Vor (fast) jedem Tempel steht ein Ofen - der eine klein, der andere groß. Ich war mir ja längere Zeit nicht so ganz sicher was diese Ofen zu bedeuten haben: Müllverbrennung, tempelinternes Krematorium, Heizung...?
Seit ein paar Tagen wissen wir mehr: eine vor einem der Öfen sitzende Rentnerin hat uns freundlich auf chinesisch (und mit viel Gebrauch der Hände, Füße und des gesamten Körpers) erklärt, dass hier das Geistergeld verbrannt wird.
Vor dem Tempel gibt es einen Stand, an dem das Geistergeld verkauft wird. Hierbei gibt es ganz unterschiedliche Arten des Geistergeldes, wir haben fast immer die rotbedruckten gelben Blätter gesehen.

Diese Geldbündel fächert man dann vor dem Ofen kunstvoll auf und wirft die Geldstapel ins Feuer. Der Fortgeschrittene legt das aufgefächerte Geld direkt vor den brennenden Ofen und durch den Sog (drinne heiss, hohes Ofenrohr, Temperatur draussen geringer...Physik!) wird das Geld dann nach innen gesogen (oder gezogen?) und verbrennt.
Mit diesem Ritual stimmt man die Geister gnädig und bittet um entsprechendes Glück oder der Abwendung des Unglücks. Meistens wird das Geld auch für die Verstorbenen verbrannt: damit der Tote auch im Jenseits genug Kohle zur Verfügung hat.....
Interessanterweise verbrennt man das Geistergeld auch aus Gründen der Bestechung - lassen sich Geister und Dämonen bestechen?
Egal, vielen Dank an die freundliche Frau Wuh, die uns ans Licht geführt hat!
Furchtbar nett!
Eine Abwandlung des Rituals: es gibt so eine Art Feuerschale, die man vor der Haustür direkt zuhause mit dem Geistergeld "füttern" kann - da spart man sich den Gang in den Tempel - Geisterbeschwörung to go.
Der Asiate ist so kluk....!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen