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Mittwoch, 7. März 2012

Der Berg ruft

Quito liegt ja bekannterweise auf einer Höhe von 2.850 Metern und dass wir hier schon fleissig ob dieser Höhe am Japsen sind, haben wir ja bereits geschrieben.
Wir können aber auch noch mehr!
Heute gings nämlich nicht nur zum sondern vor allem auch auf den Cotopaxi - (Wussten Sie schon: der Cotopaxi ist der höchste noch aktive Vulkan mit einer Höhe von 5.897 Metern)
Ich meine Zugspitze kann ja jeder! Damit geben wir uns doch nicht ab!
Und wie ja jeder Alpinist weiss, sind die Morgenstunden die schönsten auf dem Berg - frei nach Christophs Lieblingsmotto "Der frühe Vogel kann mich mal..." . Aus diesem Grund klingelte der Wecker heute morgen um 06.00 Uhr  und um 06.30 Uhr verliessen wir bereits unser Appartment und erlebten den ersten Schreck: auf den Strassen war mehr los als am Tag, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Schule hier schon um 07.00 Uhr anfängt und der Latino dann auch gleich zur Arbeit geht.
Bepackt mit all den Sachen, die uns der Touroperator wohlwissend und gut gemeint aufgeschrieben hat - ich glaube, der sah uns an, dass wir nicht sie Sportlichsten sind - bestiegen wir unseren Jeep samt Fahrer José.
Ich wollte ja nen Auto mieten und alleine zum Berg fahren - diese Idee wurde allerdings nicht einmal mehr kommentiert, sondern nur mit einem entnervten Kopfschütteln abgetan.
Der Weg aus dem erwachenden Moloch Quito heraus war ganz prima - ist wie in Berlin: man muss sich nur antizyklisch zum Berufsverkehr bewegen.


the hills are alive
 Und nach wenigen Minuten waren wir bereits auf der PanAmericana, die ich mir allerdings ganz anders vorgestellt hatte.
Hier sah es eher wie in den Alpen aus: grüne, satte Wiesen mit Kühen darauf und ringsum die ganzen Berge - nur Heidi oder Typen in Trachtenhosen fehlten!

Am Eingang des Nationalparkes Cotopaxi stand dafür eine junge Dame mit dem traditionellen Hütchen inklusive Pfauenfeder und wollte mit ihren ganzen selbstgemachten Alpacaklamotten mitgenommen werden.(mitnichten war´s eine junge Dame, ganz im Gegenteil, aber Dicki hat nur auf´s Hütchen geguckt) Und da sowohl wir als auch der José nette Menschen sind, haben wir die Dame dann auch mitgenommen.
Ihr Hütchen wollte sie mir allerdings als "Wegezoll" nicht vermachen...
Fünf Kilometer standen zwei reizende junge Latinos am Wegrand, die auch zur Arbeit in den Park wollten - auch die wurden mitgenommen.

Lektion gelernt: in Equador ist man hilfsbereit und nimmt die Leute vom Wegesrand mit.
Lektion zwei: jeder darf Hütchen tragen, aber nur die Damen auch einen mit Feder.
Lektion drei: ein langer Schlüppi gehört in jedes Gepäck, denn beim ersten Aussteigen war es doch schon empfindlich kalt, obwohl wir doch schon alle Klamotten übereinandergezogen hatten.
Ist aber gar nicht schlimm. So weiss man wenigstens nicht, ob es nur kalt oder auch einfach nur viel zu hoch ist. (Das ist dann irgendwann auch egal)


Aber der Blick auf den Berg entschädigt selbstverständlich für alles! Und heute haben wir auch verstanden, warum Rentner so viele Bilder von den Bergen machen: auch ich musste den Cotopaxi aus allen Perspektiven (und aus jeder nicht nur einmal) fotografieren - freut Euch auf den Dia-Abend!

 
 

Der letzte Parkplatz ist auf einer Höhe von 4.500 Meter und Jose hat uns hier erbarmungslos aus dem Auto gescheucht: schliesslich hatten wir ja die Bergsteiger-Tour zum Refugio auf 4.850 Meter gebucht.
Und bezahlt ist bezahlt!
Dafür gab es aber tolle Tips: Eincremen nicht vergessen wegen der Sonne, alle 5 Minuten Wasser trinken und wenn es einem noch kälter als es ohnehin schon ist, wird, liegt das nicht an der Temperatur sondern an der Reaktion des Körpers auf die dünne Luft - wichtig: jetzt ganz schnell nen Schokoriegel essen, damit man nicht umkippt! (Es mag auch daran liegen, daß sich meine sportlichen Betätigungen darin erschöpfen, auf meine Vespa zu steigen) 
Der einstündige Aufstieg zur Hütte war kein Vergnügen - ich erspare Euch an dieser Stelle Details wie das schnaufende Atmen, das an eine Dampflok erinnert, oder die geheimen Wünsche nach einem Urlaub am Strand....

angekommen....
Aber wenn man oben angekommen ist, dann ist es schon ein super Gefühl! Ich möchte allerdings nicht das Gefühl ausprobieren, wie es ist, wenn man ganz oben angekommen ist.....ich kann sehr gut auch mal verzichten.

So, mir wird gerade angedeutet, dass ich für heute genug von mir gegeben habe. Den Rest des Tages überlasse ich dann wohl Christoph.


Super Gefühl, wenn man oben angekommen ist, soso. Bei 4810m fühl´ ich gar nix mehr außer dem Bedürfnis, diesem Land mal bitte zu zeigen, wie man Gondeln baut.
Der freundliche Herr gestern im Reisebüro meinte ganz nebenher: "Der Parkplatz ist dann auf 4500m. Danach ist´s bis zur Hütte gar nicht mehr weit, nur noch 300 Meter hoch. Haben Sie Handschuhe dabei?" Ja klar haben wir Handschuhe dabei, wir sind ja auf dem Weg an die Karibikküste. Wasserdichte Fleecejacken hat er uns dann auch noch angeraten. Sowas habe ich noch nie besessen.
Dennoch gab ich dem Berg eine Chance und was soll ich sagen?
Er hat sie nicht genutzt. Von unten sah alles toll aus, und dann guckt man von oben runter. Ich steig so schnell nix mehr hoch.

Ganz lustig war noch, als José auf 4000m anhielt und meinte, jetzt sei die Zeit gekommen, sich ein wenig zu akklimatisieren. 

Und übrigens ist die Aussicht vom Parkplatz aus genau dieselbe wie die 300m weiter höher nur ohne Schnappatmung und kalte Wolken um einen rum. 


Die Rückfahrt durch den Wald und die Almen war dann allerdings wunderschön, muß ich sagen.
Dicke Kühe auf fettem Gras und so, ein bißchen wie Allgäu, nur in hoch.

 

Glücklicherweise hat es auch erst angefangen wie aus Eimern zu schütten, als wir schön im Auto saßen. Fleecejacke...sonst noch was?

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