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Mittwoch, 8. September 2021

Ferrara

 Zwei Tage Berge gucken halte ich für absolut ausreichend. Von unten guckt man hoch und von oben guckt man runter. Die Provinz Trient ist zwar sehr schön, aber Gebirg fand ich schon immer langweilig. Wenn man eh durch muss kann man allerdings auch anhalten und sich über die Geranien aufregen. Zum Glück gab‘s Müller-Thurgau.

Damit ist jetzt leider Schluss. Mit Bergegucken, nicht mit Müller-Thurgau, denn zum Glück beginnt die Renaissance.



In Ferrara hat sich die Familie Este eine Burg bauen lassen. Im Erdgeschoss noch sehr backsteinig, sind die Decken und Wände im piano nobile sehr hübsch geworden. 






Unten war egal, da wohnten die Soldaten und Köche usw. 




Für Herzogs gab eine Orangenhainloggia.








Der Dom wird renoviert, weil durch Erdbeben beschädigt. Das kann noch dauern.








Zur Belohnung gibt’s am Abend ortstypisches Süppchen.






Salute


Windelhöschen


 Heute Morgen gibt es noch einmal lecker Frühstück beim Weinbauern…leider ohne Wein, denn wir müssen ja noch fahren. Dafür sind wir wie immer die letzten - alle anderen sind schon mit ihrer  Multifunktionskleidung auf dem Weg den Berg hoch, während wir noch das leckere selbst gebackene Brot genießen.


Wir hätten uns auch gerne noch länger Zeit lassen können: in Trient findet nämlich heute der letzte Teil der Tour des Alps statt. Da fahren Herren mit ihren engen Windelhöschen den Berg rauf und runter und heute  zum Abschluss verstopfen sie Trient.





Ist ja nicht schlimm, soll ja jeder machen was er will. Nur leider hat man dafür die ganze Stadt gesperrt und somit ist der Weg vom Berg runter auf die Autostrada versperrt. Selbst die junggebliebenen Rentnerinnen, die mit ihren Rädern  unterwegs sind, werden nicht in die Stadt gelassen. Dabei sollte es doch Solidarität unter Bikern geben
.



Naja meckern hilft nichts, da heißt es geduldig und sehr standhaft sein - schließlich haben wir ja die erste Kiste Wein im Auto und es wartet sich doch mit einem Gläschen Müller Thurgau viel angenehmer. 

Irgendwann werden wir belohnt und es geht via Autostrada nach Ferrara

Dienstag, 7. September 2021

Rücksicht

 


Der aufmerksame Leser unseres Blogs wird sich sicherlich gestern darüber gewundert haben, dass es zum Abendbrot Wein aus der Tasse gab. Das liegt daran, dass der freundliche Jungwinzer, dem der Weinberg und die Unterkunft im Weinberg gehört, gestern Abend mit Frau und Kind beschäftigt war. Wir wollten das Familienidyll nicht stören und haben den Wein halt aus der Tasse geschlürft.


Heute sind wir nicht mehr so rücksichtsvoll und haben jetzt echte Gläser und verkosten den Wein, der vor unserer Nase wächst…. Ich schmecke selbstverständlich die Mineralien und den Schieferboden, auf dem wir sitzen!
Da ist kein Schieferboden. Nirgends.

Morgen geht es wieder hinab ins Tal und weiter in Richtung Toskana - da gibt es dann auch wieder Essen im Restaurant. Aber ich wollte ja unbedingt uffn Berg und in die Natur! Das hat man nun davon!

Montag, 6. September 2021

Im Wein mit Wein


Bozen fanden wir gestern ja nicht so spannend und heute auf dem Berg stellt man sich bang die Frage: sollen wir den Abstieg runter ins Tal wagen…? Ok, es ist kein Abstieg zu Fuß sondern die Fahrt mit dem Wagen durch die vielen Weinstöcke und die Natur - aber wir als Städter haben da schon ein wenig Respekt.


Naja die Entscheidung fiel dann pro Städtchen: runter nach Trient - zurück in die Zivilisation! Zivilisation und Trient sind nicht wirklich zwei Begriffe, die man als Großstädter in einem Atemzug nennt
. (Ich bin natürlich ganz anderer Meinung) Aber wir sind ja im Urlaub und wollen Entschleunigung und Kultur (natürlich in Verbindung mit leckeren kulinarischen Highlights). 








Belohnt wird man mit nem Dom, der Kathedrale San Vigilio heißt, einem Domplatz mit Brunnen (und lecker Eisdiele) und mittelalterlichem Stadtbild









Aber am wichtigsten: es gibt ein Lädchen, wo wir uns für den Abend eindecken - mit Schinken, Käse, Oliven und natürlich einem ordentlichen Weinchen. So können wir nach dem Stadtbummel beruhigt zurück auf unseren Weinberg fahren und müssen nicht mehr raus (oder runter). 



Heute gibt es Picknick-Dinner auf der Terrasse - im Wein mit Wein! 

Glücklicherweise gibt’s ja im italienischen supermercato immer eine schöne Auswahl Limoncello oder Tertapackweinchen. Sogar Henkellpiccolosixpack wird angeboten.




Und was hat der dicke Onkel im Täßchen? Kamillentee?

Mitten im Weinberg


Nachdem wir es dann gestern doch noch irgendwann über den Brenner geschafft haben, hatten wir den wirklich erlebnisreichen Teil des Tages noch nicht hinter uns. 



Wir haben ja ein Zimmer mitten im Weinberg gebucht… fernab der Zivilisation, weit weg von andern Menschen, aber auch weit entfernt von der Straße, die nirgendwo mehr verzeichnet ist. So eiert man also von Trient aus auf den Berg, verfährt sich mehrere Male und steht dann plötzlich zwischen ziemlich vielen Weinreben. 



Rechts die blauen  und links die grünen Trauben.




Furchtbar romantisch, sehr einsam und sehr still - herrlich. 

Nur leider gibt es im Weinberg keine Restauration, so dass man den Berg wieder runter muss, um dem Nahrungsengpass entgegen zu treten. Sind ja nur 30 Minuten über wild geschwungene Straßen bis man die erste (und weit und breit einzige) Trattoria findet. 


Scheinbar finden sich hier alle ein, die am Sonntagabend nicht mehr kochen wollen oder nicht vorgesorgt haben. So wartet man erst einmal 40 Minuten auf einen freien Tisch und dann nochmals ne halbe Stunde auf die Pizza. Ist aber nicht schlimm, denn alle sitzen ja mit Bella figura und nem Gläschen Weißwein rum. 

Nachdem dem Essen geht es dann wieder den Berg rauf …. Aber: alles Öko und fruchtbar nachhaltig!

Sonntag, 5. September 2021

Kolonnenverkehr

Reisen bildet ja!

Man lernt neue Kulturen kennen, sieht tolle Landschaften, probiert leckeres Essen aus und erfährt, was Blockabfertigung und Kolonnenverkehr ist. 

Wenn man  aus München kommt und über die Alpen möchte, nimmt man den Brenner.

Vor ein paar Jahren sind wir mal die alte Brennerstraße gefahren. Da spart man die Maut, ist aber stundenlang unterwegs. 

In diesem Jahr war schon die Autobahn rund um München voll: nach den Ferien fahren alle in den Urlaub, die keine schulpflichtigen Kackbratzen haben - und die Rentner.


Aber der Stau um München ist nur die Einstimmung auf den Brenner, der ist nämlich wegen Überlastung nur im Kolonnenverkehr zu passieren. Kolonnenverkehr heißt, dass immer nur  eine bestimmte Anzahl an Autos fahren darf. Der Rest wartet (mehr oder weniger) geduldig auf die nächste Kolonne. Der Vorteil erschließt sich mir noch nicht… aber Google sagt, wir stehen hier noch mindestens ne Stunde… da kann ich mal im Nachbarauto nachfragen
.

Samstag, 4. September 2021

Glitter nach takeoff


Eigentlich wollten wir ja nach Georgien und Armenien, aber jetzt sind wir auf dem Weg in Richtung Toskana - gleiche Richtung, nur sind wir etwas früher südlich abgebogen. 


Damit wir auch im Carl-Gustav das glamuröse Business-Class feeling bekommen, gab es ein modisches Accessoire … edler Schick mit erstaunlichem Nutzen: man hat das Lenkrad auch bei Tempo 200 fest im Griff …. 

Glitzernd und glimmernd, da braucht man nicht mal mehr die Lichthupe!









Und so waren wir auch schon kurz nach dem takeoff in Putzbrunn … dem weltbekannten Vorort von München. 

München möchte ja sehr weltmännisch sein und so darf auf der Speisekarte etwas Veganes nicht fehlen. 

Aber Bayern wäre nicht Bayern …. Vegan gibt es immer nur freitags! Gott sei Dank ist heute Samstag !