Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.



Sonntag, 9. September 2012

Wußten Sie schon...

daß Pamplona im Jahre 1423 eine Verbandsgemeinde wurde? Vorher hatten sich drei Stadtteile ständig in der Wolle, wegen Steuern und so oder weil man fand, der Nachbar hätte die schöneren Mädchen. Wär uns ja egal gewesen. Jedenfalls wurde gestern gefeiert und wir mittemang.

großkopfig
Man trägt Figuren durch die Stadt, große und kleine und haut mit kleinen Schaumstoffbällen an einer Leine kleinen Kindern auf den Kopf. Ein Paradies!

kleinkopfig


Zwischendrin wird getanzt und musiziert.


Man beachte: linkshändig flöten und rechtshändig trommeln! Da war ganz schön Stimmung.  

Nebenbei wird für die baskische Sache gekocht.

Hühnerschenkelpfanne für politische Gefangene

Natürlich kommen auch wir nicht zu kurz.

Ei im Schlafrock, Traubenmost á la Martini, Minifische und Sardelle auf Thunfischhack. Das vierte habe ich vergessen.

Mahlzeit!
Also ich hatte das in Pamplona ja ein wenig anders verstanden: Stadtfest - aus welchem Grund auch immer. Egal warum, es wird getanzt, gefressen und gesoffen und da sonst die Spanier ja nicht mehr viel zu lachen haben (die Krise....) werden lustige Spielchen in Form von Verkleiden veranstaltet.
Ist also auch nicht viel anders als aufm Gauklerfest oder so - nur da gibt es keine Hühnerschenkelpfanne sondern leckere Asiatische Reispfanne mit ordentlich Monosodiumglutamat. Verkleiden tut man sich da auch - nur das mit dem legalen Verhauen der Kinder klappt da noch nicht so ganz.

Und als ich merkte, dass Christoph ganz angetan von den musikalischen Künsten des Jüngelchens (Flöte und Trommel gleichzeitig spielen) dachte ich mir, dass ich ihm doch mal ne Freude mache und den nächsten Bildungsurlaub in Pamplona beantrage: baskisches Trommeln (auf einer Blechtrommel) und fröhliches Flötespielen. 
Das mit dem Trommeln kann ich leider den Nachbarn in der Markelstr. nicht antun und an das Flötespielen habe ich noch alptraumhafte Erinnerungen an meine Schulzeit: da hat mich meine Mutter immer zum Flötespielen in den Keller geschickt.....
Einzig beim Essen sind wir uns wieder einig: lecker. Und so praktisch: ist das Weinfass erst einmal leer getrunken, hat man gleich einen stilvollen Tisch zum Essen

Freitag, 7. September 2012

Yesa/Navarra

Gestern Abend war ich ganz stolz auf Dicki. In Zaragoza geht man abends schön aus, stellt sich vor den Tapasbars an ein Faß und bestellt sich lecker Weißwein und ein Allerlei dazu. So schiebt man sich von Bar zu Bar, bis man satt ist oder breit, je nachdem, was zuerst passiert. Weil ich ja flüssig des Spanischen mächtig bin und mit Weinkonsum immer besser werde, suche ich meistens das Essen aus. Gestern habe ich zuerst ausgesucht und dann gefragt, ob´s recht ist. Ein grober Fehler, in jeder Beziehung.
"Was gibt´s?"
"Willste erst wissen oder erst probieren?"
"Hmmm...weißnich"
Kutteln schmecken ganz lecker, wenn sie ausgebacken werden (unsere schwäbischen Freunde mögen uns verzeihen) und Dicki eigentlich nicht weiß, was er da ißt. Blutwurst ging auch. Daheim wäre sowas undenkbar aber wir sind ja im Urlaub.
Jetzt ist Abend und wir hängen in Yesa, kurz vor Pamplona nach einem Tag voller Romanik und Geistlichkeit.

Wir haben die Burg von Loarre besucht, eine hübsche Ruine mit Blick.


Zimmer ohne Aussicht
Dicki in freier Natur, farbkoordiniert
Die Landschaft ist nicht mehr ganz so trocken, es gibt sogar Wald und Aussicht auf die Südhänge der Pyrenäen.
In die Felsen haben die fleißigen Mönche kleine Klöster gebaut. Manche stehen noch.

Schöne Details gibt´s auch:
gotisches Engelchen

Und zum Schluß ein Bilderrätsel:

Pudel verboten?
?

Donnerstag, 6. September 2012

Gott sei Dank haben wir einen Eiskratzer

Heute haben wir unseren Trip durch Nordspanien begonnen und da ich nicht soooo gerne Eisenbahn fahre, gab es bei SIXT ein Auto.
Toll ist ja, dass es überall doofe Menschen gibt: Der alte Mann, der vor uns ein Auto angemietet hat, brachte die furchtbar nette - und soooo geduldige - Spanierin in der Autovermietung überhaupt nicht aus der Ruhe. Auch nachdem er sich JEDE einzelne Bedingung im Mietvertrag hatte mehrfach erläutern lassen und JEDE Einzelheit der Schadensbegrenzung hinterfragt hatte, war die Juanita immer noch nett. 
Was man von uns nicht mehr behaupten konnte.
Wir machten es dann einfach: unterschreiben, Auto nehmen und ab - naja, Christoph gefiel die Farbe unseres VW Polos nicht, was er allerdings nur auf deutsch äußerte, aber der sehr charmante - und dabei auch noch gut aussehende - Autovermieter war der deutschen Sprache mächtig und hatte einen vollkommen verwirrten Gesichtsausdruck...war nur nen Scherz, Caballero!
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der junge Mann sich an uns rächte und uns als wichtigstes Zubehör den Eiskratzer ganz genau erklärte - macht ja Sinn, bei durchschnittlich 32° Grad im Schatten!

Jetzt sind wir in Zaragoza, wo es dem Goya ganz besonders gefiel. 

Und obwohl ich heute im Auto ganz brav geschwiegen haben (was natürlich nur daran lag, dass mein Buch sooooo furchtbar romantisch war und ich deshalb immer nur verstohlen eine Träne von meiner Wange wischen konnte), wurde mir dieses Schild besonders ans Herz gelegt.......

Ja, weil Dicki so gerne seinen Kitsch liest, mußte ich heute durch die kastilischen Hügel fahren. Dabei haben wir gelernt, daß es bis 2500m in die Höhe gehen kann, wo dann im Winter der o.g. Eiskratzer zum Einsatz kommt. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, warum man da anhalten sollte. Jetzt gerade ist es knochentrocken und dementsprechend beige. Im Winter ist es wahrscheinlich trocken-kalt und braunbeige. Man fährt da so durch. Ist ein bißchen wie Sachsen-Anhalt. In Zaragoza angekommen kann man dann die Virgen del Pilar (Jungfrau auf der Säule) anbeten, die angeblich hier erschienen ist. Und wenn man fertig ist mit Anbeten geht man die Straße hinunter und landet hier:

"Sparkasse der Unbefleckten" steht da. Dürfen da nur Frauen sparen? Und nur Jungfrauen? Oder unbefleckt Gebärende? Aber davon gab´s bisher nur eine, das lohnt sich ja gar nicht als Kundenstamm.
Das ist Bankmarketing und dass Christoph davon keine Ahnung hat, ist doch auch mal schön - der weiss ja sonst alles besser.
Ich hör´ also auf zu fliegen und werde Bankfuzzi in einer Bank mit nur einer Kundin, die nie vorbeikommt. Ein Traum! Ist wie in der Filiale Tegel, was ich so höre.
was eß ´ ich bloß? wahrscheinlich beides.

Mittwoch, 5. September 2012

Königs Landhaus

Wenn man als König keine Lust mehr hat, ständig in der Hauptstadt die blöden Untertanen zu sehen, so läßt man sich einfach ein klein Häuschen in der Einöde bauen.
Da wird man dann nicht mehr belästigt und regiert sein Reich, indem man dem Hochadel Zettel mit kryptischen Anweisungen zuschickt.
Kosten spielen keine Rolle, weil einem ja Amerika gehört und die doofen Indios schon für güldenen Nachschub sorgen werden.
Leider lebt man in einem Jahrhundert, in dem das Wasserklosett noch nicht erfunden ward und so blieb unsere dringenste Frage heute unbeantwortet.
Manch einer mag´s aus Versailles kennen, wo die Vicomtes sich hinter den schweren Vorhängen verstecken konnten. Hier ging das nicht, denn Raumschmuck war aufgrund des Königs Minimalismus kaum vorhanden.
Der war ja auch mit beten und Zettel schreiben ausgelastet. Also trug man schwarz und versuchte, Engländerinnen zu heiraten. Die wollten aber nicht katholisch werden. So hatte man´s schwer. Später dann quält einen die Gicht.


 Die Aussicht allerdings ist wunderschön, sogar ein kleines Gärtchen gibt´s.

Wir mußten heute treppauf und -ab laufen, Gemächer und Grüfte anschauen.
Bilder hängen auch, meistens von Märtyrern und Märtyrerinnen, bzw. von Unmengen Habsburgs und Bourbons.
Im Keller sind die meisten dann auch gleich beerdigt. Man muß als König eigentlich gar nicht mehr raus. War man königlich und nach der Pubertät verstorben, so bekam man seinen eigenen Sarkophag.
Hatte man es nicht ganz geschafft, mußte man sich mit anderen Minderjährigen ein Mausoleum teilen. Das Ding heißt "Tarta de Comuniones" und sieht genau so aus, nämlich wie eine marmorne Torte. Schräg. Leider Fotografierverbot.



Belohnung heute: die empfohlene Tapasvariation vom Kellner auf der Plaza um die Ecke. Chorizos in Apfelwein, Pilze in Knoblauchöl und Knoblauchölpilze, dazu zwei Liter Bier. Prost!
Ach ja, immer schön Weißmehlbrot dazu.

Als kostenlose Unterhaltung gab´s ein schon in die Jahre gekommenes, sehr freundliches holländisches Ehepaar, das den Tavernenrotwein dekantieren wollte. Und das in einem Viertel, das der Baedeker als authentisch beschreibt, was ja soviel heißt wie leicht runtergekommen.
Morgen geht´s weiter nach Zaragoza.

Für unsere Freunde des südamerikanischen Spanisch: "Cien zapateros de Zaragoza cogen gazpacho andaluz en la plaza."

Dienstag, 4. September 2012

Also gestern waren wir ja in Toledo: da gab es ganz viel Neues: zum Anfang musste ich mit der Eisenbahn fahren. Der aufmerksame Leser weiss ja mittlerweile, dass ich nie zu den Interrail-Fahrern gehört habe. Nichtsdestotrotz sind wir gestern mit dem Regionalexpress von Madrid nach Toledo - sozusagen auf´s Land vor der Stadt gefahren.

Bahnhof mit Botanischem Garten 
Das tollste an dieser Fahrt war für mich ja der Bahnhof: ein Palmengarten mit Schildkrötis und ganz viel Natur - also, da kann sich unser Bahnhof Zoo ne ganze Menge von abschneiden.

Naja, aber Toledo liegt eigentlich auch ganz nett direkt uff´m Hügel und drum herum fliesst der Fluss.
Toledo - auf´m Hügel 

Das böse an den Städten uff´m Hügel ist allerdings, das man ja irgendwie nach oben kommen muss..... Und das ist in der Hitze von Spanien gar nicht nett: Treppen steigen!!!
Aber, das tolle daran: Oben wartet die Aussicht und die ganze Kultur - wenn sich da man nicht der Aufstieg gelohnt hat!

Die ganze Altstadt von Toledo ist total verbaut und unübersichtlich. 
Ich sage ja gerne mal auf der Autobahn: ...ups, an dieser Ausfahrt hätten wir raus gemusst... - danach muss ich mir dann stundenlang anhören, dass ich keine Karten lesen kann!
Ha! Christoph hatte gestern die Kartenmacht und hat sich - nicht nur einmal - verlaufen.

Hat aber auch was schönes: so lernt man Toledo aus jeder Perspektive kennen und irgendwann kommt man ja doch zur Kathedrale! (man ist dann zwar soooo verschwitzt, dass man eigentlich gerne erst einmal eine Dusche nehmen würde, aber dafür ist jetzt keine Zeit, denn die Hochgotik wartet!)

Drinnen ist es auch ganz toll: es gibt eine Puerta de Mollete - ein Milchbrottor, an dem die Armen gespeist wurden - fünf Kirchenschiffe und ganz wichtig: die Stützpfeiler sind erst quadratisch und dann dreieckig. Das ist nämlich ganz wichtig....warum, habe ich allerdings schon wieder vergessen!

Bibelgeschichte als Bilderbuch
Im Chorumgang liegen ganz viele Könige und der riesige Altar ist mit ganz vielen Geschichten aus dem Neuen Testament ausgestattet - da kann man sich die ganze Bibelgeschichte als Bilderbuch anschauen!

Und was noch viel toller ist, es gab eine Mozarabische Kapelle - nicht, dass ich gewusst hätte, was das ist (das ist ja nicht Neues - ABER: Christoph wusste es auch nicht!!!) Wenn er Lust hat, kann er das nachher noch erklären.



Heute gab es dann wiederum Kultur: Der Prado stand auf dem Programm. 
Eingang zum Prado - furchtbar wichtig!

Im Prado hängen ganz viele alte Bilder, die furchtbar wichtig sind: Goya, Tizian, Caravaggio, Velazquez, Dürer und viele mehr. 
Am besten hat mir allerdings der Hyronimus Bosch gefallen: der hat wohl beim Malen seiner Bilder ein wenig zu viele Drogen genommen. Da gibt es Fische mit Beinen, die einen Menschen fressen und viele Darstellung vom Leben im  Himmel und in der Hölle - interessant, dass es in der Hölle viel mehr zu sehen und zu erleben gab .....!

Und da ich - wieder mal - ganz viel nicht wusste und kannte, habe ich mir gleich ein Buch über die alten Meister gekauft (kaufen müssen...?) 
Das muss ich jetzt durcharbeiten!!!!!!
Gute Nacht!!!


Ich hab´ mich schon gefragt, warum er jetzt die Eisenbahn fotografiert. Aber einer, der nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, weil er dafür nichts zum Anziehen hat, wird sich schon einen Grund ausdenken. Wir mußten also die doofen Treppen hoch, weil ich zu geizig war, die 2€ für den Bus zu löhnen und die Altstadt sowieso in Sichtweite vom Bahnhof liegt. Tja, hätt ich mal die Kardioübungen in der Muckibude gemacht! Wär ich mal Mitglied in der Muckibude geblieben! Aber alles halb so schlimm: wie wir im Blog vom März lesen können, haben wir schon den Cotopaxi bezwungen. Und: nach der Treppe wartet die Lounge.


Da gibt´s dann lecker Granizado con Limón als Trost: zitronensaures Halbgefrorenes.
Man will ja nicht so schweißfleckig die Hochgotik bewundern.
Hier mein Lieblingsdetail des Hauptaltarbilds:



Der halbe Jesus bei der Himmelfahrt. Alles in Gold und bunt. Eins drunter ist dann schon Pfingsten.

Und weil er gestern so tapfer kulturell war, durfte Dicki heute einen Schaufensterbummel machen, allerdings unter zwei Bedingungen: alles nur von außen und nix anfassen! Da mußte ich leider vor dem Laden von Adolfo Dominguez hart bleiben. Die Calle de Velazquez ist sozusagen das Quengelregal für Modeopfer. Alle naslang was Neues, Schickes, Tolles. Nein Dicki, sagte ich, es gibt erst neue Schuhe, wenn du im Prado warst und Murillo von Goya unterscheiden kannst.
Wir arbeiten dran.

Sonntag, 2. September 2012

Kampftag

Nach einem gemütlichen Bummel über den hiesigen Flohmarkt und anschließender Erholung im Parque Retiro habe ich Dicki heute zum Stierkampf geschleppt. Noch ist Saison und dergleichen sollte man sich nicht entgehen lassen. Also kauften wir Karten für den Halbschatten und waren gespannt. Mein letzter Stierkampfbesuch fand zu Interrailzeiten Ende der achtziger Jahre statt. Es war die gute alte Zeit, es gab die DDR noch, man mußte DeMark in Peseten tauschen und an der Grenze gab´s mitten in der Nacht Stempel in den Reisepaß. Jaja. Die Erinnerungen an die damalige Corrida sind doch arg verblaßt. Deshalb heute eine blutrote Erinnerungshilfe.

Man sitzt da so auf steinernen Stufen, kalt und hart. Kissen kann man sich ausleihen, aber der richtige hombre lacht bei sowas. Dann wird der Sand schön ordentlich geharkt und farblich markiert.



Den Sinn der Markierung haben wir noch nicht verstanden, da frag´ ich demnächst Wiki. Livemusik gibt´s tatsächlich auch noch. Immer dann, wenn etwas Wichtiges passiert, wird kurz vorher Pasodoble gespielt.

Toreros y Picadores
Zunächst stellt sich das gesamte Personal vor. Zu Fuß, zu Pferd, auch die Aufräumer und Blutwegschaufler sind dabei.

doch arg bunt

Tusch, und schon geht´s los.
Der Stier, kurzsichtig und auch sonst nicht sehr helle, darf in die Arena, wo ihm Herren in engen Hosen mit bunten Tüchern vor der Nase herumwedeln. Tschuljung, aber da wäre ich auch nicht allzu gut drauf.

wo wedeln sie denn?

Pink und Magenta? Eine gute Wahl?
Nach und nach werden dann sechs Spieße in den Nacken gestoßen. Der Herr auf dem Pferd piekt auch nochmal.



Es traten drei Toreros auf und sechs Stiere mußten dran glauben, denn traditionellerweise geht ja nur einer lebend raus und das ist in der Regel der Mensch. Der erste Stier durfte leben, weil er einfach zu langweilig war. Man rief "fuera", was so viel heißt wie "Raus" und dann war der Auftritt vorbei. Was hinter den Kulissen passiert entzieht sich unserer Kenntnis, wir denken an eine beschauliche Wiese auf den Azoren bis zum natürlichen Hinscheiden.

Manuelito war heute der Held:


Hat elegant zwei 500-Kilo-Kälbchen erlegt. Die Menge war begeistert.

Kurz vor Schluß, Dicki konnte schon nicht mehr hinsehen.



El Fin


Tja, was soll man sagen? Im Schlachthof geht´s schneller ist aber deutlich weniger unterhaltsam. Ich konnte gar nicht weggucken und frug mich allenthalben, ob ich jetzt Veganer werden soll.

Also ich habe ja nie Interrail gemacht - ich weiss gar nicht, wie ich da meinen Samsonite und das Beautycase in einem Abteil mit nicht gewaschenen Studenten hätte verteidigen können.
Und somit war ich auch noch nie beim Stierkampf. 
Ich hatte aber irgendwie trotzdem keine guten Assoziationen mit diesem Treiben: viel zu viel Blut und viel zu heiss.

Naja heiss war es ja nicht, weil wir uns keine Kissen für die Steintreppen leisten wollten und Blut .... naja, das floss in Strömen....
Beim Einmarsch der Toreros war ich ganz begeistert: das ist ja wie in alten Tänzerzeiten gewesen: alle haben sich hübsch gemacht und sehen phantastisch aus.
Bei diesem Anblick habe ich schon darüber nachgedacht, ob ich nicht nach 25 Jahren Berliner Bank mal was neues ausprobieren sollte. Das outfit würde mir sicherlich hervorragend stehen 

Macht doch ne tolle Figur, oder??
Ich ärgere mich jetzt schon ein wenig, dass ich mir in der letzten Woche in Bangkok nur 3 "normale" Anzüge habe schneidern lassen.
Da hätte doch der Schneider eine wahre Herausforderung gehabt.

Aber die grösste Herausforderung wäre es wahrscheinlich gewesen, mich in ein solch enges Korsett zu zwängen, damit ich SO eine Figur habe - wishful dreaming.....!


Aber so ein adrettes Hütchen würde mir garantiert stehen - jetzt, da selbst ich schon Helm beim Fahrradfahren trage!!!

Naja, die Kleidung und das Brimborium sind ja prima - das mit dem Stier müsste doch aber nicht sein: Das erste Blut stiess in Fontänen aus der Wunde des Stiers empor und mir war gar nicht mehr gut..... Ich werde heute Nacht wohl vom Schweigen der Stiere träumen!

Ich bleib bei der Bank, da fliesst weniger Blut - obwohl die Choreographie deutlich langweiliger ist.

Abends waren wir dann wieder lecker essen in einer Tapasbar - diesmal mit Fernseher: Da spielte gerade Real Madrid gegen irgendeinen Loser (3:0). Und plötzlich traute ich meinen Augen nicht: Da war der Özil im Fernsehen.
Kann mir mal jemand verraten, warum der nicht schwarz-rot-gold trägt und für die nächste WM mit dem Jogi und dem Klinsi übt?

Herrjeh!



Die Sonne scheint



http://www.youtube.com/watch?v=B33shV26yk0


Alles ist gut geworden. Gestern wurde nicht gestreikt und so konnten wir schön nach Süden verreisen. Ich hatte ja einige Bedenken und am Abreisetag bin ich sowieso immer nervös. Für Dicki war´s auch aufregend und da hat er gleich auf dem guten Ohr Gehör eingebüßt. Nach der Landung mußten wir uns dann umgehend trösten.

Spanische Tröstung


@ Ruby: Wie heisst die kleine Schwester der Heulboje?
@ Eric: Hoy por la noche vamos a ver como lo matan a los toros aqui.