Ja, es ist wahr, schon wieder geht ein Jahr zuende, diesmal ist es 1936 des balinesischen Mondkalenders. Die hinken ein wenig zurück weil sie später angefangen haben oder weil ein Mondmonat immer dreißig Tage hat, so ganz hab´ ich´s nicht verstanden.
| erst werden alle Opfer an den Strand gebracht... |
Jedenfalls müssen, bevor das neue Jahr beginnt, die Tempel ausgeräumt und die Gottheiten gereinigt werden. Das ganze Dorf fährt per Moped gen Meer, nur die Musikanten und die Gottheiten nicht, die werden im Laster gebracht. Wohnt man nahe am Wasser, trägt man gleich alles um die Ecke.
| ..., um dann die geweihten Kisten wieder mit nach Hause zu nehmen |
Am Strand angelangt stellt man die kleinen Schreine auf ein Gestell, legt die Opfergaben drumrum und die Zeremonie beginnt mit Aufsagen und Gamelanmusik. Blüten werden in´s Wasser gestreut.
| niedliche Fische in Plastik |
Fische für die lieben Kleinen werden gekauft und in´s Wasser und in die Freiheit entlassen. Leider handelt es sich oft um Süßwassergoldfischlein, die nicht allzu lange etwas haben von der Freiheit.
Die lieben Kleinen werfen die Plastiktüte gleich hinterher.
(Kleiner Müllexkurs: Wo Mensch ist, ist auch Müll.
Wir haben uns entschieden, das Müllproblem hier nicht toll zu finden, weisen aber darauf hin, daß Indonesien bestimmt kein Atommüllproblem bekommen wird. Alles furchtbar!)
Schwitzende weiße Menschen werden sehr freundlich angelächelt und zum Bleiben eingeladen. Leider war im Schatten kein Platz mehr. Außer Goldfischleinständen gibt´s auch noch Glücksspiel. Fanden wir eher überraschend. Die lieben Kleinen setzen 500 Rupiah auf Frosch oder Drache beim Würfeln und die Halbwüchsigen setzen 50.000 nebenan. Frauen spielen nicht, die sitzen hübsch im Schatten.
| auf dem Laster zum Melasti - aber brav nach Männern und Frauen getrennt |
Am Ende werden die kleinen Schreine mit Wasser besprenkelt und man fährt nach Hause. Die Zeremonie heißt Melasti und kann drei Tage dauern, weil es ja viele Dörfer gibt und irgendwie nicht genug Strand, so sind einige morgens dran und andere am Mittag. Unser freundlicher Hotelmanager meinte, man könne ruhig losfahren, irgendwo sei immer Melasti.
| die Polizei bereitet sich schon mal aufs Neujahr vor |
Früher hat man sogar den Strom abgestellt. Das ist wegen der Bierkühlung heute eher unpopulär. Es patrouilliert die Dorfpolizei und knastet auch Touristen ein, die einfach nur Nasi holen wollten.
| demütig dem Schrein hinterher |
| gut gelaunt bei den Feierlichkeiten |
Und zum Schluß für unsere Freundin Bente, die bewundernswerterweise weiß, was ein NH90 ist:
Pepesan Ikan Laut: in Bananenbläter gegrillter Meerfisch.
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