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Montag, 17. September 2012

Seelenheil

Heute waren wir zweimal in der Kirche.
In Ermangelung anderer Glaubensrichtungen waren beide Male katholisch. Mittags ist Pilgermesse, da müssen immer alle hin. Da kommen dann Einheimische, Reisebusgruppen und Zufußpilger zusammen. Alle werden gegrüßt, manche auch in der Landessprache.

Als Unkatholische und sowieso Zuspätkommer durften wir nur an einer Säule lehnen und zugucken. Das war eigentlich ganz gut so, weil ich ja eh nicht weiß, wann man aufstehen muß oder sich hinknien, vom Mitsingen ganz zu schweigen.
Am Anfang hat eine Nonne mit allen singen geübt, damit das dann später besser klappt.
Laudamus und so.
Viel genutzt hat es nicht, man war eher enthusiastisch als musikalisch.
Die meisten wussten aber, wie man´s macht, die waren wohl früher alle im Seminar.
Dann kamen sage und schreibe acht Priester und begannen mit der Messe.
Natürlich war nur einer der Chef und die anderen durften zwischendurch die verschiedenen Gruppen grüßen ("Wir grüßen zehn Pilger aus Pforzheim, aus Burgos kommend"). Sowas dauert eine Weile, dabei ist eine Messe an sich gar nicht so lang.
Punkt zwölf kommt dann Angelus, dann Brief an die Korinther und schon wird Wein gereicht.

Während des Abendmahls passierte dann das, weswegen eigentlich alle gekommen waren.
Die Show an sich ist ja schon nicht schlecht, aber wenn dann noch von vier Mitarbeitern der weltgrößte Weihrauchkessel geschwenkt wird, bleibt kein Atheistenherz trocken.



Das Ding ist aus Silber, hängt unter der Kuppel und wird von der einen Seite des Querhauses in die andere geschwenkt, und zwar bis fast zur Decke. Nach der Vorführung großer Applaus.

http://www.youtube.com/watch?v=N7zA-jaMerA

Um 15.00 fanden wir uns beim Treffpunkt für die Stadtführung ein. Da wir die einzigen blieben, kamen wir in den Genuß eines Privatrundgangs.
In zwei Stunden rund um die Kathedrale.
Der freundliche junge Mann empfahl uns für den Abend noch eine Kirche mit Nonnengesang. Und so besuchte Dicki zum zweiten Mal an einem Tag eine katholische Messe.
Die Nonnen waren nicht der RIAS-Kammerchor aber die Damen kommen zum Üben ja auch nie raus. Rechts hinten gähnte eine, rechts vorn sang nicht mit, der Priester hatte eine sehr schöne Stimme, allerdings wäre sogar ich ihm gerne als Stütze entgegengekommen. Man hatte den Eindruck, er hätte die Entdeckung Amerikas miterlebt.
Morgen fahren wir nach Lugo, römische Reste gucken.

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