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Dienstag, 11. September 2012

Nachtrag

...oder Vortrag - denn wenn ich jetzt diesen Post einstelle, dann erscheint dieser ja vor dem letzten Eintrag. Ist das dann ein Vortrag, der sich zeitlich gesehen als Nachtrag entpuppt......
Ihr seht, auch im Urlaub gibt es wirklich schwerwiegende Dinge, über die ich mir mein Köpfchen zerbrechen kann.

Also: Die Atlantikküste ist wirklich prima - mich interessieren ja dabei meist die Menschen mehr als die Landschaft. Da gab es z.B. die alte Dame auf der Promenade von Zarautz (das ist die, auf der Christoph ungebügelt rumgelaufen ist und die Surfer beobachtet hat).
Diese Dame war ungefähr 150 Jahre alt, sass aber ganz erhaben in Ihrem elektrischen Rolator: schicke Bluse, Haare fein gemacht und dezenter Lippenstift.  Geht doch - Prima! (siehe auch weiter unten)

Das beste: Ihre Sonnenbrille. Ein Riesenmodell , dass vom Rest des Gesichts nichts mehr viel übrig ließ (somit kann ich über den Rest der Schminke leider nichts schreiben). Uns stellte sich die Frage, ob das das neuste Brillenmodell aus Gucci-Kollektion 2012/13 ist oder es sich eher um das antike Modell aus der spektakulären Sommerkollektion von YSL 1939 handelt.

Leider gibt´s hier kein Bild.

Dafür gibt es ein Bild von der jungen Dame, die auf die Mutterpflichten (und selbstverständlich auch -freuden) durch die praktische Anwendung des Kinderwagenschiebens vorbereitet wird - selbstverständlich mit dem Modell, dass bereits seit Generationen hierzu genutzt wird.
Aufrechter Gang, die Haare schön und mit dem nötigen Ernst bei der Sache - sehr schön!!!
Ferner gibt es die Jungs vom hiesigen Baywatch - bei denen mich (selbstverständlich) nur interessierte, über was sich die Herren so angeregt unterhielten und was der im Bild linke Herr denn mit seinen armen Zehen gemacht hat?
Müssen in dem Spanien die Ertrinkenden mit den Zehen aus dem Wasser gezogen werden?
Aber auch hier: T-Shirt (von mir unbekanntem Mode-Label) ist gebügelt und die Frisur sitzt. 
Über das Käppchen reden wir mal nicht.


Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, dass ich nur an Äußerlichkeiten interessiert bin! Nein, nein, nein!

Weltkulturerbe ist auch wichtig. 
Und da Christoph ja mit Staunen beschäftigt war (und immer noch wäre, wenn ich ihn nicht irgendwann von seinem neuen Lieblingsspielzeug weg gelockt hätte) , hatte ich genügend Zeit, mich um die wirklich wichtigen Dinge dieser Anlage zu kümmern: Die Rentner von der MS Deutschland, die gerade auf Landausflug waren.
Alle mehr oder oftmals weniger (hübsch) zurecht gemacht und mit grimmigen deutschen Gesichtsausdruck.
Ist schon eine große Last , die auf den Schultern solcher Reisenden liegt - wurden vor einigen Wochen noch die jungen, knackigen Athleten der deutschen Olympiamannschaft von England nach Deutschland geschippert, so dient dieses in die Jahre gekommene Gefährt wieder den in die Jahre gekommenden Rentnern.
Also, ich bin der Meinung , dass hier ein wenig mehr Begeisterung und Mut zur Farbe angebracht gewesen wäre. 
Ist doch auch eine hübsche Idee, dass es künftig bei Landausflügen von Kreuzfahrtpassagieren ein einheitliches Outfit im Sinne der Olympiamannschaft beim Einmarsch ins Stadium gäbe

Hier könnte der entsprechende Pressetext auch ganz einfach abgewandelt werden: 
Die deutschen Teilnehmer, angeführt von Fahnenträgerin und Hockeyspielerin Heide Keller, traten in weißen Hosen und Schuhen, etwas seltsamen Hüten und bonbonfarbenen Wendejacken auf: die Herren in hellblau, die Damen in pink. Die hätten vom Stil her auch auf die Skipiste gepasst. Man merkt, dass Designer Willy Bogner Experte für Wintersport ist

Ach, ein wunderbarer Gedanke..... an den Gesichtsausdrücken müssten wir allerdings noch ein wenig arbeiten...


So, jetzt sitzt mir die Tagesplanung schon wieder im Nacken: Wir müssen umziehen und da nur ich Koffer packen kann/muss/sollte/darf, muss ich mich kümmern.

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