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Mittwoch, 20. März 2013

Pioggerella...

...heißt Nieselregen. Klingt zwar schöner, ist aber genauso kalt wie bei uns. Nur gestern gab es hellere Stunden und da haben wir uns gleich aufgemacht, den hiesigen Kreuzberg zu erklimmen. Da muß man hoch, weil man sich dann vor dem florentiner Panorama fotografieren kann. Ein japanisches Hochzeitspärchen war auch schon da. Er mußte ihre Handschuhe halten und sie fror im weißen Kleid. 

Dom von außen
Vom Kreuzberg dann gleich weiter direkt zum Jüngsten Gericht. Alle stehen und verrenken sich den Hals, so wie wir. Im Dom läuft in einer Endlosschleife "Psssst, Silenzio". Das bringt dann ein wenig Ruhe in die aufgeregten Massen. Leider nicht sehr lange, denn die nächste Schulklasse wartet schon. Überhaupt scheint Klassenfahrtsaison zu sein. Dicki ist gestern mehrfach mit aufgeregten Nordeuropäerinnen kollidiert, die entweder architektonisch verzückt waren, oder gerade den Ragazzi hinterherschielten. Ich muß das mal eskalieren und in breitem Fantasie-Gassenitalienisch schimpfen. Wird bestimmt lustig.
Dom von innen

frisch geschlüpft
Der Katholik muß vor dem Fegefeuer keine Angst haben, denn es kann ihm vom Personal vergeben werden. Beim Bummel durch die Stadt (man wechselt zwischen Michelangelo und Gucci) wurde uns der Hohe Klerus näher gebracht. Im Schaufenster eines schicken Silberladens fanden wir Franziskus aus dem Ei. Drumherum auf Eiern geschrieben, die Namen aller Kardinäle des Konklave. Die kleinen Eier wählen urdemokratisch das Oberei. Ist das nun respektlos oder geschmacklos? Wir fanden´s witzig, aber wir sind auch reformiert.

 In Italien ist wenig Platz. Deshalb sind die Menschen hier kleiner als bei uns. Weil die Straßen enger sind, geht man zu Fuß, das ist gut für die Bella Figura oder fährt mit der Vespa. Der neueste Trend ist der Elektrozweisitzer. Den gibt´s nicht nur für die Post, sondern auch für alle anderen, die keine Lust haben, keinen Parkplatz zu finden. Ich schlug vor, dieses Gefährt als Dienstwagen in Betracht zu ziehen: "Bist Du noch ganz dicht?" Jede Wette, sobald GucciPucciFiorucci eins designt, rennt er gleich und kauft´s.


leider ohne Knautschzone
ein Sixpack Chianti paßt locker rein
















Orangenbaum im Kreuzgang
Natürlich kam auch heute die Kultur nicht zu kurz und bei schlechtem Wetter muß man nicht lange anstehen. Der Orangenbaum im Nieselregen war wirklich schön und in San Lorenzo war´s auch nur unwesentlich kälter als draußen.
Vor der Kapelle der Medici:"Guck mal, alle anderen stehen auch schon:"
"ja"
"Ich hab nasse Füße"
"Selbst schuld"
(Kleiner Rekurs. Wenn man Geox kauft, sollte man ein Produkt aus dem Original-Geox-Laden nehmen und keins, was in Indonesien für 10 $ vom TukTuk gefallen ist. Dann hat man auch dichte Sohlen. Da hat sich Geiz mal so richtig gelohnt.)
"Menno"
"Ist schon halb eins"
Also auf zur Trattoria, die Medici liegen ja noch länger in ihrer Gruft.

Auf einen Besuch in der Pizzeria Bunga Bunga haben wir dann doch lieber verzichtet. 

600 Lire für ein Mittagsmenü. tempora mutantur


Viel besser gefiel´s uns da um die Ecke vom Markt. Nach Wildschweinfenchelwurscht und lecker Pecorino mit Birnen wurden Orecchiette mit Kraut und Gnocchi mit Nüssen serviert, oder wie der Deutsche sagt, Oretschiettos und Knotschis. Dazu zwei Tschiantis. Und weil die Kartoffelteignudeln nur in Sahne ertränkt werden, macht man noch einen Hauch Käse drauf.



Dicki wollte dann seinen Nachtisch nicht teilen.

geteilte Freud




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