Man fährt entweder mit der U-Bahn bis Dingsbums und läuft dann 90 Minuten einfach bergauf oder man nimmt die hübsche Route, die hat´s aber auch in sich, zumal es zwar Herbst werden soll, aber keinesfalls kühler. Die Sonne brennt noch immer auf die Birne und die Weißen schwitzen, nur Dicki nicht. Wir schaffen´s ja auch nie morgens aus dem Hotel, wie es allen angeraten wird, sondern es wird immer früher Mittag und dann ist es bekanntlich klimatisch besonders gemütlich.
Also ging´s heute zuerst zur Talstation der hiesigen Kabelgondelbahn. Das ist die hübscheste Gondel von allen, weil sie so schön retro ist.
Auf meine Frage, wo´s denn da oben zum Tempel geht, antwortete der freundlich Mitarbeiter: "Da wollen sie hin? Das ist aber weit! Einfach am Südtor links abbiegen und dann noch eine Stunde." Alle haben immer Angst, daß sich die Touris verlaufen und man die dann teuer suchen muß.
Also fuhren wir frohgemut aufwärts und fanden schon nach einer halben Stunde das Südtor.
Leider ging´s von da an wieder bergab. Hätte er uns ja auch vorher sagen können, auf sowas wird man doch gerne vorbereitet.
Zwischendurch muß ich immer bergauf steigende Einheimische befragen, ob der Weg noch stimmt. Immer ich. Dicki fragt nie was, der verläuft sich lieber im Wald. Alle naslang Gabelungen, wunderbar auf koreanisch ausgeschildert, zumindest manchmal.
Nach 40 Minuten abwärts höre ich an steiler Stelle: "Hier lauf ich nicht länger runter." "Ich versprech´ Dir, nicht mehr lange und es geht wieder bergauf und oben bekommst Du ein Eis!" Es wird leicht geschmollt.
Ein Parkplatz kommt in Sicht, man hätte also auch ein Taxi nehmen können. Ein letztes Mal fragen, ein letztes Abbiegen nach rechts und nach runter kommt rauf. "Da lauf ich nicht hoch!" "Aber oben gibt´s Kultur, Du wirst begeistert sein!" "Ist mir egal! Alles viel zu steil!" Da hat er leider recht. Dennoch wird tapfer weitergelaufen.
Zum Schluß dann wieder einmal ein Tempel, allerdings atypisch, mit Felsenbildern. Auf dem Rückweg gibt´s zur Belohnung Nudelsüppchen unter´m Ginkgo Biloba.
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