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Donnerstag, 13. September 2012

Aug´ in Aug´ mit dem Stier

Wir sind ja seit Tagen an der Costa Verde unterwegs und haben schon viel gelernt: die vielen Apfelbäume hier sind nicht dafür da, als Grundzutat für den leckeren Apfelmus vom Onkel Hipp zu dienen sondern sind für den noch viel leckeren Cidre gedacht.
Anfangs schmeckt das Zeug ja so ein wenig ranzig mit käsigem Abgang - aber da gewöhnt man sich schon dran.
Und ganz besonders schmackhaft ist der Cidre natürlich, wenn er auf die hiesige Art ins Glas eingegossen wird - naja gießen würde ich das nicht nennen. Es ist vielmehr ein einschenken, bei dem Glas und Flasche mindestens die anderthalbfache Armlänge voneinander entfernt seien sollten. Aus dieser Entfernung heraus wird der Apfelwein ins Glas geplätschert. Der Sinn dieser Prozedur: Anreicherung mit Sauerstoff - will heißen danach bitzelt der Wein im Glas viel schöner.

Unseren jungen - äußerst attraktiven - Kellner heute beim Abendessen habe ich leider nicht fotografiert, dafür gibt es aber dank der Wolke ein der Realität nahe kommendes Bild, das den Eindruck dieses Einschenkens wiedergibt. 

Und da bei diesem Vorgang die Hälfte immer daneben geht, ist der Boden um einen herum so richtig schön klebrig! 
Und ich möchte nicht wissen, wie die Schuhe abends aussehen!!!

Aber eigentlich wollte ich ja von unserem heutigen Vormittagserlebnis berichten: die Gegend hier ist wunderbar grün und wir haben schon des öfteren gedacht, dass wir auch im Allgäu sein könnten - das Allgäu mit direkten Meeranschluß.
Grüne Wiesen und (fast) schneebedeckte Berge - da fehlt nur doch die asturische Heidi


Seit wann kommt denn die Heidi aus dem Allgäu? Nicht mal die Geierwally kommt aus dem Allgäu.
Aber ich schweife ja schon wieder ab....
Auf unserem Weg an der Küste entlang wollten wir mal wieder ein wenig spazieren gehen und fanden einen als landschaftlich reizvoll ausgeschilderten Weg zum Faro - Leuchtturm.
Kann ja nischt schaden, mal nicht immer nur in Kirchen und Museen rumzulaufen, sondern auch einmal durch die herrliche Natur zu wandern- und vom ausgewiesenen Leuchtturm aus hat man bestimmt einen wunderbaren Blick übers Meer.
Wenn man denn den Leuchtturm findet ... wir standen nämlich irgendwann diesen beiden ausgewachsenen Prachtexemplaren gegenüber:

Die bimmelnden Kuh mit ihrem nasenberingten Macker.
Ein so hübscher Anblick.....wenn da nur nicht diese Hörner und der grenzdebile Blick der beiden gewesen wäre. Und ich bin mir nicht sicher, ob die wissen, dass ich im Grunde meines Herzens ein totaler Gegner des Stierkampfs bin.

Wir haben uns gegen weitere Annäherungen entschieden und den geordneten Rückzug - ohne Blick vom Leuchtturm - entschieden.

War vielleicht besser so, denn auch wenn wir eine super Reisekrankenversicherung haben, möchte ich meinem Chef und meinen Mitarbeitern doch nicht erklären müssen, dass ich von einem Bullen auf die Hörner genommen wurde. 

Mittwoch, 12. September 2012

Immer nur Sonne


ist auch nicht schön. 

Deshalb haben wir seit gestern Regen: mal mehr - mal weniger - mal Niesel - mal Sturzregen.

Ist aber nicht schlimm, denn ICH habe die entsprechende Kleidung dabei, was man von Christoph nicht sagen kann. Aus diesem Grund hat der auch immer dasselbe an....
Ich hab nicht immer dasselbe an, ich hab immer das Gleiche an. Gell?
Klugscheisser!
Ich kann nichts dafür, daß ich deutsch in der Schule hatte.

Super, so geht das nun schon seit fast 15 Jahren .... ich erwarte Anerkennung für meine Ausdauer und meinen Gleichmut!
Manchmal kann ich alte Ehepaare verstehen, bei denen der eine immer nur noch "...ja, ja..." sagt.

Naja, eigentlich sollte das ja auch gar nicht Inhalt dieses Eintrages sein - aber ich schweife ja so gerne und schnell mal ab. So, ist das halt in meinem kleinen Köpfchen: ein Gedanke hier und schwups schon ein Gedanke dort.

Ach, es hat Gedanken...

Seht Ihr!!!! Da kann man ja gar keinen klaren Gedanken fassen - jetzt sind wir jedenfalls in einem Kaff namens Llanes angekommen. 
Da regnet es auch, aber der furchtbar nette Hotelier hat uns schon Restaurants für das Abendessen empfohlen - somit ist die Aussicht auf einen gelungenen Tagesausklang gegeben.


Heute Mittag waren wir in Santander (was ich sehr gerne anders ausspreche als es in Spanien üblich ist und ich somit jedesmal eine Kopfnuss ernte - was wiederum meinen platten Hinterkopf erklärt - was wiederum ..... na ja, lassen wir das)

Und da Christoph heute die Macht über das Steuerrad hatte, durfte/musste er auch einparken: das war nicht schön! Aber immerhin hat es schon nach dem dritten Versuch geklappt und es gab auch keine Beule! 
Leider hat sich die ganze Mühe nicht gelohnt. Zu sehen gab es in Santander nicht viel (schon wieder falsch betont). Dafür aber - auch schon wieder - lecker Tapas.

Also ging´s relativ schnell wieder zurück auf die Strasse und mittlerweile haben wir - auch schon wieder - die Provinz in Richtung Asturien gewechselt. 

Da sieht es aus wie ne Mischung aus Irland und Schottland: überall grün und leicht behügelt.
Und: es regnet immer noch. 
Da ich ja in den letzten Tagen keine Gelegenheit bekommen habe, mir neue Schuhe zu kaufen, musste ich heute durch den Regen in den alten Segelschuhen laufen und habe jetzt nasse Füße, die auch noch blau verfärbt sind. Glücklicherweise sind die Füße nur wegen des färbenden Leders und nicht wegen drohender Erfrierungen blau.

Jaja, gleich kaufen wir pelzgefütterte Gummistiefel.

So werde ich seit Tagen hingehalten: und bei jedem Schuhladen heisst es dann "...nur noch diese Kirche, dann darfst Du...." und am Ende hat er mich mit der ganzen Kultur müde bekommen und ich habe immer noch nichts anzuziehen!

Aber ich gebe zu, Santillana del Mar... war ein hübsches mittelalterliches Dörfchen und historischem Kopfsteinpflaster. 

Nur am Meer lag´s nicht, dabei wollte ich doch an´s Meer.

Aber es gab hübsche Granien und gekehrt war auch - ist doch auch schon was!

Und als Abschluss gibt es heute einen Gruss an Gregor:

kein John Deere - und auch kein wirklicher Traktor
aber vielleicht gefällt es trotzdem!

Dienstag, 11. September 2012

Nachtrag

...oder Vortrag - denn wenn ich jetzt diesen Post einstelle, dann erscheint dieser ja vor dem letzten Eintrag. Ist das dann ein Vortrag, der sich zeitlich gesehen als Nachtrag entpuppt......
Ihr seht, auch im Urlaub gibt es wirklich schwerwiegende Dinge, über die ich mir mein Köpfchen zerbrechen kann.

Also: Die Atlantikküste ist wirklich prima - mich interessieren ja dabei meist die Menschen mehr als die Landschaft. Da gab es z.B. die alte Dame auf der Promenade von Zarautz (das ist die, auf der Christoph ungebügelt rumgelaufen ist und die Surfer beobachtet hat).
Diese Dame war ungefähr 150 Jahre alt, sass aber ganz erhaben in Ihrem elektrischen Rolator: schicke Bluse, Haare fein gemacht und dezenter Lippenstift.  Geht doch - Prima! (siehe auch weiter unten)

Das beste: Ihre Sonnenbrille. Ein Riesenmodell , dass vom Rest des Gesichts nichts mehr viel übrig ließ (somit kann ich über den Rest der Schminke leider nichts schreiben). Uns stellte sich die Frage, ob das das neuste Brillenmodell aus Gucci-Kollektion 2012/13 ist oder es sich eher um das antike Modell aus der spektakulären Sommerkollektion von YSL 1939 handelt.

Leider gibt´s hier kein Bild.

Dafür gibt es ein Bild von der jungen Dame, die auf die Mutterpflichten (und selbstverständlich auch -freuden) durch die praktische Anwendung des Kinderwagenschiebens vorbereitet wird - selbstverständlich mit dem Modell, dass bereits seit Generationen hierzu genutzt wird.
Aufrechter Gang, die Haare schön und mit dem nötigen Ernst bei der Sache - sehr schön!!!
Ferner gibt es die Jungs vom hiesigen Baywatch - bei denen mich (selbstverständlich) nur interessierte, über was sich die Herren so angeregt unterhielten und was der im Bild linke Herr denn mit seinen armen Zehen gemacht hat?
Müssen in dem Spanien die Ertrinkenden mit den Zehen aus dem Wasser gezogen werden?
Aber auch hier: T-Shirt (von mir unbekanntem Mode-Label) ist gebügelt und die Frisur sitzt. 
Über das Käppchen reden wir mal nicht.


Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, dass ich nur an Äußerlichkeiten interessiert bin! Nein, nein, nein!

Weltkulturerbe ist auch wichtig. 
Und da Christoph ja mit Staunen beschäftigt war (und immer noch wäre, wenn ich ihn nicht irgendwann von seinem neuen Lieblingsspielzeug weg gelockt hätte) , hatte ich genügend Zeit, mich um die wirklich wichtigen Dinge dieser Anlage zu kümmern: Die Rentner von der MS Deutschland, die gerade auf Landausflug waren.
Alle mehr oder oftmals weniger (hübsch) zurecht gemacht und mit grimmigen deutschen Gesichtsausdruck.
Ist schon eine große Last , die auf den Schultern solcher Reisenden liegt - wurden vor einigen Wochen noch die jungen, knackigen Athleten der deutschen Olympiamannschaft von England nach Deutschland geschippert, so dient dieses in die Jahre gekommene Gefährt wieder den in die Jahre gekommenden Rentnern.
Also, ich bin der Meinung , dass hier ein wenig mehr Begeisterung und Mut zur Farbe angebracht gewesen wäre. 
Ist doch auch eine hübsche Idee, dass es künftig bei Landausflügen von Kreuzfahrtpassagieren ein einheitliches Outfit im Sinne der Olympiamannschaft beim Einmarsch ins Stadium gäbe

Hier könnte der entsprechende Pressetext auch ganz einfach abgewandelt werden: 
Die deutschen Teilnehmer, angeführt von Fahnenträgerin und Hockeyspielerin Heide Keller, traten in weißen Hosen und Schuhen, etwas seltsamen Hüten und bonbonfarbenen Wendejacken auf: die Herren in hellblau, die Damen in pink. Die hätten vom Stil her auch auf die Skipiste gepasst. Man merkt, dass Designer Willy Bogner Experte für Wintersport ist

Ach, ein wunderbarer Gedanke..... an den Gesichtsausdrücken müssten wir allerdings noch ein wenig arbeiten...


So, jetzt sitzt mir die Tagesplanung schon wieder im Nacken: Wir müssen umziehen und da nur ich Koffer packen kann/muss/sollte/darf, muss ich mich kümmern.

Donostia - Zarautz - Ea - Bilbo

Was sich anhört wie drei böse Schwestern (und Bilbo) aus dem verschollenen vierten Buch aus "Der Herr der Ringe" (wir erinnern uns: ungeduschte Männer reiten von links nach rechts) war tatsächlich unsere heutige Reiseroute.
Die Belle Époque haben wir in San Sebastian hinter uns gelassen und sind einen Strand weiter gefahren. Zarautz ist eher von rustikalem Charme, dafür kann man aber auch in ungebügelten Klamotten an der Promenade flanieren. Surfer gibt´s auch hier zuhauf und denen kann man am besten beim Café con Leche dabei zuschauen, wie sie ins Wasser fallen.


Wir merken: die erste Surfstunde besteht darin, an Land nicht vom Brett zu fallen.
Dann geht´s ins Wasser und man lernt, auf dem Brett zu liegen oder zu sitzen.



Dann gibt´s noch die ganz coolen, ohne Neopren aber mit Mützchen. Die dürfen dann auch paddeln.

hübsch altmodische Umkleidezeltchen
Dicki will nicht surfen lernen. Ich glaube, er hat Angst. Wegen der Frisur, oder weil er nicht ohne fremde Hilfe in den Anzug kommt. Mir ist sowas egal. Ich kann dann ja schon Baskisch und frag´ einfach einen der vielen hilfsbereiten Surflehrer um Beistand.
Man kann auch an der rauhen Küste spazieren gehen, falls einem der Atlantik zu kalt ist.

Rauhe Küste gibt´s hier viel, aber auch hübsche Almen und kleine Bergdörfer mit schrägen Namen. Ea liegt am Meer, aber auch in den Bergen und außerdem hört da die Straße auf. Weil Ea so klein ist, hat es leider nur einen kleinen Strand.


Aber auch da bitteschön den Müll trennen. Außerdem hat klein Ea ein klein Brückchen, immerhin aus dem Mittelalter.
Auch im Dorf wird Müll getrennt. Und weil rund um Ea so viele Apfelbäume wachsen gibt´s den mittäglichen kleinen Apfelwein schon für einen kleinen Euro.
Der Höhepunkt des Tages war allerdings eine Brücke der besonderen Art, die gibt´s nämlich nur hier und ich wollte schon immer mal hin: der Welt letzte funktionierende Schwebebrücke.


Tja, werden sich manche denken, wer sonst nix zutun hat, der kann verreisen und Schwebebrücken gucken. Stimmt :-). Für nur 35 Zents kann man ein Unesco-Weltkulturerbe benutzen. Haben wir sonst noch nie erlebt, wo doch alles so teuer geworden ist. Dicki hat mir dann verboten, eine Zehnerkarte zu kaufen dabei wäre doch gerade das ein kluges Schnäppchen gewesen. Icke sitze die nächsten Stunden glücklich in einer Gondel und er geht Schuhe gucken.  

                                                                
von oben auch schön

Und weil der Tag so schön war, hat Dicki einen Grußerker bekommen, wo er sich dem Volke zeigen kann. Darauf haben die Basken genauso lange gewartet, wie auf ihre Unabhängigkeit.

Hola mi pueblo!
In den Erker passen zwei Stühle und ein kleiner Tisch, der gerade so für die Zwischendurchmahlzeit ausreicht. Von unten können uns alle zugucken.
nur Käsebrot hätt´s auch getan
Ist ja ein recht amüsanter Text - der nur leider recht lange gedauert hat: Schreiben, Bilder hochladen, richtig platzieren und dabei immer mal wieder am Cidre nippen - da zieht sich so ein Post schon mal in die Länge.
Jetzt ist es schon morgen und ich muss ins Bettchen, deshalb schreibe ich heute nischt mehr - Glück gehabt!

Nischt sieht anders aus, junger Mann!

Montag, 10. September 2012

auf speziellen Wunsch.....

ändere ich ab sofort meine Schreibfarbe.....rot ist so schwer zu lesen.
Ich versuche es mal mit gold - passt sowieso viel besser zu mir.

Sonntag, 9. September 2012

Und schon wieder ein Fest

Heute morgen ging es nach den festlichen Aktivitäten des gestrigen Abends ins Baskenland. Ich hatte mich so auf Ruhe und Beschaulichkeit in San Sebastian gefreut.
Daraus wurde allerdings nischt: der Weg von Pamplona nach San Sebastian führt von der Provinz Navarra ins Baskenland - und da spricht man nicht nur baskisch sondern alle Strassenschilder sind auch auf baskisch.
Ist ja nicht weiter schlimm - jedenfalls nicht für mich - aber unser kleines Sprachgenie kann plötzlich nichts mehr lesen und versteht die Leute nicht mehr!
Super, da wurde sofort online nach dem nächsten Sprachanbieter für Baskisch-Kurse gesucht, der auch noch staatlich anerkannt ist, damit der sowieso schon so wenige Urlaub nicht auch noch dafür drauf geht.
Ich darf nicht Trommeln und Flöten lernen, aber Christoph will nen Monat eine Zsch-Laute-Sprache am Meer erlernen!

Und kaum sind wir in San Sebastian angekommen, stellen wir fest, dass es schon wieder eine ganztägige Party in der Stadt gibt - ich habe ja die Ahnung, dass die das nur machen, um uns zu imponieren!
Diesmal ist man nicht verkleidet sondern fährt Bötchen. 
Freudentaumel auf dem Wasser - man kann die Sieger
nur im Nebel der Böller erahnen
Hat man sich in einem Vorlauf für sein Dörfchen qualifiziert , so durfte man heute mit den Besten der Besten in die Bucht von San Sebastian paddeln (das haben wir leider verpasst), dafür waren wir dann dabei, als die Sieger zurück an Land kamen.

Die ganze Stadt nutzt auch dieses Ereignis zum kollegialen Besäufnis und ist mal wieder ganz aus dem Häuschen.

Da wird schon mal das Kindelein in einer Kiste, die sonst für den frisch gefangenen Fisch dient, zwischen geparkt.


Wer gerade nicht mit Feiern beschäftigt ist, nutzt den Strand direkt vor der Haustür zum Flanieren

oder liegt mit Blick auf das Casino in der Sonne (träumend vom ganz grossen Gewinn)

der letzte Schrei: Strähnchen und
Pünktchen

Die Schwestern mit den Pünktchen-Kleidern (und offensichtlich dem gleichen Friseur, der wohl eine sehr groß Freude an mehrfarbigen Haaren hat) kümmern sich derweil um das leibliche Wohl der Gewinner und basteln Fladen aus irgendeinem Teig. 


Ich habe zwei Wochen Bildungsurlaubsanspruch:
Bi aste azterketa baja erreklamazioa daukat
Google sei Dank.
Eskerik asko Google.


Wir grüßen....

unsere Freundin Rini, die es trotz Streiks mit einer Boeing der Deutschen Lufthansa nach New York geschafft hat. Wir stellen uns vor: verheulte Mutter, zwei brüllende Kinder und ein Ehemann, der sich schonmal in die Flughafenbar verzogen hat.
Always happy landings!

Zorionak, Marina, maite dugu!