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Montag, 9. September 2013

Sur le Pong oder ein Tag im Zeichen der Gotik

Schon gestern fing die Gotik an, weil ich des Abends einen kleinen Spaziergang den Hügel hinauf in´s fast verlassene Dörfchen Oppéde-le-Vieux machte. Vom Kirchlein auf dem Hügel hat man einen schönen Blick in die Ebene und auf dem Weg hinab kommt man an merkwürdigen Immobilien vorbei.


Garten ohne Haus

Haus mit Turm ohne Fenster

Hausnummer ohne Haus
Hausnummer ohne Haus hat mir am besten gefallen. Man kann nicht wissen, was einen hinter der Tür erwartet. Ist es ein Paradiesgärtlein oder der Eingang nach Mordor? Leider liegt alles hinter der Straße und man muß einen finden, der die Einkäufe hochträgt, also nix für uns. Der öffentliche Parkplatz ist auch zu weit weg. Im Mittelalter hatten ja die wenigsten irgendwas mit Rädern dran und sich einen Esel für die Einkäufe zu kaufen wird wahrscheinlich auch auf dem französischen Lande schrullig gefunden.

Heute machten wir einen Ausflug nach Avignon. Alle fangen dann gleich mit dem doofen kleinen Kinderliedchen an, dem ich vermutlich Unrecht tue, denn wenn ein Liedchen 500 Jahre alt wird und alle können es singen, dann ist vermutlich was dran. Wahrscheinlich hat´s auch noch 20 Strophen aber keiner kommt über die ersten Takte hinaus. Avignon ist innerhalb der Stadtmauer relativ autofrei und wird von schlendernden Touristen wie uns bevölkert. Alle sind auf dem Weg zum Papstpalast, der schon von außen beeindruckend aussieht.


Bauklötzchen

Man hat den Eindruck, als hätte da einer mit ganz großen Bauklötzchen gespielt.











Innen wird´s dann etwas unübersichtlich:

Schon im schlauen Buch steht, man solle sich vorstellen, Baldachine hingen an den Wänden und Decken seien bemalt. Die vielen Treppen gingen dann auch dem einem der Päpste auf die Nerven. Der hat dann einfach eine Brücke über den Innenhof bauen lassen. Das spart Zeit, falls man mal den Anfang des Hochamts verpaßt hat. Drinnen ist alles sandfarben, bis auf das Privatzimmer des Papstes. Davon gab´s tatsächlich nur eins, aber noch mit originaler Wandbemalung und gefliestem Boden. Ganz schick und für damals einfach unerhört. Fotos leider verboten. Gleich unterm Papst lag die Schatzkammer, so hat er immer auf seinem Geld gesessen, daß durchs hofseitige Ablaßfenster verdient wurde. Praktisch, was?





Wer drinnen nicht mitwohnen durfte, mußte sich in der Stadt eine kleine Bleibe bauen. Hier ein besonders gelungenes Beispiel von Fassadenkunst. Kann sich heute ooch keener mehr leisten.






In alten Gemäuern bleiben ja viele Räume ungenutzt. Da stellt sich die Frage, was man so damit anstellen soll. Eine Antwort bietet hier die Kunst, über die ich kürzlich lernte, daß man sie niemals scheiße finden darf, denn alle Kunst hat höheren Sinn.

Pferdesalamikunst



PrinzessinaufderErbseKunst 
Und bevor man umsonst heizt kann man sich auch Dingsbums unter die Spitzbogen stellen.

Die Belohnung für tapferes Treppensteigen und von-hohen-Mauern-gucken und alles toll finden sollte ja zumindest ein kleines Mittagessen sein. So ein Plat du Jour macht dem Koch nicht viel Arbeit und es muß ja auch weg, sonst hätte er ja umsonst gekocht.
Leider wurde ich dahingehend belehrt, daß man ja mittags auch mal einen Salat essen könne. Über den Nährwert grünen Blattsalats muß ich wohl niemanden mehr aufklären. Wenn man aber 3:1 überstimmt wird, hat man keine Wahl mehr.

hätte so schön werden können
Für diesen Schuppen war ich definitiv underdressed. Sowas ist mir ja eigentlich egal, aber man konnte das Naserümpfen des Oberkellners quasi durch die getönten Scheiben erfühlen. 
Ich hab´  mich dann einfach später dadurch gerächt, daß ich auf Kaffeetrinken bestanden habe. Dagegen kann ja nun wirklich keiner was haben.


ich kenn´ niemanden, der Baisers so wirklich mag











Natürlich haben wir auch hier unsere kleine Lieblingsimmobilie gefunden. Einraumwohnung, Balkon, unter´m Dach. Fernsehen nur terrestrisch.



Und nun das Foto, auf das alle gewartet haben:

ick seh nüscht

so is bessa!
Und gaaaanz zum Schluß, durchgedrehte Japaner. Bitte auf 1:04 vorspulen:



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