Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.



Dienstag, 4. September 2012

Also gestern waren wir ja in Toledo: da gab es ganz viel Neues: zum Anfang musste ich mit der Eisenbahn fahren. Der aufmerksame Leser weiss ja mittlerweile, dass ich nie zu den Interrail-Fahrern gehört habe. Nichtsdestotrotz sind wir gestern mit dem Regionalexpress von Madrid nach Toledo - sozusagen auf´s Land vor der Stadt gefahren.

Bahnhof mit Botanischem Garten 
Das tollste an dieser Fahrt war für mich ja der Bahnhof: ein Palmengarten mit Schildkrötis und ganz viel Natur - also, da kann sich unser Bahnhof Zoo ne ganze Menge von abschneiden.

Naja, aber Toledo liegt eigentlich auch ganz nett direkt uff´m Hügel und drum herum fliesst der Fluss.
Toledo - auf´m Hügel 

Das böse an den Städten uff´m Hügel ist allerdings, das man ja irgendwie nach oben kommen muss..... Und das ist in der Hitze von Spanien gar nicht nett: Treppen steigen!!!
Aber, das tolle daran: Oben wartet die Aussicht und die ganze Kultur - wenn sich da man nicht der Aufstieg gelohnt hat!

Die ganze Altstadt von Toledo ist total verbaut und unübersichtlich. 
Ich sage ja gerne mal auf der Autobahn: ...ups, an dieser Ausfahrt hätten wir raus gemusst... - danach muss ich mir dann stundenlang anhören, dass ich keine Karten lesen kann!
Ha! Christoph hatte gestern die Kartenmacht und hat sich - nicht nur einmal - verlaufen.

Hat aber auch was schönes: so lernt man Toledo aus jeder Perspektive kennen und irgendwann kommt man ja doch zur Kathedrale! (man ist dann zwar soooo verschwitzt, dass man eigentlich gerne erst einmal eine Dusche nehmen würde, aber dafür ist jetzt keine Zeit, denn die Hochgotik wartet!)

Drinnen ist es auch ganz toll: es gibt eine Puerta de Mollete - ein Milchbrottor, an dem die Armen gespeist wurden - fünf Kirchenschiffe und ganz wichtig: die Stützpfeiler sind erst quadratisch und dann dreieckig. Das ist nämlich ganz wichtig....warum, habe ich allerdings schon wieder vergessen!

Bibelgeschichte als Bilderbuch
Im Chorumgang liegen ganz viele Könige und der riesige Altar ist mit ganz vielen Geschichten aus dem Neuen Testament ausgestattet - da kann man sich die ganze Bibelgeschichte als Bilderbuch anschauen!

Und was noch viel toller ist, es gab eine Mozarabische Kapelle - nicht, dass ich gewusst hätte, was das ist (das ist ja nicht Neues - ABER: Christoph wusste es auch nicht!!!) Wenn er Lust hat, kann er das nachher noch erklären.



Heute gab es dann wiederum Kultur: Der Prado stand auf dem Programm. 
Eingang zum Prado - furchtbar wichtig!

Im Prado hängen ganz viele alte Bilder, die furchtbar wichtig sind: Goya, Tizian, Caravaggio, Velazquez, Dürer und viele mehr. 
Am besten hat mir allerdings der Hyronimus Bosch gefallen: der hat wohl beim Malen seiner Bilder ein wenig zu viele Drogen genommen. Da gibt es Fische mit Beinen, die einen Menschen fressen und viele Darstellung vom Leben im  Himmel und in der Hölle - interessant, dass es in der Hölle viel mehr zu sehen und zu erleben gab .....!

Und da ich - wieder mal - ganz viel nicht wusste und kannte, habe ich mir gleich ein Buch über die alten Meister gekauft (kaufen müssen...?) 
Das muss ich jetzt durcharbeiten!!!!!!
Gute Nacht!!!


Ich hab´ mich schon gefragt, warum er jetzt die Eisenbahn fotografiert. Aber einer, der nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, weil er dafür nichts zum Anziehen hat, wird sich schon einen Grund ausdenken. Wir mußten also die doofen Treppen hoch, weil ich zu geizig war, die 2€ für den Bus zu löhnen und die Altstadt sowieso in Sichtweite vom Bahnhof liegt. Tja, hätt ich mal die Kardioübungen in der Muckibude gemacht! Wär ich mal Mitglied in der Muckibude geblieben! Aber alles halb so schlimm: wie wir im Blog vom März lesen können, haben wir schon den Cotopaxi bezwungen. Und: nach der Treppe wartet die Lounge.


Da gibt´s dann lecker Granizado con Limón als Trost: zitronensaures Halbgefrorenes.
Man will ja nicht so schweißfleckig die Hochgotik bewundern.
Hier mein Lieblingsdetail des Hauptaltarbilds:



Der halbe Jesus bei der Himmelfahrt. Alles in Gold und bunt. Eins drunter ist dann schon Pfingsten.

Und weil er gestern so tapfer kulturell war, durfte Dicki heute einen Schaufensterbummel machen, allerdings unter zwei Bedingungen: alles nur von außen und nix anfassen! Da mußte ich leider vor dem Laden von Adolfo Dominguez hart bleiben. Die Calle de Velazquez ist sozusagen das Quengelregal für Modeopfer. Alle naslang was Neues, Schickes, Tolles. Nein Dicki, sagte ich, es gibt erst neue Schuhe, wenn du im Prado warst und Murillo von Goya unterscheiden kannst.
Wir arbeiten dran.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen