Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.



Sonntag, 18. September 2011

Im Dörfli

Gestern sind wir im Dörfli angekommen.


notre Dörfli en Champagne

unser Champagneranbauer
Das Dörfli liegt in der Champagne, mittendrin im Land und in den Weinbergen.
Natürlich ist unser Vermieter Champagneranbauer und wir wohnen über den Weintanks, Fässer werden ja kaum noch gebraucht. Gestern hat es ganz wahrhaftig nach Wein geduftet.

"Der Landwirtschaftskammer des Départements liegt daran, den Aufenthalt des Städters und die Beziehung zur Landbevölkerung zu verbessern."
Gestern wollten wir einem Exemplar der Landbevölkerung zuwinken, der saß aber nur gelangweilt am Brunnen und drehte sich eine Kippe, anstatt wohlgemut Weintrauben zu zerstampfen.

Mittagspause
Darüberhinaus wurden wir darauf hingewiesen, das alle Geschäfte (derer drei!!), nämlich Bäcker, Metzgerei und schrägerweise Blumenladen (chez Capucine) montags geschlossen seien.

Ein kleiner Supermarkt befinde sich im Nebendorf, daß ein wenig größer sei, deshalb kein Dörfli mehr (nous sommes très petit), aber auch der hätte Mittagspause, wie auch der noch größere Supermarkt (Intermarché; Intermarkt? Hmmm, im Osten sind die verschwunden) im Großdorf nebenan. Nur in der großen Stadt über die Hügel hinweg (Épernay, 25.000 Franzosen) könne man dann noch einkaufen, aber auch nicht alles.  Wer also mittags Socken braucht, muß nach Paris.

Impressionen vom Dörfli

die Huberts:der klein Francois
und der große Charles



Mairie, hintenrum die Post
 
von Dörflis umzingelt



zur Verkostung bitte klingeln

der Bus, der niemals kam

es herbstelt

Nebendörflikirchturm am Horizont
alter Wein
neuer Wein

Samstag, 17. September 2011

Dickis Nachtrag zum 16.09.

Fachwerkhäuser in Troyes: bunt...
Nachdem sich Christoph gestern so ausgiebig über das Essen ausgelassen hat (zumindest über das von ihm genossene), möchte ich doch einen klitzekleinen Nachtrag zum gestrigen Blog schreiben - nicht, daß der Eindruck ensteht, ich hätte mich an den kulinarischen Genüssen der Andouillette beteiligt (wo ich doch schon keine Blutwurst esse.)

... und schief.

Also eigentlich stand der gestrige Tag unter dem Motto "alte Fachwerkhäuschen in Troyes




...und manchmal etwas baufällig




selbstverständlich mit dem obligaten Besuch der hiesigen Kathedrale (da komme ich wohl nie drum herum und gleichzeitig lerne ich so ganz nebenbei die fliessenden Übergänge der Romanik zur Gothik - ich gebe ja zu, daß ich in der Schulzeit sehr wenig aufgepasst habe, ich musste mir ja die Füße wund tanzen...)


da sieht man doch
den Unterschied, oder...!?
Und in der Basilika St. Urban gab es die ersten Chorfenster zu sehen - wie ein Bilderbuch! Und selbstverständlich ein leuchtendes Zeichen, dass die Romanik sich an die Gothik verabschiedet hatte ....
Das frustierende daran: Christoph braucht für soetwas nicht mal den Reiseführer zu Rate ziehen.

Naja , ich wollte dann meine Fähigkeiten beim Besuch der Outlet-Mall unter Beweis stellen: Shoppen - da macht mir so leicht niemand etwas vor!

shop till you drop - wishful thinking
Weit gefehlt: Ralph Lauren hatte die Größe 48 nicht mehr vorrätig (was zeigt, daß ich genau den Standardmaßen des gemeinen Franzosen entspreche), Calvin Klein und Levis waren teuerer als in New York und für Timberland bin ich nun wirklich zu unsportlich...!
Und da Christoph in Bezug auf Kleidung - und vor allem auf Schuhe - nicht so anspruchsvoll ist (für ihn müssen Schuhe doch wirklich wasserfest und funktional sein - bei Gucci und Prada gibt es solche Attribute an Schuhe erst gar nicht!) hat er dann auch noch den einzigen Kauf im Outlet gemacht. Das ist nicht gerecht!!!!!

Aber, da es ja eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, hat er sich abends die gestern so ausführlich beschriebene Andouillette bestellt, bei der mir alleine vom Anblick und später dann beim Geruch alles verging. Ich habe mich da lieber an den zum Essen gereichten Champagner gütlich getan - und mir ging es danach wunderbar (im Gegensatz zu dem einzelnen Herren, der nach dem Genuß der besagten Wurst etwas fahl aussah und erstmalig sehr still war)
Somit schließt sich der Kreis zum gestrigen Eintrag - es wäre doch schade gewesen, wenn der Aufenthalt in Troyes nur unter dem Motto nach Klo stinkende Wurst gestanden hätte....

Freitag, 16. September 2011

Es geht um die Wurst

Zwei Dinge kann ich ja gar nicht leiden, kulinarisch gesehen, und ich eß´ ja nun wirklich alles:



Nun hat sich heute ein drittes Ding dazugesellt, vor dem mich meine Freundin Rensch aus Schöneberg schon gewarnt hatte.
Sie kann sich an dieser Stelle ein dickes "Ich hab´s Dir ja gesagt!" gutschreiben.

Ich sag´  mal so: Wenn der Römer nahe an der Cloaca Maxima gewohnt hat, dann hat er ein gewisses Aroma nicht ignorieren können. So isses auch hiermit:

Das ist die burgundische Andouillette.
Was heißt wie die entzückende kleine Tochter der Lieblingscousine aus Paris ist eine Innereienwurst der hinterhältigen Sorte. Eigentlich sieht sie ganz harmlos aus und eigentlich ist Leberwurst ja auch von Innen, von Blutwurst mal ganz zu schweigen.
Hat man sie vor sich, ist sie ganz kross gegrillt und appetitlich anzuschauen, nur leider wird der ganze erste Eindruck zunichte gemacht, sobald man reinsticht. Ich hab gedacht, ich sitz´ im Dachsbau, oder was, mit verdauungsgestörtem Dachs.
Gott sei Dank gab´s Senf und so hab ich die tolle Wurst unter Senf bestattet. Die Hälfte ging, dann war´s wirklich aus.
Die Dame am Nebentisch (angelsächsisch) sah sich immer so komisch in unsere Richtung um. Die dachte wohl, ein gewisser jemand hätte gepupst. Nene, die essen hier sowas.
Lustigerweise fragte der Kellner, ob wir denn gute und einfache Restaurants in Berlin wüßten, er sei am nächsten Wochenende zum Marathon da. Wir haben ihn zu Curry 36 geschickt. Da kann er dann mal sehen....


Auxerre - Fontenay - Troyes

Gestern haben wir Burgund verlassen und uns auf den Weg in die Champagne gemacht. Zuvor mußte sich Dicki allerdings noch kulturhistorisches gefallen lassen, nämlich die Altstadt von Auxerre

Und noch ein Stadttor!
und die Abtei von Fontenay. Auch hier war die Fahrt durch die schöne Landschaft ebenso interessant wie die Ziele selbst.

Fontenay: außen
recht verschwenderisch...
...und innen ganz
spartanisch (wie bei uns daheim)















Die Mönche leben in Askese und die
Tauben haben ihren eigenen Turm
 - ist das gerecht?
Troyes ist unser erstes Ziel in der Champagne und schon hat sich unser Alkoholkonsum modifiziert, wollen wir doch vom doofen Burgunderwein nichts mehr wissen, sonder kippen nur noch Schampüs. Gestern Abend hat uns ein entzückender junger Mann im Restaurand darauf hingewiesen, daß man hier auch zu Leberwurst und Kalbssülze durchaus Champagner trinken kann.
"Also Weißwein bieten wir hier nicht an, den müssen wir importieren." (will sagen, aus dem Süden, also Südfrankreich, Burgund und so.....!)

Und Brigitte (die Fassbaender) singt - Dicki darf ja nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=45-TXTYUEIA

Mittwoch, 14. September 2011

Autun - Vézelay

Heute ganz unter dem Motto: burgundische Romanik.
Das jüngste Gericht
Wir haben in Autun ganz ergriffen den Tympanon der Kathedrale geschaut und sind darob fast fromm geworden.

Autun liegt auch sonst ganz hübsch in der Landschaft.

Déjeuner sur l´Herbe
Danach fährt man durch Le Morvan, ein Mittelgebirge mit Laubwaldbestand, in dem mittendrin schöne Weiden zum Picknick einladen. Man kauft im Supermarkt zwei kleine Käse und eine kleine Auswahl Pastete und hofft, daß man sich nicht in einen Kuhfladen setzt.

Die Basilika von Vézelay zählt zum Unesco-Kulturerbe.


Hier hatten wir auch unsere Begegnung der Dritten Art mit der Weinverkäuferin á la francaise.
"Guten Tag."
"Bonjour, was kann ich für Sie tun?"
"Wir hätten gerne Weißwein, ne?"
"Welcher soll´s denn sein?"
"Na, für Schorle."
"Raus!!!"


Naja, ganz so schlimm war´s nicht. Es lief eher so ab:
"Guten Tag."
"Bonjour, was kann ich für Sie tun?"
"Wir hätten gerne Weißwein, eher trocken."
"Soll er eher fruchtig sein, oder nicht so süß oder eher mit Säure?"
"Ja...."
"Dann empfehle ich Ihnen einen Chablis."
"Kann man den auch kosten?"
"Selbstverständlich." (holt Flasche aus dem Kühlschrank, gießt drei Gläser ein)
"Aha....eigentlich ganz......."
"NEIN, den kann man ja gar nicht mehr anbieten. MARIE-FRANCE, kommen Sie mal, der Wein ist umgekippt, une catastrophe!!!"
"Also, ich fand´s eigentlich gar nicht so....
"Aber nein, der hat ja gar keine acidité mehr, der ist ja völlig platt."
"So ein bißchen wie Essig?"
"Na GANZ so schlimm dann doch nicht. Ich kipp´ den erstmal weg."
Im Weinladen von Marie-France und Marie-Claire fanden wir uns in einer loriotesken Situation wieder. Zum Trost mußten wir dann sechs Flaschen kaufen und danach Abendessen. Allerdings haben wir davor einen Spaziergang gemacht!
Menu du soir:
Jakobsmuscheln mit geschabtem Parmesan, bzw. Schnecken und Pilze im Teigwickel. Danach Lammcarrée mit Gemüse bzw. gefüllten Hasenspeckwickel. Dazu einen Henry de Vézelay, Pinot Noir. Auf Dessert haben wir verzichtet.
Zimmer mit Aussicht

Dienstag, 13. September 2011

Chalon-sur-Saone - Louhans - Tournus - Cormatin - Cluny - Marmagne


St. Phillibert will heute
auch keiner mehr heißen
 Ein langer Tag und immer mußte Dicki fahren. Nach Louhans hat man gesollt, weil da so hübsche Häuser über Laubengängen stehen. Naja, meine Freundin Rensch würde sagen, der Ort sieht eher benutzt aus. Dafür kann man an jeder Ecke lebende Bresse-Hühner kaufen, ist ja auch was wert. Weil´s auch noch nieselte, haben wir sogar auf ein Beweisfoto verzichtet, auch vom Huhn.

 In Tournus allerdings war´s dann wieder pittoresk. Romanische Basilika auf Hügel.






Wer aufgegessen hat, bekommt Nachtisch
Was eß´ ich bloß? Natürlich alles.
Und natürlich Mittagsgericht.

Unsere neue Immobilie ist hier zu sehen.

Dicki ist von dem Plan abgekommen, einen Weinberg zu kaufen. Diese Arbeit will sich ja wirklich keiner antun. Deshalb werden wir mit einem Chateau aus dem 17. Jh. vorliebnehmen. Alle unsere Freunde und Bekannten sind herzlich eingeladen, als unterbezahltes Gesinde unter dem sehr hübschen Schieferdach zu wohnen.
Das Betreten der Gärten wird nicht so gern gesehen,
Der Rasen ist bitte nicht zu betreten

Lieferant und Endverbraucher

es sei denn zur Gänsejagd.
Oder sind das Enten?


Keene Schuhe,
aber feudal wohnen wollen






 In Cluny wollten wir eigentlich die Reste der Klosteranlagen besichtigen, aber plötzlich verließ uns der Bildungsdrang, was sofort mit einsetzendem Platzregen bestraft wurde.
Auf der Suche nach Obdach sind wir jetzt Im Jottwede von Mittelnordburgund gelandet. Hier steigen Fernfahrer ab, denn die Käseplatte ist phänomenal.





a bientot

Der heutige Blog ist übrigens meinen MitarbeiterInnen in Alt-Moabit gewidmet - Sie wissen schon wofür... - liebe Grüsse vom Chef.

Montag, 12. September 2011

Dijon - Beaune - Chalon-sur-Saone

Von Dijon aus kann man eigentlich in einer Stunde über die Autobahn in Chalon sein, nicht aber wenn man durch die Weinberge fährt. Weil wir sehen wollten, wo die ganzen Leckereien herkommen, haben wir den Umweg gewählt. So gondelten wir offenerweise durch Weinberge, an Wäldchen und Äckern vorbei in Richtung Beaune.
am Hang hinter Meursault,
in Hintergrund schon das Jura

 Andreas möchte jetzt einen Weinberg kaufen, selbstverständlich nur wegen des Schlösschens, aber auf Sri Lanka wollte er ja auch eine Teeplantage kaufen. Zugegebenermaßen kommt man bei näherer Betrachtung schon ins Grübeln, ob ein Umzug nach Lottogewinn nicht eine gute Idee wäre.

neue Immobilie
fröhlich im Weinberg









Vom guten Essen am Abend:
als Vorspeise verlorene Eier in Rotweinsauce für C. und Entenstopfleber auf Lebkuchenbrot für A. Danach Fröschchen in Butter und Petersilie geschwenkt für C. und Entenbrust mit Rotbeerenreduktion für A. Dazu einen leichten Weißwein aus der näheren Umgebung. Zum Schluß eine Weichkäseauswahl. Guten Appetit und gute Nacht.