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Freitag, 22. März 2013

L´ultimo giorno

Essen kam ja viel zu kurz die letzten Tage:

 Bresaola mit Rucola und Parmigiano, dicke Bohnen mit wenig Öl, Hühnerleber, eingelegte Pilze und Tomaten auf Brot, roher Schinken, Salame und Pecorino



Penne und schön Sahnesauce mit Käse am Abend, Tagliatelle mit Erbsen und Ragú, Weißwein ist auch noch da.

Wir verabschieden uns aus Firenze mit der trauernden Poesie.

Pösie
Mille grazie

Für Huda

Christoph hat mir heute beim Abendessen erzählt, dsas seine Freundin Huda gerade im Süd-Sudan ist und dass es ausser Gras und Brot nichts zu essen gibt.....
Da dachte ich mir, widmen wir ihr doch mal einen Blogeintrag mit leckeren Highlights der letzten drei Wochen

Stimmt, die Ärmste macht Nation-Building oder Peace-Keeping und muß im Zelt wohnen. Außerdem gibt´s nur einen Klocontainer für alle. 
Unsere Gedanken sind mit ihr.




 

 






 


 


Donnerstag, 21. März 2013

Wohnung mit Aussicht

Hat man sich die Treppen hochgewuchtet, wird man mit einer "Aussicht auf die zentralen Sehenswürdigkeiten der Stadt" belohnt.
dann nach links

durch die Haustür nach oben





eine noch

nochmal  nach links

innen nur noch ein Treppchen

links oben: die goldenen Kugel auf der Kuppel des Doms



Zur Belohnung gibt´s Torta de la Nonna, Vanillepuddingkuchen mit Mandeln und Pistazien drauf.










Ähhhh, nicht schon wieder ins Museum

genau diesen Satz habe ich heute gehört!!! Und Ihr lest richtig - ich (also der Dicki, der sonst immer nölt, wenn noch ne Kirche ansteht, schreibt diesen Satz - was so viel bedeutet wie: Christoph will keine Kultur mehr sehen!!!)
Also nochmal: ICH wollte heute in die Accademia und was bekam ich zu hören:
steht draußen, ist schmutzig
und NICHT das Original
Er: wat willste denn da? Den David haste doch schon auf der Piazza della Signoria gesehen.
Ich: Naja, das stimmt so ja nicht ganz, denn dort steht ja nur eine Kopie. Das Original steht doch in der Akademie. (Stille und Erstaunen, warum ich denn mal was wusste, was ER nicht kennt!!!!!)
Er: Aber außer der Statue sind doch nur wieder Bilder zu sehen - wir haben schon genug alte Schinken gesehen
Ich: WAAAAAAAS?

Den Rest erspare ich Euch, denn es kommt noch besser: 
auf dem Weg nach Hause kommen wir an einem GEOX-Laden vorbei. Und wer kauft sich das zweite Paar Schuhe: ICH nicht!!!!!!!

Dieser Tag kommt mit dem Hinweis "Verkehrte Welt: C. will keine Kultur und kauft 2xSchuhe" in meinen ewigen Kalender (hallo Ruby!)
steht schön trocken und warm,
ist frisch restauriert und DAS Original

Ich weiß nicht, warum ich für was anstehen soll, wenn ich´s unter freiem Himmel für umsonst haben kann. Außerdem ist der Draußendavid genauso sauber wie der Drinnendavid. Das obere Bild ist gelogen! Da schien heute sogar die Sonne drauf.

Mittwoch, 20. März 2013

Pioggerella...

...heißt Nieselregen. Klingt zwar schöner, ist aber genauso kalt wie bei uns. Nur gestern gab es hellere Stunden und da haben wir uns gleich aufgemacht, den hiesigen Kreuzberg zu erklimmen. Da muß man hoch, weil man sich dann vor dem florentiner Panorama fotografieren kann. Ein japanisches Hochzeitspärchen war auch schon da. Er mußte ihre Handschuhe halten und sie fror im weißen Kleid. 

Dom von außen
Vom Kreuzberg dann gleich weiter direkt zum Jüngsten Gericht. Alle stehen und verrenken sich den Hals, so wie wir. Im Dom läuft in einer Endlosschleife "Psssst, Silenzio". Das bringt dann ein wenig Ruhe in die aufgeregten Massen. Leider nicht sehr lange, denn die nächste Schulklasse wartet schon. Überhaupt scheint Klassenfahrtsaison zu sein. Dicki ist gestern mehrfach mit aufgeregten Nordeuropäerinnen kollidiert, die entweder architektonisch verzückt waren, oder gerade den Ragazzi hinterherschielten. Ich muß das mal eskalieren und in breitem Fantasie-Gassenitalienisch schimpfen. Wird bestimmt lustig.
Dom von innen

frisch geschlüpft
Der Katholik muß vor dem Fegefeuer keine Angst haben, denn es kann ihm vom Personal vergeben werden. Beim Bummel durch die Stadt (man wechselt zwischen Michelangelo und Gucci) wurde uns der Hohe Klerus näher gebracht. Im Schaufenster eines schicken Silberladens fanden wir Franziskus aus dem Ei. Drumherum auf Eiern geschrieben, die Namen aller Kardinäle des Konklave. Die kleinen Eier wählen urdemokratisch das Oberei. Ist das nun respektlos oder geschmacklos? Wir fanden´s witzig, aber wir sind auch reformiert.

 In Italien ist wenig Platz. Deshalb sind die Menschen hier kleiner als bei uns. Weil die Straßen enger sind, geht man zu Fuß, das ist gut für die Bella Figura oder fährt mit der Vespa. Der neueste Trend ist der Elektrozweisitzer. Den gibt´s nicht nur für die Post, sondern auch für alle anderen, die keine Lust haben, keinen Parkplatz zu finden. Ich schlug vor, dieses Gefährt als Dienstwagen in Betracht zu ziehen: "Bist Du noch ganz dicht?" Jede Wette, sobald GucciPucciFiorucci eins designt, rennt er gleich und kauft´s.


leider ohne Knautschzone
ein Sixpack Chianti paßt locker rein
















Orangenbaum im Kreuzgang
Natürlich kam auch heute die Kultur nicht zu kurz und bei schlechtem Wetter muß man nicht lange anstehen. Der Orangenbaum im Nieselregen war wirklich schön und in San Lorenzo war´s auch nur unwesentlich kälter als draußen.
Vor der Kapelle der Medici:"Guck mal, alle anderen stehen auch schon:"
"ja"
"Ich hab nasse Füße"
"Selbst schuld"
(Kleiner Rekurs. Wenn man Geox kauft, sollte man ein Produkt aus dem Original-Geox-Laden nehmen und keins, was in Indonesien für 10 $ vom TukTuk gefallen ist. Dann hat man auch dichte Sohlen. Da hat sich Geiz mal so richtig gelohnt.)
"Menno"
"Ist schon halb eins"
Also auf zur Trattoria, die Medici liegen ja noch länger in ihrer Gruft.

Auf einen Besuch in der Pizzeria Bunga Bunga haben wir dann doch lieber verzichtet. 

600 Lire für ein Mittagsmenü. tempora mutantur


Viel besser gefiel´s uns da um die Ecke vom Markt. Nach Wildschweinfenchelwurscht und lecker Pecorino mit Birnen wurden Orecchiette mit Kraut und Gnocchi mit Nüssen serviert, oder wie der Deutsche sagt, Oretschiettos und Knotschis. Dazu zwei Tschiantis. Und weil die Kartoffelteignudeln nur in Sahne ertränkt werden, macht man noch einen Hauch Käse drauf.



Dicki wollte dann seinen Nachtisch nicht teilen.

geteilte Freud




Montag, 18. März 2013

Renaissance und Regen

Florenz im strömenden Regen ist nicht wirklich einladend - zumal ich ja nur meine schicken Wildlederschühchen dabei habe. 
Naja, mir hat ja niemand gesagt, dass ich für einen Winterurlaub einpacken sollte.
Die Schuhe trocknen mittlerweile auf der Heizung und ich bin trotz des Wetters ganz angetan von der Kirche der "Neuen Maria" - heißt auf italienisch irgendwas mit Santa Maria Novella und ist furchtbar wichtig, weil ganz doll und typisch im Renaissancestil von zwei Dominikanern erbaut. 

Besser hätte es der Baedeker auch nicht formulieren können: "Alles hier ist furchtbar wichtig weil ganz doll und typisch" Seufz. Wenn man morgens schon an die Mittagspizza denkt und währenddessen an die Abendpasta ist es natürlich zuviel verlangt, sich ein wenig für´s Abendland zu interessieren. Irgendwas mit Novella.......! Immerhin hat er nicht Nutella verstanden, ist ja auch was wert.
frisch restauriert.....ein Traum




Abends waren wir wieder in der Trattoria Anita  direkt neben unserer Wohnung. Das ist ja sooo praktisch, wenn man mit vollgefressenem Bauch und nach nem Liter Rotwein nur über die Strasse nach Hause wanken muss. 
Und da ich ja ein großer Fan des Eintopfs bin, gab es für mich den hiesigen Gemüse-Brot-Eintopf - nennt man hier Ribollita 
da ist alles drin, was am Vortag übrig blieb - Resteessen!

Ja, das ist schon praktisch, nach dem Eintopf direkt in´s Bett. Wir fragen uns noch, ob´s Anita wirklich gibt oder ob die Trattoria eine Küchenkommune ist. Zwei Bruder bedienen und ab und zu schauen zwei Ceylonesen aus der Küche vorbei. Ob die da Spaghetti rollen? Jedenfalls ist immer voll und das Ambiente besteht aus an der Wand abgestellten Chiantiflaschen. Hurrah!!

Gestern also verbrachten wir lange Stunden in den Uffizien. Wenn man eine Eintrittskarte mit Zeitstempel erstanden hat, heißt das nicht , daß man zur angegebenen Zeit rein darf. Nein, man darf dann anstehen, und zwar mit allen anderen, nur nicht in der Gruppenschlange. Die war gegenüber. Natürlich nur Japanerchinesen.


Gruppenschlange

Typisch deutsch liefen wir pünktlichst um 16.00 Uhr am Portal auf und der freundliche Herr meinte, wir möchten uns doch bitte mit allen anderen in die 16.00 Uhr-Schlange stellen. Buona Sera. Die mailänder Damen hinter uns waren noch bester Stimmung. Nach Sicherheitskontrolle wieder anstellen an der Schranke. Die mailänder Damen schon leicht angesäuert. Ein japanischer Tourguide versucht, sich und seine Gruppe an uns vorbeizuschmuggeln.("Gloup, Gloup")  Da hat er aber nicht mit den Mailänderinnen gerechnet. Von bösen mailänder Blicken und italienischen Kommentaren eingeschüchtert lief da gar nix. Das gute an den Gruppen ist, daß die nicht lange den Blick auf die Kunst versperren. Ein kurzer Kommentar und schwupps, geht´s weiter. Außerdem verläuft´s sich im Gemäuer.


es verläuft sich
Wir haben auch eine Japanerin beobachtet, die panisch ihre Gruppe suchte. Vielleicht wurde sie ausgesetzt und irrt noch immer durch die Renaissance, weil sie ohne Guide den Ausgang nicht findet.

"So, wer hat das gemalt?"
"Was?"
"Na das Bild da, ich hab´s Dir doch gerade erklärt"
"Bellini"
"Hast Du überhaupt zugehört?"
"Nöööö"

Hopfen und Malz, Hopfen und Malz!








Sonntag, 17. März 2013

Nackter Marmor

Sonntag in Florenz: da passiert nicht viel. Und weil alle Läden zu haben, musste ich in die Uffizien.

War aber gar nicht so schlimm, wenn man erst einmal verstanden hat, wie das mit dem Karten reservieren, Karten abholen und dem Reinkommen in den Palazzo funktioniert.

Und ich muss zu geben, dass so das eine oder andere Bild wunderbar in unser neues - schlammfarbene - Wohnzimmer passen würde. Ich durfte allerdings nichts mitnehmen.

Und da es in Florenz nicht nur Bilder zu sehen sondern auch diverse Statuen zu bewundern gibt, konnte ich mich ausgiebig um die Schönheitsideale der hiesigen Männer kümmern:

für Liebhaber des perfekten Körperbaus
für Liebhaber älterer Herren

für Liebhaber dominanter Spiele

für Liebhaber von Gruppenanordnungen
(das hier ist allerdings nur eine Nachbildung -
das Original haben wir bereits im Vatikan bewundert)


für Liebhaber des perfekten Arsches
für Liebhaber der Hinteransicht


für Liebhaber von Abschlachtungen
Für jeden was dabei - von uns gibt es selbstverständlich aufgrund unserer perfekten Proportionen auch schon eine Nachbildung. Die steht zwar noch nicht in den Uffizien, aber der Weg kann nicht mehr weit sein.

Abschlachtungen ist kein Wort.