. Ich fühlte mich an die Szene in "Willkommen bei den Schti´s" erinnert, als der arme Südfranzose die Grenze zum Norden übertritt und es sofort anfängt zu gießen. So auch hier. Man hatte das Gefühl, es regnet in die Tiefgarage. Fotos hat sich Dicki gespart, man hätte sowieso nur Regenschirme erkannt. Faulerweise hatte ich nur Schlappen an, da kann das Wasser vorne rein und hinten rauslaufen.
Gestern dann fuhren wir nach Chateauneuf-du-Pape, noch ein Dorf mitten im Weinberg, wo mal die Gegenpäpste ihre Sommerresidenz hatten. Jetzt steht nur noch eine Mauer auf dem Felsen und drumrum wird Wein verkauft.
Der ganze Ort ist ein Weinlager und mein Geburtsjahrgang hätte um die 300€ gekostet, das war mir dann doch etwas üppig. Am Ende isses Essig und man ärgert sich. Man kann auch alles kosten, von 1967 bis heute!! Mir könnten die da alles verkaufen. Ich glaube, da gibt´s ein Weinkartell mit mafiösen Preisabsprachen, denn alles kostet gleich.
Die Aussicht allerdings ist beeindruckend. Über das Tal der Rhone hinweg kann man bis nach Avignon schauen, im diesigen Hintergrund der Papstpalast.
So, jetzt muß ich in´s Bad und mich ordentlich rasieren, denn:
"Willst Du Dich heute mal rasieren?"
"Wieso denn?"
"Du siehst verzottelt aus!"
Tja, da renn´ ich natürlich gleich und gebiete der Verzottelung Einhalt. Wie machen das eigentlich die Heteromänner in unserem Freundeskreis so, wenn ich mal fragen darf, wenn die des Morgens neben sich blicken und die Angetraute entspricht optisch so gar nicht dem, wofür man sich mal entschieden hat? Sagen die dann auch, Schatzi Du verzottelst, obwohl es nur ein klitzekleines Damenbärtchen ist? Oder halten die wohlweislich lieber die Klappe, weil sie ganz genau wissen, der nächste Termin bei der Kosmetikerin nebst Fußpflege kommt sowieso bald und bis dahin mach´ ich mir mein Leben doch nicht zur Hölle...
Aber die fragt ja wiedermal keiner.
Verzotteln. Ick fass et nich.


MEIN Mann findet mich IMMER schön! Egal wann und wie ich aussehe!
AntwortenLöschen"Das sind alles Facetten einer schillernden Persönlichkeit!"
Außerdem ist mein Bart blond und da bermerke ich ihn glücklicherweise zuerst vor allen anderen wenn er mir in die Mundwinkel wächst.
Gruß
Astrid