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Montag, 23. Mai 2022

Gjirokastrë…


 …ist eigentlich nur 30 Kilometer Luftlinie vom Meer entfernt aber leider gibt es über die Berge keine Straßen. Oder zum Glück, denn die Fahrt ist wirklich beeindruckend und wenn man an Grapsh vorbei ist, wird die Straße auch wieder gerade.

Die Stadt liegt am Hang mit Blick ins weite Tal und die Häuser werden typischerweise mit Steinplatten gedeckt.



Die Burg steht auch schon länger. Manchmal gibt’s Folklore. Knast für die albanische Stasi war hier auch untergebracht. Die Aufarbeitung  läuft sehr schleppend.



Samstag, 21. Mai 2022

Gjipë

 



Der diesjährige Geburtstagsstrand ist der Plazhi i Gjipë. Weil Missjöh mal wieder zu geizig waren, einen ordentlichen Land Rover zu mieten, mußte der Abstieg zu Fuß erfolgen. Spazieren gehen ist ja gesund und man kann die Aussicht auf‘s Meer genießen. Außerdem bekommt man von der Architektur mehr mit. 


Hier der Enver-Hoxha-Gedächtnisbunker Nummer 2687 „Rote Fahne der proletarischen Weltrevolution“, gebaut von der Brigade „Elena Ceausescu“ aus einheimischem Qualitätsbeton. Hätte Frau C.  nicht ihr verdientes Ende gefunden, stünde sie wahrscheinlich ähnlich zerrüttet da. Der Ausblick auf die diapontischen Inseln ist allerdings unverbaubar.


Der Strand wird von jungen Leuten bevölkert, die gerne samstagnachmittags Tekkno hören, also genau unsere Bubble. Das macht aber nichts, denn die Lage ist großartig und man kann im Schatten der Schlucht ausruhen.












 

Donnerstag, 19. Mai 2022

Ksamil-Butrint

 Auf dem Weg zur obligatorischen Ruinenbesichtigung bekam Missjöh als Vorabbelohnung ein Eis. Die Vorabbelohnung ist viel besser als die Nachherbelohnung, weil der Belohnte nicht nörgeln kann, denn er hat ja schon etwas bekommen. Also kann man ihn stundenlang durch die Landschaft auf Bildungsreise schicken. Bei guter Führung gibt‘s dann doch noch Kuchen als Nachherbelohnung. Doch Vorsicht: zu viele Belohnungen fördern eine Erwartungshaltung.

Am Strand von Ksamil war wieder die Hölle los. Im Hintergrund Korfu


Die Griechen waren da


Die Byzantiner waren da


Die Venezianer waren da



Das Land der Bunker

 Von Herrn Hoxha habe ich ja bereits berichtet. Ihm ist es auch zu verdanken, dass es im Land ca. 200.000 Bunker gibt (und dass der dafür genutzte Beton für den Häuserbau fehlte) 


Überall sieht man die sogenannten Pillbox Bunker, in denen bis zu 4 Personen Platz finden - heute stehen die Dinger leer herum, verfallen oder dienen den Hühnern als zu Hause. 

Auf unserem Weg entlang am Meer gab es auch noch eine etwas größere Version - für die Kriegsschiffe zum Verstecken.


Dienstag, 17. Mai 2022

Übern Berg


Wenn man in den Süden des Landes möchte, muss man über den Llogara Pass fahren. Das heißt , es geht von Meereshöhe Null auf ca. 1.000 Meter. In Europa würde da ein ordentlicher Tunnel mit EU-Fördergeldern gebaut worden sein; oder es gäbe zumindest eine ausgebaute Straße. Aber mit der EU ist es noch nicht soweit und Geld ist keines da. 

Somit gibt es also die Bundesstraße SH8 , die sich in aller Seelenruhe sehr serpentinig zunächst den Berg hoch schlängelt, um dann auf der anderen Seite genauso serpentinig den Berg wieder runterzuführen. Eigentlich haben auch nebeneinander nicht wirklich zwei Autos Platz, was bei Gegenverkehr dazu führt, dass man in den Straßengraben ausweicht. Hui, welch eine Freude.


Aber alles ist mit sehr viel Landschaft und noch mehr grün versehen, so dass zumindest das Auge schnell entschädigt ist. 


Und oben hat man natürlich einen fantastischen Blick! 

Ich habe gelesen, dass man diese Strecke auch wunderbar wandern kann…. Aber leider ist uns ja das Konzept des Berghochlaufens und danach wieder Runterlaufens suspekt.

Naja , der Weg ist ja ganz häufig auch das Ziel. Ich war trotzdem ganz froh, dass wir nach gefühlten Stunden endlich in Himarë angekommen sind. Hier haben wir ein ganz wunderbares Hotel mit unverbaubarem Blick aufs Meer gebucht…da kann man stundenlang auf dem Balkon sitzen und aufs Meer starren oder noch besser: aus dem Bett durchs Panoramafenster in die Natur. 



Und Strand gibt es auch 😊😊


Feuerwehr

 Die idyllischste Feuerwache im östlichen Mittelmeerraum:

mit Blick auf die Bucht von Himarë und Pinienwäldchen im Hintergrund. 

Location, location, location. 



Montag, 16. Mai 2022

9,00 Euro Ticket

 Busfahren ist ja immer ein Erlebnis. Da lernt man die normalen Menschen kennen und ist mittendrin. (Ich habe mir  ja in weiser Voraussicht auf das 9,— Euro Ticket bereits eine U-Bahn-Hose angeschafft, deshalb kann ich diese nun für den öffentlichen Nahverkehr in Tirana nutzen!)

Zum Hausberg von Tirana kann man kräftezehrend laufen, sich dekadent mit dem Taxi chauffieren lassen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Auf dem Hinweg konnte ich mich noch mit der Taxi-Version durchsetzen - beim Rückweg musste ich Bus fahren….🫢


In Tirana steigt man überall in den Bus; vorne, hinten, mitte - man drängt zu den anderen Menschen ins Gewühl und gleich kommt der ca. hundertjährige Schaffner, um einem die passenden Fahrkarte zu verkaufen - kein wirklich nettes Verkaufsgespräch im Sinne von „…nehmen Sie doch eine 10-er Karte, da sparen Sie und tun der Umwelt was Gutes…“  - hier heißt es „40 Lekë, aber zackig!“

Von den anderen Passagieren möchte ich an dieser Stelle doch eher schweigen… ich überlege mir das mit der Nutzung des 9,— Euro Tickets noch einmal!!!!

Ein Erlebnis !


Auf den hiesigen Hausberg fährt man danach per Gondel und genießt den Blick auf die Stadt. 



Vaterkult


 In Tirana gibt es eine Pyramide - mittendrin und zu Ehren von Herrn Hoxha.

Herr H. war diktatorischer Führer der sozialistischen Volksrepublik Albanien, zumindest bis 1985. Dann starb er und seine Tochter gab den Bau einer Pyramide in Auftrag. Auch eine Art von Vater-Verehrung….?? 



Töchterchen hat also eine Pyramide bauen lassen, die dem sozialistischen Erbe vom Papa gerecht werden sollte - naja das Ding hielt nicht lange und verkommt nun gepflegt in bester Center-Lage. Kein Wunder, dass man mittlerweile über eine alternative Nutzung des hübschen Gebäudes nachdenkt: ein paar Designer-Büros und der Rest wird Senioren-Residenz…. Toi toi toi!!!!



Samstag, 14. Mai 2022

Dem geneigten Leser wird es aufgefallen sein: wir sind in Albanien und ich möchte jetzt keine Anmerkungen im Sinne von „…warum habt ihr denn schon wieder Urlaub …“ oder Fragen wie „… warum fährt man denn dahin…“ hören!

Frankreich im März war ja ganz schön, aber immer nur Austern und Champagner? Deshalb geht es diesmal auf den Balkan! 


Karl Gustav ist mittlerweile Geschichte und die Gewöhnung an Fiffi läuft noch - somit ging es gestern mit der lieben Lufthansa nach Tirana. 

Die Hoffnung auf post-sozialistischen Charme wird nicht enttäuscht!

Das Nationalmuseum wird gerade von außen renoviert, was sehr schade ist, denn so können wir das tolle Mosaik nicht live bewundern: 

Fast wie bei Christo: verhüllt

Sozialistische Verherrlichung: 
die Frau in der ersten Reihe
 - gut gelaunt, frisch frisiert und das Gewehr 
in die Höhe reckend,

So gehört es sich

Ein erster Spaziergang zeigt: die jungen Damen sind alle schlank, hübsch und tragen bauchfrei. Ab ca. 30 trägt die albanische Frau dann eher weite Kleider oder auch mal ganz mutig weiße Stiefeletten zum (nicht mehr ganz) passenden Mini-Rock. 

Bei den Männern ist auffällig, dass man sehr frühen Alters einen Kugelbauch unter (zu) engen T-Shirts verbirgt. Was natürlich nur daran liegt, dass die Frau zu Hause (entweder die Mama oder die Angetraute) zu viel und zu unausgeglichen kocht. Auch hier: die Frau ist schuld!

Ich verzichte an dieser Stelle auf die entsprechenden Bilder - wegen der Persönlichkeitsrechte und im Hinblick auf zartbesaitete Leser(innen). 

Ansonsten gibt es architektonische Highlights


Eine Mischung aus Tradition und Moderne


… und sehr viel Schrabbel 

verputzen wird überbewertet 


Ach…und da es hier angeblich keine Kirchen gibt…..

Nicht historisch 

dafür schön bunt 

Nachmittags in Tirana

 Am Stadiumi Dinamo war mal wieder alles zugeparkt.

Die Jungs aus Shkodra haben zwar schon dreimal verloren, geben aber nicht auf. Ein Tirana-Fan hat uns aufgeklärt und hatte ein wenig Mitleid mit den Gegnern.

Ein Leben, zwei Farben, eine Mannschaft. Viel Erfolg!