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Montag, 18. März 2013

Renaissance und Regen

Florenz im strömenden Regen ist nicht wirklich einladend - zumal ich ja nur meine schicken Wildlederschühchen dabei habe. 
Naja, mir hat ja niemand gesagt, dass ich für einen Winterurlaub einpacken sollte.
Die Schuhe trocknen mittlerweile auf der Heizung und ich bin trotz des Wetters ganz angetan von der Kirche der "Neuen Maria" - heißt auf italienisch irgendwas mit Santa Maria Novella und ist furchtbar wichtig, weil ganz doll und typisch im Renaissancestil von zwei Dominikanern erbaut. 

Besser hätte es der Baedeker auch nicht formulieren können: "Alles hier ist furchtbar wichtig weil ganz doll und typisch" Seufz. Wenn man morgens schon an die Mittagspizza denkt und währenddessen an die Abendpasta ist es natürlich zuviel verlangt, sich ein wenig für´s Abendland zu interessieren. Irgendwas mit Novella.......! Immerhin hat er nicht Nutella verstanden, ist ja auch was wert.
frisch restauriert.....ein Traum




Abends waren wir wieder in der Trattoria Anita  direkt neben unserer Wohnung. Das ist ja sooo praktisch, wenn man mit vollgefressenem Bauch und nach nem Liter Rotwein nur über die Strasse nach Hause wanken muss. 
Und da ich ja ein großer Fan des Eintopfs bin, gab es für mich den hiesigen Gemüse-Brot-Eintopf - nennt man hier Ribollita 
da ist alles drin, was am Vortag übrig blieb - Resteessen!

Ja, das ist schon praktisch, nach dem Eintopf direkt in´s Bett. Wir fragen uns noch, ob´s Anita wirklich gibt oder ob die Trattoria eine Küchenkommune ist. Zwei Bruder bedienen und ab und zu schauen zwei Ceylonesen aus der Küche vorbei. Ob die da Spaghetti rollen? Jedenfalls ist immer voll und das Ambiente besteht aus an der Wand abgestellten Chiantiflaschen. Hurrah!!

Gestern also verbrachten wir lange Stunden in den Uffizien. Wenn man eine Eintrittskarte mit Zeitstempel erstanden hat, heißt das nicht , daß man zur angegebenen Zeit rein darf. Nein, man darf dann anstehen, und zwar mit allen anderen, nur nicht in der Gruppenschlange. Die war gegenüber. Natürlich nur Japanerchinesen.


Gruppenschlange

Typisch deutsch liefen wir pünktlichst um 16.00 Uhr am Portal auf und der freundliche Herr meinte, wir möchten uns doch bitte mit allen anderen in die 16.00 Uhr-Schlange stellen. Buona Sera. Die mailänder Damen hinter uns waren noch bester Stimmung. Nach Sicherheitskontrolle wieder anstellen an der Schranke. Die mailänder Damen schon leicht angesäuert. Ein japanischer Tourguide versucht, sich und seine Gruppe an uns vorbeizuschmuggeln.("Gloup, Gloup")  Da hat er aber nicht mit den Mailänderinnen gerechnet. Von bösen mailänder Blicken und italienischen Kommentaren eingeschüchtert lief da gar nix. Das gute an den Gruppen ist, daß die nicht lange den Blick auf die Kunst versperren. Ein kurzer Kommentar und schwupps, geht´s weiter. Außerdem verläuft´s sich im Gemäuer.


es verläuft sich
Wir haben auch eine Japanerin beobachtet, die panisch ihre Gruppe suchte. Vielleicht wurde sie ausgesetzt und irrt noch immer durch die Renaissance, weil sie ohne Guide den Ausgang nicht findet.

"So, wer hat das gemalt?"
"Was?"
"Na das Bild da, ich hab´s Dir doch gerade erklärt"
"Bellini"
"Hast Du überhaupt zugehört?"
"Nöööö"

Hopfen und Malz, Hopfen und Malz!








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