Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.
Samstag, 22. September 2012
Freitag, 21. September 2012
El ultimo dia
In Ermangelung anderer Fotos geht´s heute nur um´s Essen. Gestern sind wir in Madrid angekommen und Dicki wollte am gleichen Abend noch in den Prado, Bosch studieren. Man kann zwar nahe heran, aber zum Mitnehmen reicht´s nicht.
Dann wollte ich eigentlich Süßes von den Nonnen kaufen. Die haben außer beten nichts anderes zutun, als Zuckerteig mit Mandelmasse zu füllen und an Ungläubige zu verticken. Leider war man anderweitig beschäftigt.
| böse Worte an der Pforte |
Bis Montag wollten wir nicht bleiben.
Bevor ich´s vergesse: warum gibt es eigentlich außerhalb Spaniens keinen Mandarinensaft?
Heute waren wir nur bummeln, um unseren Aufenthalt entspannt ausklingen zu lassen. Da ab 18.00 Uhr die U-Bahn bestreikt werden sollte, mußten wir uns beizeiten auf den Rückweg machen. Außerdem hatten wir ja noch vor dem Abendessen einen kleinen Nachmittagsschlaf zu genießen. Der ist wichtig, weil man zwischen Café con Leche mit Mandelsplitterteilchen und dem Abendessen Zeit lassen soll.
Um die Ecke auf der Plaza befindet sich ein schönes argentinische Steakhaus:
Von den Vorspeisenpilzen habe ich eigentlich nur den Strunk bekommen (ist das ein Wort?) Dafür wurden mir die sauren Sardinen überlassen.
Viel wichtiger ist allerdings der Papierservietten-spender, der nirgends fehlen darf. Er spendet hauchdünne Papierchen, von denen man dann ein Dutzend braucht.
Lomo argentino und abgenagte Olivenkerne.
@Eric: Gracias por(!) su visita.
nota bene: Rotweinglas ist noch immer voll.
Mittwoch, 19. September 2012
De Prinz kütt...
nicht ganz. Nach der Besichtigung von Dickis letzter Kathedrale in diesem Urlaub lustwandelten wir am Ufer des hiesigen Flusses und wer sollte uns begegnen?
Frau Sonderburg-Glücksburg de Bourbón y Bourbón, die´s ja auch nicht leicht hat. Zwei ungeschlachte Töchter und einen Mann, der in fernen Landen seltenes Getier erlegt.
Also ich habe da gleich mal den richtigen und kompletten Namen auf Lager: Sophia Margarita Victoria Friederika Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg Hannover, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Griechenland und Dänemark - Königin von Spanien
DAS ist ein Titel - sowas will ich auch: König Dicki!!!!!
Punkt 19.00 Uhr, mit dem Bimmeln des Glöckchens über der Hauptpost, fuhr sie in einem deutschen Wagen der Oberklasse unter Beifall der Rentner und Pfiffen der Anarchisten in den Hof des Museums der menschlichen Evolution. Ironisch, gell?
Die Vertreterin einer Staatsform von vorvorgestern muß ein solches Haus eröffnen. Was die da wohl denkt?
Ich finde das ungerecht: die Arme (naja, das ist sie nun wahrscheinlich am wenigsten) muss sich immer wieder böse Dinge anhören! Das hat sie nicht verdient!
Dicki war janz uffjerecht. Wann kommtse denn? Wat hatse an?
Also wenn ich König/in von Deutschland - oder alternativ eines anderen Landes - wäre (ich möchte den TITEL) dann würde ich IMMER mein Krönchen tragen!!!
Und prompt als Frau SGdByB auf den Hof fuhr blinkte hektisch die Batterieanzeige. Das ist nun wirklich nicht gerecht: da fotografiere ich den ganzen Tag den Rokoko-Barock und dann im wichtigsten Moment dieses Urlaubes - als die KÖNIGIN erscheint - geht mir der Saft aus - also nicht wirklich mir, sondern meiner Kamera
Frau Sonderburg-Glücksburg de Bourbón y Bourbón, die´s ja auch nicht leicht hat. Zwei ungeschlachte Töchter und einen Mann, der in fernen Landen seltenes Getier erlegt.
Also ich habe da gleich mal den richtigen und kompletten Namen auf Lager: Sophia Margarita Victoria Friederika Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg Hannover, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Griechenland und Dänemark - Königin von Spanien
DAS ist ein Titel - sowas will ich auch: König Dicki!!!!!
Punkt 19.00 Uhr, mit dem Bimmeln des Glöckchens über der Hauptpost, fuhr sie in einem deutschen Wagen der Oberklasse unter Beifall der Rentner und Pfiffen der Anarchisten in den Hof des Museums der menschlichen Evolution. Ironisch, gell?
| sieht doch für ihr Alter noch flott aus!!!! |
Die Vertreterin einer Staatsform von vorvorgestern muß ein solches Haus eröffnen. Was die da wohl denkt?
Ich finde das ungerecht: die Arme (naja, das ist sie nun wahrscheinlich am wenigsten) muss sich immer wieder böse Dinge anhören! Das hat sie nicht verdient!
| Letzte Beratung vorm Auftritt - wie war das mit dem Protokoll nochmal? |
Dicki war janz uffjerecht. Wann kommtse denn? Wat hatse an?
Also wenn ich König/in von Deutschland - oder alternativ eines anderen Landes - wäre (ich möchte den TITEL) dann würde ich IMMER mein Krönchen tragen!!!
Und prompt als Frau SGdByB auf den Hof fuhr blinkte hektisch die Batterieanzeige. Das ist nun wirklich nicht gerecht: da fotografiere ich den ganzen Tag den Rokoko-Barock und dann im wichtigsten Moment dieses Urlaubes - als die KÖNIGIN erscheint - geht mir der Saft aus - also nicht wirklich mir, sondern meiner Kamera
| Fans - in historischer Tracht |
| und die, die gegen die Monarchie sind |
Und jetzt, da ich mich mit dem Hochladen und Platzieren der Bilder im Blog abmühe, sitzt die Königin im Kulturzentrum und lässt sich von Beethoven beschallen.
Und dank der Technik wird das ganze vom spanischen Fernsehen live übertragen - es ist, als würde ich direkt neben der Königin sitzen......ach, mir ist so warm ums Herz!!!!!!
Ja, beim letzten Satz der Neunten kann man wenig falsch machen. Der Chor ist ganz entzückend mit spanischem Akzent: Uberm Chternenshelt mush ein lieber Fader wohnen. Sopran hat einen Megadutt und ist zu laut. Wir singen falsch mit.
Burgos
Nachdem wir gestern im Heim wohnten, sind wir heute im Boutiquehotel abgestiegen.
Die heißen ja nur deshalb Boutiquehotels, damit sie für den gleichen Platzaufwand wie ein Studentenwohnheim den doppelten Preis verlangen können.
Ganz schlimm sind Boutiquedesignhotels. Da kann man dann die Koffer gleich im Auto lassen und Klopapier gibt´s nur auf Knopfdruck zugeteilt, damit die blöde Rolle den Gesamtdesigneindruck in der Naßzelle nicht stört.
Die Lage des Hauses ist allerdings unschlagbar. Mit direktem Blick auf die Altstadtbrücke und nur zweieinhalb Minuten zur nächsten Tapasbar kann man sich nun wirklich nicht beschweren.
Nur einen kurzen Weg und schon steht man entweder vor der Kathedrale oder vor einer Bodega.
Dicki war heute noch einmal ganz tapfer, weil ich ihn mit einem abschließenden Bummel durch Madrid bestochen habe. Allerdings hat er doch tatsächlich gemeint, man könne ja noch einmal den Prado besuchen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Ein Wunder war auch die Zentralkuppel, eindeutig plateresk!
Und hat man sich durch 1000 Jahre Hochkultur gearbeitet, was immerhin anderthalb Stunden dauert, zumindest wenn man´s halbwegs ernst nimmt, kommt man noch an der Überdosis Kitsch vorbei. Das war selbst Dicki zuviel. Man steht hinterm Kreuzgang und kann´s kaum glauben.
Die heißen ja nur deshalb Boutiquehotels, damit sie für den gleichen Platzaufwand wie ein Studentenwohnheim den doppelten Preis verlangen können.
Ganz schlimm sind Boutiquedesignhotels. Da kann man dann die Koffer gleich im Auto lassen und Klopapier gibt´s nur auf Knopfdruck zugeteilt, damit die blöde Rolle den Gesamtdesigneindruck in der Naßzelle nicht stört.
| Blick aus´m Hotelzimmer - prächtig!!! |
Die Lage des Hauses ist allerdings unschlagbar. Mit direktem Blick auf die Altstadtbrücke und nur zweieinhalb Minuten zur nächsten Tapasbar kann man sich nun wirklich nicht beschweren.
Nur einen kurzen Weg und schon steht man entweder vor der Kathedrale oder vor einer Bodega.
Dicki war heute noch einmal ganz tapfer, weil ich ihn mit einem abschließenden Bummel durch Madrid bestochen habe. Allerdings hat er doch tatsächlich gemeint, man könne ja noch einmal den Prado besuchen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Ein Wunder war auch die Zentralkuppel, eindeutig plateresk!
Und hat man sich durch 1000 Jahre Hochkultur gearbeitet, was immerhin anderthalb Stunden dauert, zumindest wenn man´s halbwegs ernst nimmt, kommt man noch an der Überdosis Kitsch vorbei. Das war selbst Dicki zuviel. Man steht hinterm Kreuzgang und kann´s kaum glauben.
| überraschung! |
Im Studentenwohnheim in León
Nachdem es gestern gleich zwei Messen gab und ich immer noch ganz begeistert von dem Ablauf inklusive dem ganzen Brimborium bin, mussten wir heute dann doch unseren Weg fortsetzen.
| Unser Zimmer: Grace - wenn das nicht passt! |
Im Hinblick auf den Titel des heutigen Posts ist es noch ganz wichtig zu erwähnen, dass wir zwei wunderbare Nächte in dem Hotel Casa Reais - die königlichen Häuser - hatten.
Heute waren wir zunächst in Lugo. Lugo ist nicht hübsch, hat aber eine alte Stadtmauer, die
ca. 2.000 Meter rund um die Altstadt geht und mindestens 2000 Jahre alt ist.
Und ich habe ja schon gelernt, dass das dann wohl römisch sein muss.
| keine Schuhläden und auch nischt zu essen |
Ich fand es eher öde - auf der Mauer gab es keine hübschen Lädchen zum Gucken und die alte Stadtmauerarchitektur ging auch nicht so recht an mich.....ich wurde selbstverständlich ganz böse hinsichtlich meiner historisch-architektonischen Ignoranz ausgeschimpft. Damit konnte ich allerdings ganz gut leben....
Aus Ermangelung weiterer bedeutender Bauwerke haben wir dann Lugo auch gleich wieder verlassen und sind durch die Berge gen Leon gefahren.
Und da ist auch schon wieder viel schöner: es gibt ne Altstadt mit Fussgängerzone und eine furchtbar wichtige Kathedrale mit vielen, vielen bunten Bleiglasfenstern.
Eigentlich ist das Ding ja gotisch, hat aber einen Chor aus der Renaissance und im Barock wurde ne Kuppel oben drauf gesetzt.
Da die Bauherren aber damals scheinbar zu viel lecker Wein getrunken hatten, haben die sich mit der Statik verkalkuliert und somit musste die Kuppel wieder runter.
Man kann sich aber auch auf gar nichts mehr verlassen und ich möchte nicht wissen, was mit dem Baumeister nach Bekanntwerden seines Fehlbaus angestellt wurde.
Ich fand´s trotzdem toll - so schön bunt und hoch und überall steht ne heilige Maria rum - mal jungfräulich, mal schwanger - mal aus Holz, mal aus Stein.
Zur Belohnung gab es dann abends lecker einheimisches Essen aus Leon: mit Kabeljau gefüllte Paprikaschote und danach ne braune Masse , die aussah , als ..... naja, lassen wir das lieber.
Klugerweise hat Christoph mir erst nach dem ich freudig meinen Gefallen an der Leckerein bekundet gesagt, was da schon zur Hälfte in meinem Bauchi angekommen war: Blutwurst-Reis-Matsche-Auflauf...
Aber ich gebe ja - auch jetzt noch - zu, dass es sehr lecker war.
Zur Belohnung gab es noch leonischen Käsekuchen.
Ja und nun komme ich auf den anfänglichen Hinweis unserer Unterkunft in Santiago de Compostela zurück: heute haben wir nämlich ein Zimmer im hiesigen Studentenwohnheim.
Also meine Assoziation mit Studentenwohnheim waren ja eher die jungen kackigen Studenten, die sich lernend auf dem Campusrasen niedergelassen haben und in kleinen Grüppchen über Hausaufgaben und den Sinn des Lebens austauschen. Das alles natürlich in hübschen Universtätsuniformen und nett zurecht gemacht.
Blöd nur, dass gerade Semesterferien sind und nur wenige Studenten hier sind.
Nen Campus, de rmeinen Vorstellungen entspricht, habe ich auch nicht gefunden.
| hübsche Farbe - so fröhlich. Das animiert zum Lernen |
Hinzu kommen noch zwei noch kleinere Schreibtische und ein Schrank, in dem gerade mal Platz für meine Unter- und Nachtwäsche ist.
Also mir ist schon klar, dass die jungen Leute sich auf das Studieren konzentrieren sollen.
Aber ich würde mich hier als Student mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen müssen: wo lasse ich meine Shiseido-Kollektion in einem Bad, das nicht einmal einen anständigen Spiegel - geschweige denn eine angemessene Dusche bietet.
So könnte ich nicht lernen!!
Was mir sonst noch in León aufgefallen ist:
Unterwäschewerbung ist deutlich geschlechtsspezifisch.
Die Mädchenwäsche entspricht dem Bild der spanischen Frau: gesittet, immer in der Gruppe auftretend und sehr brav.
Bei den chicos ist das schon anders: die sind etwas ungezügelter und haben scheinbar mehr Spass.
Ausserdem : Jungs mögen es viel bunter!
Man steht also auf einer Mauer, die das Imperium Romanum vor 2000 Jahren von hiesigen Freiwilligen hat errichten lassen.
Icke: Ist das nicht toll? Gibt´s so nirgends sonst.
Er: Jo, geht so.
"Geht so". Was sagt man dazu? Da hätt ich´s ja auch gleich daheim vor dem Bullauge der Buntwäsche sitzen lassen können. Da bewegt sich was und es sprudelt so schön. Aber dafür gab´s ja später bunte Fensterlein.
Montag, 17. September 2012
Seelenheil
Heute waren wir zweimal in der Kirche.
In Ermangelung anderer Glaubensrichtungen waren beide Male katholisch. Mittags ist Pilgermesse, da müssen immer alle hin. Da kommen dann Einheimische, Reisebusgruppen und Zufußpilger zusammen. Alle werden gegrüßt, manche auch in der Landessprache.
Als Unkatholische und sowieso Zuspätkommer durften wir nur an einer Säule lehnen und zugucken. Das war eigentlich ganz gut so, weil ich ja eh nicht weiß, wann man aufstehen muß oder sich hinknien, vom Mitsingen ganz zu schweigen.
Am Anfang hat eine Nonne mit allen singen geübt, damit das dann später besser klappt.
Laudamus und so.
Viel genutzt hat es nicht, man war eher enthusiastisch als musikalisch.
Die meisten wussten aber, wie man´s macht, die waren wohl früher alle im Seminar.
Dann kamen sage und schreibe acht Priester und begannen mit der Messe.
Natürlich war nur einer der Chef und die anderen durften zwischendurch die verschiedenen Gruppen grüßen ("Wir grüßen zehn Pilger aus Pforzheim, aus Burgos kommend"). Sowas dauert eine Weile, dabei ist eine Messe an sich gar nicht so lang.
Punkt zwölf kommt dann Angelus, dann Brief an die Korinther und schon wird Wein gereicht.
Während des Abendmahls passierte dann das, weswegen eigentlich alle gekommen waren.
Die Show an sich ist ja schon nicht schlecht, aber wenn dann noch von vier Mitarbeitern der weltgrößte Weihrauchkessel geschwenkt wird, bleibt kein Atheistenherz trocken.

Das Ding ist aus Silber, hängt unter der Kuppel und wird von der einen Seite des Querhauses in die andere geschwenkt, und zwar bis fast zur Decke. Nach der Vorführung großer Applaus.
http://www.youtube.com/watch?v=N7zA-jaMerA
Um 15.00 fanden wir uns beim Treffpunkt für die Stadtführung ein. Da wir die einzigen blieben, kamen wir in den Genuß eines Privatrundgangs.
In zwei Stunden rund um die Kathedrale.
Der freundliche junge Mann empfahl uns für den Abend noch eine Kirche mit Nonnengesang. Und so besuchte Dicki zum zweiten Mal an einem Tag eine katholische Messe.
Die Nonnen waren nicht der RIAS-Kammerchor aber die Damen kommen zum Üben ja auch nie raus. Rechts hinten gähnte eine, rechts vorn sang nicht mit, der Priester hatte eine sehr schöne Stimme, allerdings wäre sogar ich ihm gerne als Stütze entgegengekommen. Man hatte den Eindruck, er hätte die Entdeckung Amerikas miterlebt.
Morgen fahren wir nach Lugo, römische Reste gucken.
In Ermangelung anderer Glaubensrichtungen waren beide Male katholisch. Mittags ist Pilgermesse, da müssen immer alle hin. Da kommen dann Einheimische, Reisebusgruppen und Zufußpilger zusammen. Alle werden gegrüßt, manche auch in der Landessprache.
Als Unkatholische und sowieso Zuspätkommer durften wir nur an einer Säule lehnen und zugucken. Das war eigentlich ganz gut so, weil ich ja eh nicht weiß, wann man aufstehen muß oder sich hinknien, vom Mitsingen ganz zu schweigen.
Am Anfang hat eine Nonne mit allen singen geübt, damit das dann später besser klappt.
Laudamus und so.
Viel genutzt hat es nicht, man war eher enthusiastisch als musikalisch.
Die meisten wussten aber, wie man´s macht, die waren wohl früher alle im Seminar.
Dann kamen sage und schreibe acht Priester und begannen mit der Messe.
Natürlich war nur einer der Chef und die anderen durften zwischendurch die verschiedenen Gruppen grüßen ("Wir grüßen zehn Pilger aus Pforzheim, aus Burgos kommend"). Sowas dauert eine Weile, dabei ist eine Messe an sich gar nicht so lang.
Punkt zwölf kommt dann Angelus, dann Brief an die Korinther und schon wird Wein gereicht.
Während des Abendmahls passierte dann das, weswegen eigentlich alle gekommen waren.
Die Show an sich ist ja schon nicht schlecht, aber wenn dann noch von vier Mitarbeitern der weltgrößte Weihrauchkessel geschwenkt wird, bleibt kein Atheistenherz trocken.

Das Ding ist aus Silber, hängt unter der Kuppel und wird von der einen Seite des Querhauses in die andere geschwenkt, und zwar bis fast zur Decke. Nach der Vorführung großer Applaus.
http://www.youtube.com/watch?v=N7zA-jaMerA
Um 15.00 fanden wir uns beim Treffpunkt für die Stadtführung ein. Da wir die einzigen blieben, kamen wir in den Genuß eines Privatrundgangs.
In zwei Stunden rund um die Kathedrale.
Der freundliche junge Mann empfahl uns für den Abend noch eine Kirche mit Nonnengesang. Und so besuchte Dicki zum zweiten Mal an einem Tag eine katholische Messe.
Die Nonnen waren nicht der RIAS-Kammerchor aber die Damen kommen zum Üben ja auch nie raus. Rechts hinten gähnte eine, rechts vorn sang nicht mit, der Priester hatte eine sehr schöne Stimme, allerdings wäre sogar ich ihm gerne als Stütze entgegengekommen. Man hatte den Eindruck, er hätte die Entdeckung Amerikas miterlebt.
Morgen fahren wir nach Lugo, römische Reste gucken.
Sonntag, 16. September 2012
Beim Heiligen Jakob
Schon vor längerer Zeit habe ich Dicki verboten, Leute ohne ihr Einverständnis zu fotografieren. Dergleichen ist unhöflich und unzivilisiert. Er macht´s oft trotzdem. Jetzt allerdings hätte ich gerne ein Foto der beiden erschöpften Herren präsentiert, die uns schlecht gelaunt gegenübersitzen. Die sind ganz schrecklich müde vom Pilgern. Aber sollte man im Angesicht des Seelenheils nicht glückselig lächeln? Man muß nur spazieren gehen und schon gibt´s Vergebung. Früher hätte man als guter Katholischer noch seine Groschen für einen Ablaß zusammenkratzen müssen, jetzt greift man sich einen Stock, packt den Rucksack und los geht´s. Und weil ich nicht katholisch bin, wartet auf mich ja sowieso die ewige Verdammnis. Nix mit Fegefeuer, gleich Hölle. Da treffe ich dann auch die Dicke, die gerade im Fernsehen Flamenco singt.
Wir wohnen direkt am Eingang zur Altstadt, da, wo alle durchmüssen, die aus Frankreich kommen. Und daher kommen ja eigentlich fast alle.
Wir schauen also von unserem GinTonic auf und bestaunen die Wandernden, die sich an uns vorbei bergan schleppen.
Er: Also, das sollten wir auch mal machen
Icke: Ähh, Du fährst im Cabrio ins KaDeWe und willst durch Nordspanien laufen?
Er: Vielleicht gibt´s das mit Gepäckvorausschickung.
Icke: Genau! Und so wie Du zur Bar humpelst, ist dein Rücken so richtig fit.
Er: Ich hab´ Rücken vom vielen sitzen gestern.
Das dürfen wir nicht vergessen zu erwähnen. Gestern fuhren wir von nordöstlich von La Coruna nach südwestlich von La Coruna. Eltern kennen das: Sind wir bald da? Die Laune auf beiden Seiten sank, das muß man auch mal sagen. Zum Glück hatten wir am Abend ein nettes Hotel gefunden und ein Zimmer mit Dachbalkon. Da trinkt sich der Rioja viel angenehmer.
Die Aussichten waren trotzdem schön.


Morgen haben wir die Teilnahme an einer Kulturführung geplant. Allerdings ist die schon um 15.00 Uhr und sowas kollidiert ja gerne mit dem Mittagsschlaf.

Wir wohnen direkt am Eingang zur Altstadt, da, wo alle durchmüssen, die aus Frankreich kommen. Und daher kommen ja eigentlich fast alle.
| ja, wo isser denn? |
Wir schauen also von unserem GinTonic auf und bestaunen die Wandernden, die sich an uns vorbei bergan schleppen.
Er: Also, das sollten wir auch mal machen
Icke: Ähh, Du fährst im Cabrio ins KaDeWe und willst durch Nordspanien laufen?
Er: Vielleicht gibt´s das mit Gepäckvorausschickung.
Icke: Genau! Und so wie Du zur Bar humpelst, ist dein Rücken so richtig fit.
Er: Ich hab´ Rücken vom vielen sitzen gestern.
Das dürfen wir nicht vergessen zu erwähnen. Gestern fuhren wir von nordöstlich von La Coruna nach südwestlich von La Coruna. Eltern kennen das: Sind wir bald da? Die Laune auf beiden Seiten sank, das muß man auch mal sagen. Zum Glück hatten wir am Abend ein nettes Hotel gefunden und ein Zimmer mit Dachbalkon. Da trinkt sich der Rioja viel angenehmer.
Die Aussichten waren trotzdem schön.
| mit Leuchtturmkrönchen |
Morgen haben wir die Teilnahme an einer Kulturführung geplant. Allerdings ist die schon um 15.00 Uhr und sowas kollidiert ja gerne mit dem Mittagsschlaf.
Freitag, 14. September 2012
Porto do Barqueiro
Wir sind in Porto do Barqueiro angekommen. Bis um 15.00 Uhr wußten wir auch nicht, wo das ist. Nach einer schönen Fahrt die Küste entlang, mußte Dicki sich entscheiden, wo er wohnen will und so ist es ein kleines Kaff an einem Fjord geworden.
Man kann hier Kanu oder Kajak fahren oder in den Hügeln wandern gehen.Auch ein Spaziergang am Hafen ist möglich, es ist fast wie in Rotterdam. Leider sind wir nach einem Gläschen Weinchen in der Sonne umgehend in ein Nickerchen verfallen, es mag auch am leisen Platschen der Wellen an die Mole gelegen haben.
Nach dem Nachmittagsschlaf mußten wir das Abendessen vorbereiten. Der Wirt, sehr freundlich, sagte, Essen gebe es frühestens ab 20.30, denn erst dann käme die Köchin. Was macht die eigentlich zwischen Mittag und Abend? Siesta, oder was? Vielleicht hat sie auch den leckeren Tintenfisch gefangen, den es dann am Abend gab.
Nach dem Nachmittagsschlaf mußten wir das Abendessen vorbereiten. Der Wirt, sehr freundlich, sagte, Essen gebe es frühestens ab 20.30, denn erst dann käme die Köchin. Was macht die eigentlich zwischen Mittag und Abend? Siesta, oder was? Vielleicht hat sie auch den leckeren Tintenfisch gefangen, den es dann am Abend gab.
Und wenn wir am Hafen um die Ecke gehen, kann man auch den Leuchtturm sehen.
Donnerstag, 13. September 2012
Aug´ in Aug´ mit dem Stier
Wir sind ja seit Tagen an der Costa Verde unterwegs und haben schon viel gelernt: die vielen Apfelbäume hier sind nicht dafür da, als Grundzutat für den leckeren Apfelmus vom Onkel Hipp zu dienen sondern sind für den noch viel leckeren Cidre gedacht.
Anfangs schmeckt das Zeug ja so ein wenig ranzig mit käsigem Abgang - aber da gewöhnt man sich schon dran.
Und ganz besonders schmackhaft ist der Cidre natürlich, wenn er auf die hiesige Art ins Glas eingegossen wird - naja gießen würde ich das nicht nennen. Es ist vielmehr ein einschenken, bei dem Glas und Flasche mindestens die anderthalbfache Armlänge voneinander entfernt seien sollten. Aus dieser Entfernung heraus wird der Apfelwein ins Glas geplätschert. Der Sinn dieser Prozedur: Anreicherung mit Sauerstoff - will heißen danach bitzelt der Wein im Glas viel schöner.
Unseren jungen - äußerst attraktiven - Kellner heute beim Abendessen habe ich leider nicht fotografiert, dafür gibt es aber dank der Wolke ein der Realität nahe kommendes Bild, das den Eindruck dieses Einschenkens wiedergibt.
Und da bei diesem Vorgang die Hälfte immer daneben geht, ist der Boden um einen herum so richtig schön klebrig!
Und ich möchte nicht wissen, wie die Schuhe abends aussehen!!!
Aber eigentlich wollte ich ja von unserem heutigen Vormittagserlebnis berichten: die Gegend hier ist wunderbar grün und wir haben schon des öfteren gedacht, dass wir auch im Allgäu sein könnten - das Allgäu mit direkten Meeranschluß.
Grüne Wiesen und (fast) schneebedeckte Berge - da fehlt nur doch die asturische Heidi

Seit wann kommt denn die Heidi aus dem Allgäu? Nicht mal die Geierwally kommt aus dem Allgäu.
Aber ich schweife ja schon wieder ab....
Auf unserem Weg an der Küste entlang wollten wir mal wieder ein wenig spazieren gehen und fanden einen als landschaftlich reizvoll ausgeschilderten Weg zum Faro - Leuchtturm.
Kann ja nischt schaden, mal nicht immer nur in Kirchen und Museen rumzulaufen, sondern auch einmal durch die herrliche Natur zu wandern- und vom ausgewiesenen Leuchtturm aus hat man bestimmt einen wunderbaren Blick übers Meer.
Wenn man denn den Leuchtturm findet ... wir standen nämlich irgendwann diesen beiden ausgewachsenen Prachtexemplaren gegenüber:
Die bimmelnden Kuh mit ihrem nasenberingten Macker.
Ein so hübscher Anblick.....wenn da nur nicht diese Hörner und der grenzdebile Blick der beiden gewesen wäre. Und ich bin mir nicht sicher, ob die wissen, dass ich im Grunde meines Herzens ein totaler Gegner des Stierkampfs bin.
Wir haben uns gegen weitere Annäherungen entschieden und den geordneten Rückzug - ohne Blick vom Leuchtturm - entschieden.
War vielleicht besser so, denn auch wenn wir eine super Reisekrankenversicherung haben, möchte ich meinem Chef und meinen Mitarbeitern doch nicht erklären müssen, dass ich von einem Bullen auf die Hörner genommen wurde.
Anfangs schmeckt das Zeug ja so ein wenig ranzig mit käsigem Abgang - aber da gewöhnt man sich schon dran.
Und ganz besonders schmackhaft ist der Cidre natürlich, wenn er auf die hiesige Art ins Glas eingegossen wird - naja gießen würde ich das nicht nennen. Es ist vielmehr ein einschenken, bei dem Glas und Flasche mindestens die anderthalbfache Armlänge voneinander entfernt seien sollten. Aus dieser Entfernung heraus wird der Apfelwein ins Glas geplätschert. Der Sinn dieser Prozedur: Anreicherung mit Sauerstoff - will heißen danach bitzelt der Wein im Glas viel schöner.
Unseren jungen - äußerst attraktiven - Kellner heute beim Abendessen habe ich leider nicht fotografiert, dafür gibt es aber dank der Wolke ein der Realität nahe kommendes Bild, das den Eindruck dieses Einschenkens wiedergibt.
Und da bei diesem Vorgang die Hälfte immer daneben geht, ist der Boden um einen herum so richtig schön klebrig!
Und ich möchte nicht wissen, wie die Schuhe abends aussehen!!!
Aber eigentlich wollte ich ja von unserem heutigen Vormittagserlebnis berichten: die Gegend hier ist wunderbar grün und wir haben schon des öfteren gedacht, dass wir auch im Allgäu sein könnten - das Allgäu mit direkten Meeranschluß.
Grüne Wiesen und (fast) schneebedeckte Berge - da fehlt nur doch die asturische Heidi
Seit wann kommt denn die Heidi aus dem Allgäu? Nicht mal die Geierwally kommt aus dem Allgäu.
Aber ich schweife ja schon wieder ab....
Auf unserem Weg an der Küste entlang wollten wir mal wieder ein wenig spazieren gehen und fanden einen als landschaftlich reizvoll ausgeschilderten Weg zum Faro - Leuchtturm.
Kann ja nischt schaden, mal nicht immer nur in Kirchen und Museen rumzulaufen, sondern auch einmal durch die herrliche Natur zu wandern- und vom ausgewiesenen Leuchtturm aus hat man bestimmt einen wunderbaren Blick übers Meer.
Wenn man denn den Leuchtturm findet ... wir standen nämlich irgendwann diesen beiden ausgewachsenen Prachtexemplaren gegenüber:
Die bimmelnden Kuh mit ihrem nasenberingten Macker.
Ein so hübscher Anblick.....wenn da nur nicht diese Hörner und der grenzdebile Blick der beiden gewesen wäre. Und ich bin mir nicht sicher, ob die wissen, dass ich im Grunde meines Herzens ein totaler Gegner des Stierkampfs bin.
Wir haben uns gegen weitere Annäherungen entschieden und den geordneten Rückzug - ohne Blick vom Leuchtturm - entschieden.
War vielleicht besser so, denn auch wenn wir eine super Reisekrankenversicherung haben, möchte ich meinem Chef und meinen Mitarbeitern doch nicht erklären müssen, dass ich von einem Bullen auf die Hörner genommen wurde.
Mittwoch, 12. September 2012
Immer nur Sonne
ist auch nicht schön.
Deshalb haben wir seit gestern Regen: mal mehr - mal weniger - mal Niesel - mal Sturzregen.
Ist aber nicht schlimm, denn ICH habe die entsprechende Kleidung dabei, was man von Christoph nicht sagen kann. Aus diesem Grund hat der auch immer dasselbe an....
Ich hab nicht immer dasselbe an, ich hab immer das Gleiche an. Gell?
Klugscheisser!
Ich kann nichts dafür, daß ich deutsch in der Schule hatte.
Super, so geht das nun schon seit fast 15 Jahren .... ich erwarte Anerkennung für meine Ausdauer und meinen Gleichmut!
Manchmal kann ich alte Ehepaare verstehen, bei denen der eine immer nur noch "...ja, ja..." sagt.
Naja, eigentlich sollte das ja auch gar nicht Inhalt dieses Eintrages sein - aber ich schweife ja so gerne und schnell mal ab. So, ist das halt in meinem kleinen Köpfchen: ein Gedanke hier und schwups schon ein Gedanke dort.
Ach, es hat Gedanken...
Seht Ihr!!!! Da kann man ja gar keinen klaren Gedanken fassen - jetzt sind wir jedenfalls in einem Kaff namens Llanes angekommen.
Da regnet es auch, aber der furchtbar nette Hotelier hat uns schon Restaurants für das Abendessen empfohlen - somit ist die Aussicht auf einen gelungenen Tagesausklang gegeben.
Heute Mittag waren wir in Santander (was ich sehr gerne anders ausspreche als es in Spanien üblich ist und ich somit jedesmal eine Kopfnuss ernte - was wiederum meinen platten Hinterkopf erklärt - was wiederum ..... na ja, lassen wir das)
Und da Christoph heute die Macht über das Steuerrad hatte, durfte/musste er auch einparken: das war nicht schön! Aber immerhin hat es schon nach dem dritten Versuch geklappt und es gab auch keine Beule!
Leider hat sich die ganze Mühe nicht gelohnt. Zu sehen gab es in Santander nicht viel (schon wieder falsch betont). Dafür aber - auch schon wieder - lecker Tapas.
Also ging´s relativ schnell wieder zurück auf die Strasse und mittlerweile haben wir - auch schon wieder - die Provinz in Richtung Asturien gewechselt.
Da sieht es aus wie ne Mischung aus Irland und Schottland: überall grün und leicht behügelt.
Und: es regnet immer noch.
Da ich ja in den letzten Tagen keine Gelegenheit bekommen habe, mir neue Schuhe zu kaufen, musste ich heute durch den Regen in den alten Segelschuhen laufen und habe jetzt nasse Füße, die auch noch blau verfärbt sind. Glücklicherweise sind die Füße nur wegen des färbenden Leders und nicht wegen drohender Erfrierungen blau.
Jaja, gleich kaufen wir pelzgefütterte Gummistiefel.
So werde ich seit Tagen hingehalten: und bei jedem Schuhladen heisst es dann "...nur noch diese Kirche, dann darfst Du...." und am Ende hat er mich mit der ganzen Kultur müde bekommen und ich habe immer noch nichts anzuziehen!
Aber ich gebe zu, Santillana del Mar... war ein hübsches mittelalterliches Dörfchen und historischem Kopfsteinpflaster.
Nur am Meer lag´s nicht, dabei wollte ich doch an´s Meer.
Aber es gab hübsche Granien und gekehrt war auch - ist doch auch schon was!
Und als Abschluss gibt es heute einen Gruss an Gregor:
| kein John Deere - und auch kein wirklicher Traktor aber vielleicht gefällt es trotzdem! |
Dienstag, 11. September 2012
Nachtrag
...oder Vortrag - denn wenn ich jetzt diesen Post einstelle, dann erscheint dieser ja vor dem letzten Eintrag. Ist das dann ein Vortrag, der sich zeitlich gesehen als Nachtrag entpuppt......
Ihr seht, auch im Urlaub gibt es wirklich schwerwiegende Dinge, über die ich mir mein Köpfchen zerbrechen kann.
Also: Die Atlantikküste ist wirklich prima - mich interessieren ja dabei meist die Menschen mehr als die Landschaft. Da gab es z.B. die alte Dame auf der Promenade von Zarautz (das ist die, auf der Christoph ungebügelt rumgelaufen ist und die Surfer beobachtet hat).
Diese Dame war ungefähr 150 Jahre alt, sass aber ganz erhaben in Ihrem elektrischen Rolator: schicke Bluse, Haare fein gemacht und dezenter Lippenstift. Geht doch - Prima! (siehe auch weiter unten)
Das beste: Ihre Sonnenbrille. Ein Riesenmodell , dass vom Rest des Gesichts nichts mehr viel übrig ließ (somit kann ich über den Rest der Schminke leider nichts schreiben). Uns stellte sich die Frage, ob das das neuste Brillenmodell aus Gucci-Kollektion 2012/13 ist oder es sich eher um das antike Modell aus der spektakulären Sommerkollektion von YSL 1939 handelt.
Leider gibt´s hier kein Bild.
Dafür gibt es ein Bild von der jungen Dame, die auf die Mutterpflichten (und selbstverständlich auch -freuden) durch die praktische Anwendung des Kinderwagenschiebens vorbereitet wird - selbstverständlich mit dem Modell, dass bereits seit Generationen hierzu genutzt wird.
Aufrechter Gang, die Haare schön und mit dem nötigen Ernst bei der Sache - sehr schön!!!
Ferner gibt es die Jungs vom hiesigen Baywatch - bei denen mich (selbstverständlich) nur interessierte, über was sich die Herren so angeregt unterhielten und was der im Bild linke Herr denn mit seinen armen Zehen gemacht hat?
Müssen in dem Spanien die Ertrinkenden mit den Zehen aus dem Wasser gezogen werden?
Aber auch hier: T-Shirt (von mir unbekanntem Mode-Label) ist gebügelt und die Frisur sitzt.
Über das Käppchen reden wir mal nicht.
Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, dass ich nur an Äußerlichkeiten interessiert bin! Nein, nein, nein!
Weltkulturerbe ist auch wichtig.
Und da Christoph ja mit Staunen beschäftigt war (und immer noch wäre, wenn ich ihn nicht irgendwann von seinem neuen Lieblingsspielzeug weg gelockt hätte) , hatte ich genügend Zeit, mich um die wirklich wichtigen Dinge dieser Anlage zu kümmern: Die Rentner von der MS Deutschland, die gerade auf Landausflug waren.
Alle mehr oder oftmals weniger (hübsch) zurecht gemacht und mit grimmigen deutschen Gesichtsausdruck.
Ist schon eine große Last , die auf den Schultern solcher Reisenden liegt - wurden vor einigen Wochen noch die jungen, knackigen Athleten der deutschen Olympiamannschaft von England nach Deutschland geschippert, so dient dieses in die Jahre gekommene Gefährt wieder den in die Jahre gekommenden Rentnern.
Also, ich bin der Meinung , dass hier ein wenig mehr Begeisterung und Mut zur Farbe angebracht gewesen wäre.
Ist doch auch eine hübsche Idee, dass es künftig bei Landausflügen von Kreuzfahrtpassagieren ein einheitliches Outfit im Sinne der Olympiamannschaft beim Einmarsch ins Stadium gäbe
Hier könnte der entsprechende Pressetext auch ganz einfach abgewandelt werden:
Die deutschen Teilnehmer, angeführt von Fahnenträgerin und Hockeyspielerin Heide Keller, traten in weißen Hosen und Schuhen, etwas seltsamen Hüten und bonbonfarbenen Wendejacken auf: die Herren in hellblau, die Damen in pink. Die hätten vom Stil her auch auf die Skipiste gepasst. Man merkt, dass Designer Willy Bogner Experte für Wintersport ist
Ach, ein wunderbarer Gedanke..... an den Gesichtsausdrücken müssten wir allerdings noch ein wenig arbeiten...
So, jetzt sitzt mir die Tagesplanung schon wieder im Nacken: Wir müssen umziehen und da nur ich Koffer packen kann/muss/sollte/darf, muss ich mich kümmern.
Ihr seht, auch im Urlaub gibt es wirklich schwerwiegende Dinge, über die ich mir mein Köpfchen zerbrechen kann.
Also: Die Atlantikküste ist wirklich prima - mich interessieren ja dabei meist die Menschen mehr als die Landschaft. Da gab es z.B. die alte Dame auf der Promenade von Zarautz (das ist die, auf der Christoph ungebügelt rumgelaufen ist und die Surfer beobachtet hat).
Diese Dame war ungefähr 150 Jahre alt, sass aber ganz erhaben in Ihrem elektrischen Rolator: schicke Bluse, Haare fein gemacht und dezenter Lippenstift. Geht doch - Prima! (siehe auch weiter unten)
Das beste: Ihre Sonnenbrille. Ein Riesenmodell , dass vom Rest des Gesichts nichts mehr viel übrig ließ (somit kann ich über den Rest der Schminke leider nichts schreiben). Uns stellte sich die Frage, ob das das neuste Brillenmodell aus Gucci-Kollektion 2012/13 ist oder es sich eher um das antike Modell aus der spektakulären Sommerkollektion von YSL 1939 handelt.
Leider gibt´s hier kein Bild.
Dafür gibt es ein Bild von der jungen Dame, die auf die Mutterpflichten (und selbstverständlich auch -freuden) durch die praktische Anwendung des Kinderwagenschiebens vorbereitet wird - selbstverständlich mit dem Modell, dass bereits seit Generationen hierzu genutzt wird.
Aufrechter Gang, die Haare schön und mit dem nötigen Ernst bei der Sache - sehr schön!!!
Müssen in dem Spanien die Ertrinkenden mit den Zehen aus dem Wasser gezogen werden?
Aber auch hier: T-Shirt (von mir unbekanntem Mode-Label) ist gebügelt und die Frisur sitzt.
Über das Käppchen reden wir mal nicht.
Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, dass ich nur an Äußerlichkeiten interessiert bin! Nein, nein, nein!
Weltkulturerbe ist auch wichtig.
Und da Christoph ja mit Staunen beschäftigt war (und immer noch wäre, wenn ich ihn nicht irgendwann von seinem neuen Lieblingsspielzeug weg gelockt hätte) , hatte ich genügend Zeit, mich um die wirklich wichtigen Dinge dieser Anlage zu kümmern: Die Rentner von der MS Deutschland, die gerade auf Landausflug waren.
Alle mehr oder oftmals weniger (hübsch) zurecht gemacht und mit grimmigen deutschen Gesichtsausdruck.
Ist schon eine große Last , die auf den Schultern solcher Reisenden liegt - wurden vor einigen Wochen noch die jungen, knackigen Athleten der deutschen Olympiamannschaft von England nach Deutschland geschippert, so dient dieses in die Jahre gekommene Gefährt wieder den in die Jahre gekommenden Rentnern.
Also, ich bin der Meinung , dass hier ein wenig mehr Begeisterung und Mut zur Farbe angebracht gewesen wäre.
Ist doch auch eine hübsche Idee, dass es künftig bei Landausflügen von Kreuzfahrtpassagieren ein einheitliches Outfit im Sinne der Olympiamannschaft beim Einmarsch ins Stadium gäbe
Hier könnte der entsprechende Pressetext auch ganz einfach abgewandelt werden:
Die deutschen Teilnehmer, angeführt von Fahnenträgerin und Hockeyspielerin Heide Keller, traten in weißen Hosen und Schuhen, etwas seltsamen Hüten und bonbonfarbenen Wendejacken auf: die Herren in hellblau, die Damen in pink. Die hätten vom Stil her auch auf die Skipiste gepasst. Man merkt, dass Designer Willy Bogner Experte für Wintersport ist
Ach, ein wunderbarer Gedanke..... an den Gesichtsausdrücken müssten wir allerdings noch ein wenig arbeiten...
So, jetzt sitzt mir die Tagesplanung schon wieder im Nacken: Wir müssen umziehen und da nur ich Koffer packen kann/muss/sollte/darf, muss ich mich kümmern.
Donostia - Zarautz - Ea - Bilbo
Was sich anhört wie drei böse Schwestern (und Bilbo) aus dem verschollenen vierten Buch aus "Der Herr der Ringe" (wir erinnern uns: ungeduschte Männer reiten von links nach rechts) war tatsächlich unsere heutige Reiseroute.
Die Belle Époque haben wir in San Sebastian hinter uns gelassen und sind einen Strand weiter gefahren. Zarautz ist eher von rustikalem Charme, dafür kann man aber auch in ungebügelten Klamotten an der Promenade flanieren. Surfer gibt´s auch hier zuhauf und denen kann man am besten beim Café con Leche dabei zuschauen, wie sie ins Wasser fallen.
Wir merken: die erste Surfstunde besteht darin, an Land nicht vom Brett zu fallen.
Dann geht´s ins Wasser und man lernt, auf dem Brett zu liegen oder zu sitzen.

Dann gibt´s noch die ganz coolen, ohne Neopren aber mit Mützchen. Die dürfen dann auch paddeln.
Dicki will nicht surfen lernen. Ich glaube, er hat Angst. Wegen der Frisur, oder weil er nicht ohne fremde Hilfe in den Anzug kommt. Mir ist sowas egal. Ich kann dann ja schon Baskisch und frag´ einfach einen der vielen hilfsbereiten Surflehrer um Beistand.
Man kann auch an der rauhen Küste spazieren gehen, falls einem der Atlantik zu kalt ist.
Rauhe Küste gibt´s hier viel, aber auch hübsche Almen und kleine Bergdörfer mit schrägen Namen. Ea liegt am Meer, aber auch in den Bergen und außerdem hört da die Straße auf. Weil Ea so klein ist, hat es leider nur einen kleinen Strand.

Aber auch da bitteschön den Müll trennen. Außerdem hat klein Ea ein klein Brückchen, immerhin aus dem Mittelalter.
Auch im Dorf wird Müll getrennt. Und weil rund um Ea so viele Apfelbäume wachsen gibt´s den mittäglichen kleinen Apfelwein schon für einen kleinen Euro.
Der Höhepunkt des Tages war allerdings eine Brücke der besonderen Art, die gibt´s nämlich nur hier und ich wollte schon immer mal hin: der Welt letzte funktionierende Schwebebrücke.


Die Belle Époque haben wir in San Sebastian hinter uns gelassen und sind einen Strand weiter gefahren. Zarautz ist eher von rustikalem Charme, dafür kann man aber auch in ungebügelten Klamotten an der Promenade flanieren. Surfer gibt´s auch hier zuhauf und denen kann man am besten beim Café con Leche dabei zuschauen, wie sie ins Wasser fallen.
Wir merken: die erste Surfstunde besteht darin, an Land nicht vom Brett zu fallen.
Dann geht´s ins Wasser und man lernt, auf dem Brett zu liegen oder zu sitzen.
Dann gibt´s noch die ganz coolen, ohne Neopren aber mit Mützchen. Die dürfen dann auch paddeln.
| hübsch altmodische Umkleidezeltchen |
Man kann auch an der rauhen Küste spazieren gehen, falls einem der Atlantik zu kalt ist.
Rauhe Küste gibt´s hier viel, aber auch hübsche Almen und kleine Bergdörfer mit schrägen Namen. Ea liegt am Meer, aber auch in den Bergen und außerdem hört da die Straße auf. Weil Ea so klein ist, hat es leider nur einen kleinen Strand.
Auch im Dorf wird Müll getrennt. Und weil rund um Ea so viele Apfelbäume wachsen gibt´s den mittäglichen kleinen Apfelwein schon für einen kleinen Euro.
Der Höhepunkt des Tages war allerdings eine Brücke der besonderen Art, die gibt´s nämlich nur hier und ich wollte schon immer mal hin: der Welt letzte funktionierende Schwebebrücke.
Tja, werden sich manche denken, wer sonst nix zutun hat, der kann verreisen und Schwebebrücken gucken. Stimmt :-). Für nur 35 Zents kann man ein Unesco-Weltkulturerbe benutzen. Haben wir sonst noch nie erlebt, wo doch alles so teuer geworden ist. Dicki hat mir dann verboten, eine Zehnerkarte zu kaufen dabei wäre doch gerade das ein kluges Schnäppchen gewesen. Icke sitze die nächsten Stunden glücklich in einer Gondel und er geht Schuhe gucken.
| von oben auch schön |
Und weil der Tag so schön war, hat Dicki einen Grußerker bekommen, wo er sich dem Volke zeigen kann. Darauf haben die Basken genauso lange gewartet, wie auf ihre Unabhängigkeit.
| Hola mi pueblo! |
In den Erker passen zwei Stühle und ein kleiner Tisch, der gerade so für die Zwischendurchmahlzeit ausreicht. Von unten können uns alle zugucken.
| nur Käsebrot hätt´s auch getan |
Ist ja ein recht amüsanter Text - der nur leider recht lange gedauert hat: Schreiben, Bilder hochladen, richtig platzieren und dabei immer mal wieder am Cidre nippen - da zieht sich so ein Post schon mal in die Länge.
Jetzt ist es schon morgen und ich muss ins Bettchen, deshalb schreibe ich heute nischt mehr - Glück gehabt!
Nischt sieht anders aus, junger Mann!
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