Wem der trübe berliner Herbst auf die Nerven geht, der kann in nur rund 14 Stunden auf die Südhalbkugel flüchten. Da beginnt jetzt der Frühling.
Pünktlich am 20. Oktober werden die Prilklebeblumen rausgeholt und Frühlingsherzchen gebastelt. Zwischendrin blüht´s dann auch noch farbenfroh:
Rosa-Pink geht immer, das lenkt dann von dem etwas spärlichen Rasen ab.
Man kann ja über Argentinien durchaus geteilter Meinung sein, allerdings muß ich sagen, daß es hier die weltbesten Croissants gibt, dagegen können die labbrigen Franzosenteilchen nicht anstinken. Ein Frühstück hier ist ohne Medialunas undenkbar.
Schön Weißmehl und Zucker!
Der Mittagsimbiß kann dann eine kleine Auswahl Empanadas mit diversen Füllungen sein. Die runden sind immer mit Käse und Schinken und die anderen mit Hühnchen und Diversem. Der Kenner erkennt das an der Gestaltung des Randes. Ich konnte mir das noch nie merken. Man merkt´s ja, sobald man reinbeißt.
Sollte man mit der kulinarischen Auswahl ganz und gar unzufrieden sein, so hilft ein kleiner Abstecher zum Club der deutschen Wurst. Ich hab´ nicht reingeschaut, kann mir aber nicht vorstellen, das Zwiebelmett oder Blutwurst mit Grieben angeboten werden. Dafür haben die hier selber zu gutes Fleisch.
Und was gibt´s sonst noch so Neues? Zum Beispiel den neuen 100-Peso-Schein in rosa mit Evita Perón drauf, ich glaube zum allerersten Mal. Was da wohl die Bürgerlichen sagen? War die nicht eigentlich eine, sagen wir mal, Prostituierte? Und wer braucht schon 100-Peso-Scheine? Ist eh nur 12 Euro wert.
Und als kleiner ironischer Treppenwitz der Weltgeschichte steht im teuersten Viertel von Buenos Aires ausgemusterter Industrieschrott aus der ehemaligen DDR. Man kann´s kaum erkennen, aber die Kräne wurden vom VEB Kranbau Eberswalde produziert. Da schauen jetzt die Reichen drauf und haben Angst, daß sie nach der Revolution in die Produktion müssen.
Und wenn gar nix mehr hilft, ist die hiesige Mutti immer mit dabei und kümmert sich persönlich um alles. Die ewige Baustelle vor der Hauptpost wird bestimmt mit tätiger Hilfe aus dem Präsidentinnenpalast schneller fertig. Ich kenn´ die Ecke gar nicht ohne Bauloch. War da schon immer und bleibt noch ewig.
Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.
Samstag, 26. Oktober 2013
Dienstag, 24. September 2013
Die letzten Tage...
...hatten wir kein Internet, aber davon später.
Von Brixen aus führte uns die Route nach Osten durch´s Pustertal, an Bruneck vorbei bis nach Lienz. Alle anderen waren in die andere Richtung den Brenner hinauf unterwegs. Im Radio wurde auch prompt gewarnt, man hätte mit mindestens einer halben Stunde zusätzlicher Wartezeit an der Mautstelle zu rechnen. Das war uns wurscht, wir wollten ja den Großglockner bezwingen, den höchsten Berg Österreichs. Praktischerweise führt da eine Straße hoch. Das lassen sich die Öschis natürlich bezahlen und zwar mit 462 Schilling (in memoriam Brigitte Xander).
Nach circa 20 Spitzkehren hat man dann den ersten Aussichtspunkt erreicht. Nach Norden hin hatte es schon leicht geschneit.
Selbstverständlich wurde es nicht nur höher, sondern leider auch kälter. Eigentlich beeindrucken uns schlappe 2571 Meter gar nicht, haben wir doch einst auf 4000 Metern geparkt. Wenn man allerdings nur die schicken Rivieraklamotten dabeihat, kann´s schon etwas schattig um die Hüften werden. Dicki war´s trotzdem warm, weil er sich den Blutdruck beim Parkplatzsuchen hochgeägert hatte. Stellt sich doch so "eini bleedi Münchner Trutschn" mit ihrem Porschecabrio und blonden Strähnchen auf seinen Platz. Menno.
Eine neue Ferienimmobilie haben wir auch gleich gefunden. Das Treppengeländerdesign läßt ein wenig zu wünschen übrig und ob die Geranien mit der Nordhängung zufrieden sind, wage ich zu bezweifeln. Dafür hat man einen hübschen Blick auf den Zeller See (ohne Zell am See).
Am Chiemsee herrschte dieweil noch Hochsaison, was sich vor allem in den Hotelzimmerpreisen niederschlug, die da gern mal londoner Dynamik entwickeln. Ich dachte, ich seh´ nicht recht. Im Hotel Prinz Luitpold allerdings kann man immer eine Suite bekommen, hat Blick auf den See und auf die putzige Chiemseebahn, die einem dann leider am Wochenende den Kohlefeinstaub in´s Zimmer bläst.
Wir haben uns dann dafür entschieden, auf dem Hof von Frau Prantl zu wohnen (zwischn Urschalling und Mailing, gell!)
Vorne wohnen die Touristen und hinten echte Kühe. Auch sind die Prantls noch gut katholisch und lassen eine kleine Kapelle bauen, weil sie einst erhört wurden. Man hat zwar Solar auf dem Dach aber leider kein Internet (s.o.), auch hatte das Handy nur einen Balken Empfang. Aber Technologie ist ja nicht alles, kommt man doch in den Chiemgau der Natur wegen:
Ich möchte nicht mißverstanden werden: am Chiemsee ist es sehr schön und die müssen da alle rustikale Schrankwände haben, die Touristen wollen das so. Wenn da ein Hotel aus Glas und Beton entsteht, kommt wahrscheinlich keiner.
Auf dem Chiemsee waren wir natürlich auch, man kann da hübsch mit dem Dampfer fahren.
Zu guter Letzt ein Wörtchen zur Verpflegung. In Bayern gibt es für die Hälfte der berliner Preise die doppelte Portion. Das hat uns sehr glücklich gemacht und uns mit Hängegeranien und Rustikalschrankwand versöhnt. Für friedrichshainer vollvegane Portiönchenesser isset nich jeeignet.
Wir verabschieden uns aus Bayern mit leichtem Sodbrennen. Das kommt von der vielen Luft.
Von Brixen aus führte uns die Route nach Osten durch´s Pustertal, an Bruneck vorbei bis nach Lienz. Alle anderen waren in die andere Richtung den Brenner hinauf unterwegs. Im Radio wurde auch prompt gewarnt, man hätte mit mindestens einer halben Stunde zusätzlicher Wartezeit an der Mautstelle zu rechnen. Das war uns wurscht, wir wollten ja den Großglockner bezwingen, den höchsten Berg Österreichs. Praktischerweise führt da eine Straße hoch. Das lassen sich die Öschis natürlich bezahlen und zwar mit 462 Schilling (in memoriam Brigitte Xander).
| Abschiedsblick auf die Dolomiten |
Nach circa 20 Spitzkehren hat man dann den ersten Aussichtspunkt erreicht. Nach Norden hin hatte es schon leicht geschneit.
Selbstverständlich wurde es nicht nur höher, sondern leider auch kälter. Eigentlich beeindrucken uns schlappe 2571 Meter gar nicht, haben wir doch einst auf 4000 Metern geparkt. Wenn man allerdings nur die schicken Rivieraklamotten dabeihat, kann´s schon etwas schattig um die Hüften werden. Dicki war´s trotzdem warm, weil er sich den Blutdruck beim Parkplatzsuchen hochgeägert hatte. Stellt sich doch so "eini bleedi Münchner Trutschn" mit ihrem Porschecabrio und blonden Strähnchen auf seinen Platz. Menno.
| tapfer |
Eine neue Ferienimmobilie haben wir auch gleich gefunden. Das Treppengeländerdesign läßt ein wenig zu wünschen übrig und ob die Geranien mit der Nordhängung zufrieden sind, wage ich zu bezweifeln. Dafür hat man einen hübschen Blick auf den Zeller See (ohne Zell am See).
Hat man es diese Straße dann unfallfrei nach unten geschafft,
den Zeller See hinter sich gelassen und Zell am See unterquert, so kommt man an einen weiteren Höhepunkt unserer Reise, die T-Kreuzung Schneizlreuth. Rechts geht´s über Unterjettenberg nach Bad Reichenhall und links über Bichl nach München. Ich finde München zwar scheiße, aber wir hatten unserem Freund Thomas versprochen, ihn am Chiemsee zu besuchen. Dennoch denke ich, wir sollten mal Urlaub in Schneizlreuth machen. Goethe war auf dem Weg nach Italien bestimmt auch schon da.
Am Chiemsee herrschte dieweil noch Hochsaison, was sich vor allem in den Hotelzimmerpreisen niederschlug, die da gern mal londoner Dynamik entwickeln. Ich dachte, ich seh´ nicht recht. Im Hotel Prinz Luitpold allerdings kann man immer eine Suite bekommen, hat Blick auf den See und auf die putzige Chiemseebahn, die einem dann leider am Wochenende den Kohlefeinstaub in´s Zimmer bläst.
| Prinz Luitpold im Hintergrund |
| Prantlhof |
| Prantlhofdahlien |
| Hängegeranienalarm |
Für den erschöpften Touristen stellen die Chiemgauer gerne mal ein Möbel in den Schatten.
Ich möchte nicht mißverstanden werden: am Chiemsee ist es sehr schön und die müssen da alle rustikale Schrankwände haben, die Touristen wollen das so. Wenn da ein Hotel aus Glas und Beton entsteht, kommt wahrscheinlich keiner.
Auf dem Chiemsee waren wir natürlich auch, man kann da hübsch mit dem Dampfer fahren.
| Dampfer kommt gleich |
| immer schön Rahmsauce über´s Fleisch |
| kleine Fleischauswahl |
| klitzekleine halbe Ente |
| Kraut |
Sonntag, 22. September 2013
Der Berg glüht
| Das letzte Frühstück |
| Dicki auf der Rentnerbank |
Wir wohnen jetzt oberhalb von Brixen mit einer Wahnsinnsaussicht auf die Dolomiten. Ich bin ja eigentlich nicht so der Bergfan aber das sieht schon irre aus. Natürlich trägt der junge Mann am Empfang eine Lederhose und es herrscht Karo sowie Begonien- und Geranienbewuchs allenthalben. Das wird sich durch Bayern auch nicht ändern. Wir trösten uns mit hiesigem Wein und Halbpension.
| wird schon kühl auf´m Berch |
Freitag, 20. September 2013
Berg ohne Dorf
Gestern haben wir einen kleinen Ausflug in die Verdonschlucht gemacht. Der Navigator sagte für die 80 Kilometer eineinhalb Stunden Fahrzeit voraus. Das liegt zum einen an der kurvigen Strecke und zum anderen an den vielen Wohnmobilen und Zweiradfahrern, die da auch alle hinwollen. Wir haben zum ersten Mal ein Mountainbike-Tandem gesehen. Alle müssen per Gesetz ein Radrennsportleibchen tragen, ganz egal, ob man dann vielleicht aussieht wie Preßwurst. Auch kurze Hosen sind Pflicht, damit die faulen Vorbeifahrer die strammen Waden bewundern können. Nicht so sexy ist allerdings dieser Einsatz im Schritt. Das beugt vielleicht dem Wundscheuern gewisser Körperteile vor, sieht abgestiegen aber aus wie eine schlecht sitzende Windel.
Aufgrund der kurvigen Strecke hatten K&K vorbeugend Reisetabletten geschluckt. Frau K. schaute also mit glasigen Augen gen Horizont, während Herr K. kurz hinter Grasse einschlief. Das hat den Vorteil, daß von hinten kein Geplapper zu uns drang und wir endlich mal keine Musik von der iPhone Playlist hören mußten, obwohl man ja auch viel lernen kann, wenn man Mariah-Carey-Fans im Auto sitzen hat.
Auf halbem Weg liegt Castellane, wo man schön ein Käffchen trinken kann
Hier liegt das Dorf nicht auf oder am, sondern unterm Felsen. Drauf steht die Dorfkapelle, 45 Minuten Aufstieg. Die wird bestimmt nur zu hohen Feiertagen benutzt.
So fuhren wir zuerst den Berg hinauf, dann wieder hinab in´s Dorf und wieder hinauf zum Aussichtspunkt, der merkwürdigerweise gar keinen Eintritt kostet. Der Blick ist gratis und der Parkplatz auch. Ganz wunderbar.
In echt sieht das alles natürlich noch viel dramatischer aus. Auf einem Schotterweg kann man dann nach unten zum Parkplatz laufen. Oder man fährt. Denn obwohl es nur 23° warm war, knallt die Sonne doch arg auf die Birne.
Drunten in der Schlucht ist es dann kühler und alle machen Fotos nach oben.
Unser Freund Thomas hat uns vor dem Urlaub noch ein Notfall-Paket geschickt "....wenn´s uns mal nicht so gut gehen sollte..." Inhalt war eine Box , die oben abgebildet ist.
Und da es uns nach so viel Natur und so vielen Kurven gar nicht gut ging, haben wir das Paket geöffnet und somit im wahrsten Sinne des Wortes die Büchse der Pandora geöffnet
Seitdem kann ich nicht mehr schlafen, weil mich Alpträume plagen und ich ständig an Hannibal Lecter denken muss.
Wie kriege ich diese Bilder nur wieder aus dem Kopf?
Endlich wird klar, mit welchem Niveau ich mich hier herumschlagen muß!
Aufgrund der kurvigen Strecke hatten K&K vorbeugend Reisetabletten geschluckt. Frau K. schaute also mit glasigen Augen gen Horizont, während Herr K. kurz hinter Grasse einschlief. Das hat den Vorteil, daß von hinten kein Geplapper zu uns drang und wir endlich mal keine Musik von der iPhone Playlist hören mußten, obwohl man ja auch viel lernen kann, wenn man Mariah-Carey-Fans im Auto sitzen hat.
Auf halbem Weg liegt Castellane, wo man schön ein Käffchen trinken kann
Hier liegt das Dorf nicht auf oder am, sondern unterm Felsen. Drauf steht die Dorfkapelle, 45 Minuten Aufstieg. Die wird bestimmt nur zu hohen Feiertagen benutzt.
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| kleines Ruinchen gibt´s auch |
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| Verdon, ruhig fließend |
So fuhren wir zuerst den Berg hinauf, dann wieder hinab in´s Dorf und wieder hinauf zum Aussichtspunkt, der merkwürdigerweise gar keinen Eintritt kostet. Der Blick ist gratis und der Parkplatz auch. Ganz wunderbar.
In echt sieht das alles natürlich noch viel dramatischer aus. Auf einem Schotterweg kann man dann nach unten zum Parkplatz laufen. Oder man fährt. Denn obwohl es nur 23° warm war, knallt die Sonne doch arg auf die Birne.
Drunten in der Schlucht ist es dann kühler und alle machen Fotos nach oben.
Eigentlich darf man gar nicht am Ufer stehen. Mehrsprachig wird darauf hingewiesen, daß das Kraftwerk flußaufwärts jederzeit unerwartet Wasser ablassen kann. Wahrscheinlich hat´s schon öfter Ahnungslose hinweggespült.
Während des abendlichen Rückwegs gab´s noch taubtrüben Dunst im Musenhain.
Morgen starten wir unsere Heimreise. Die erste Etappe wird Brixen sein. Wir sind schon gespannt.
Darauf bin ich ja weniger gespannt, weil ich wieder stundenlang im Auto sitzen muss. Aber ist nicht so schlimm, denn ich habe noch so einiges zu verarbeiten: Gestern Abend haben wir uns nämlich noch an einer Gebrauchsanweisung die Zähne ausgebissen - denn es kann keiner der hier Anwesenden Japanisch
Während des abendlichen Rückwegs gab´s noch taubtrüben Dunst im Musenhain.
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| krawehl |
Morgen starten wir unsere Heimreise. Die erste Etappe wird Brixen sein. Wir sind schon gespannt.
Darauf bin ich ja weniger gespannt, weil ich wieder stundenlang im Auto sitzen muss. Aber ist nicht so schlimm, denn ich habe noch so einiges zu verarbeiten: Gestern Abend haben wir uns nämlich noch an einer Gebrauchsanweisung die Zähne ausgebissen - denn es kann keiner der hier Anwesenden Japanisch
Unser Freund Thomas hat uns vor dem Urlaub noch ein Notfall-Paket geschickt "....wenn´s uns mal nicht so gut gehen sollte..." Inhalt war eine Box , die oben abgebildet ist.
Und da es uns nach so viel Natur und so vielen Kurven gar nicht gut ging, haben wir das Paket geöffnet und somit im wahrsten Sinne des Wortes die Büchse der Pandora geöffnet
Seitdem kann ich nicht mehr schlafen, weil mich Alpträume plagen und ich ständig an Hannibal Lecter denken muss.
Wie kriege ich diese Bilder nur wieder aus dem Kopf?
Endlich wird klar, mit welchem Niveau ich mich hier herumschlagen muß!
Für Wolfi...
...ohne den wir nie auf die Idee gekommen wären, zur Verdon-Schlucht zu fahren. Im Gegensatz zu uns fährt Wolfi hier mit dem Rad hoch.
Mittwoch, 18. September 2013
Das Bergdorf ruft
Bald kann ich keine Bergdörfer mehr sehen. Alle hiesigen Bergdörfer "ruhen auf einem Felsen" oder "sind dramatisch an einen Felsen gebaut". Alle haben einen "mittelalterlichen Stadtkern", man sollte sie "abends besuchen" und unbedingt "im Sommer meiden". Tja, stimmt alles. Leider ist hier immer Saison. Vielleicht sollten wir noch einmal an einem Wintermittwoch so um Mitternacht vorbeischauen.
Die gestrige Fahrt nach Saint-Paul-de-Vence führte an Tourrettes vorbei. Ich glaube, das heißt Türmchen und man kann ganz gut erkennen, warum.
Dicki blieb diesmal zuhause und so durfte ich im winzigkleinen Fahrzeug der K&Ks mitfahren und sogar vorne sitzen. Das hatte allerdings zur Folge, daß ich zum Lavendelduftsackdrücker wurde und das kam so: Frau K. hatte sich bereiterklärt, hinten zu sitzen, ihren Mann aber vorher wohlweislich Stein und Bein schwören lassen: 1. niemals über 50 Km/h zu fahren, vor allem nicht auf kurvigen Strecken, also immer und 2. die Bremsschwellen niemals mit mehr als 30 Km/h zu überqueren und 3. die Kreisverkehre niemals "ruckartig lenkend" zu durchfahren, was immer das heißen mag. Ich war dafür zuständig, das auf dem Lüftungsschlitz des Armaturenbretts liegende Lavendelduftsäckchen in regelmäßigen Abständen zu kneten, auf daß es Lavendelduft verströme. Die Klimaanlage wurde dazu auf maximalen Durchzug gestellt, sodaß ein Lavendelduft-Jetstream entstand. Die Fahrweise des Herrn K. wurde derweil durch leises Stöhnen von der Rückbank kommentiert. Diese Frau kann ihr Augenrollen hörbar machen, es ist faszinierend. Dann mußten SOFORT alle vorderen Fenster halb herabgelassen und die Frischluftzufuhr gewährleistet werden. Die hinteren Fenster waren stets geschlossen zu halten, denn "sonst zieht´s". Gleichzeitig hatte ich das Lavendelduftsäckchen zu kneten. Nun ist es schwierig, alle Regeln gleichzeitig zu befolgen, wenn man z.B. an einer Déchetterie vorbeifährt (klingt viel eleganter als Müllhalde, ist aber dasselbe) Herr K. lenkte also einhändig über die Serpentinen, ließ die Fenster halb herab und ich hatte zu kneten und mußte währenddessen nach hinten Mitleid heucheln. Dort sah ich dann durch´s Heckfenster alle anderen Franzosen, die gerne schneller als fuffzig gefahren wären. Herr K. allerdings, durch langes Beifahrertum seiner Frau vorsichtig geworden, legt sich lieber mit ungeduldigen Franzosen an als mit seiner Frau. Eine weise Entscheidung.
Ich wollte nach Saint-Paul-de-Vence, weil Marc Chagall hier begraben liegt, Frau K. wegen der Aussicht. Das Grab ist schlicht und vom Friehof kann man bis nach Nizza gucken.
Im Ort selbst gibt´s moderne Kunst ohne Preisschild zu sehen. Ich glaube, da wohnt keiner mehr. Und wie überall sind alle anderen auch schon da. Schrägerweise ist ein Bouleplatz übrig geblieben, der sogar benutzt wurde.
Die Herren sahen auch ganz authentisch aus, obwohl ich mich anfangs fragte, ob die wohl allmorgendlich aus der Stadt hergekarrt werden, um den Touristen ein Fotomotiv zu liefern. Hab´ mich dann nicht zu fragen getraut.
Als Abendessen hatte ich mir ein raffiniertes Fischgericht ausgedacht: Fisch aus´m Ofen an Resten vom Vortag. In meiner Begeisterung über mich selbst und den Fischkauf an sich hatte ich leider vergessen, den entzückenden Fischverkäufer darum zu bitten, dieselben auszunehmen. Das blieb dann natürlich an mir hängen.
Man saß dieweil im Wohnzimmer und bewunderte das Kaminfeuer. Ich entschuppe und enddarme die Loups-de-Mer und wird mir wenigstens ein bisschen gehuldigt? Mitnichten. Was muß ich hören? "Der hat ja noch Gräten" Ja, Fischlein haben Gräten, anders als Fischstäbchen. Den Stinkmüll durfte ich dann auch noch wegbringen, man fand den Weg zu dunkel. War nicht so schlimm, bis zur Tonne sind´s nur 500 Meter.
Am Ende des Tages, ein rosa Wölkchen, nur für mich!
Die gestrige Fahrt nach Saint-Paul-de-Vence führte an Tourrettes vorbei. Ich glaube, das heißt Türmchen und man kann ganz gut erkennen, warum.
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| ruht auf Felsen |
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| an den Fels gebaut |
Dicki blieb diesmal zuhause und so durfte ich im winzigkleinen Fahrzeug der K&Ks mitfahren und sogar vorne sitzen. Das hatte allerdings zur Folge, daß ich zum Lavendelduftsackdrücker wurde und das kam so: Frau K. hatte sich bereiterklärt, hinten zu sitzen, ihren Mann aber vorher wohlweislich Stein und Bein schwören lassen: 1. niemals über 50 Km/h zu fahren, vor allem nicht auf kurvigen Strecken, also immer und 2. die Bremsschwellen niemals mit mehr als 30 Km/h zu überqueren und 3. die Kreisverkehre niemals "ruckartig lenkend" zu durchfahren, was immer das heißen mag. Ich war dafür zuständig, das auf dem Lüftungsschlitz des Armaturenbretts liegende Lavendelduftsäckchen in regelmäßigen Abständen zu kneten, auf daß es Lavendelduft verströme. Die Klimaanlage wurde dazu auf maximalen Durchzug gestellt, sodaß ein Lavendelduft-Jetstream entstand. Die Fahrweise des Herrn K. wurde derweil durch leises Stöhnen von der Rückbank kommentiert. Diese Frau kann ihr Augenrollen hörbar machen, es ist faszinierend. Dann mußten SOFORT alle vorderen Fenster halb herabgelassen und die Frischluftzufuhr gewährleistet werden. Die hinteren Fenster waren stets geschlossen zu halten, denn "sonst zieht´s". Gleichzeitig hatte ich das Lavendelduftsäckchen zu kneten. Nun ist es schwierig, alle Regeln gleichzeitig zu befolgen, wenn man z.B. an einer Déchetterie vorbeifährt (klingt viel eleganter als Müllhalde, ist aber dasselbe) Herr K. lenkte also einhändig über die Serpentinen, ließ die Fenster halb herab und ich hatte zu kneten und mußte währenddessen nach hinten Mitleid heucheln. Dort sah ich dann durch´s Heckfenster alle anderen Franzosen, die gerne schneller als fuffzig gefahren wären. Herr K. allerdings, durch langes Beifahrertum seiner Frau vorsichtig geworden, legt sich lieber mit ungeduldigen Franzosen an als mit seiner Frau. Eine weise Entscheidung.
Ich wollte nach Saint-Paul-de-Vence, weil Marc Chagall hier begraben liegt, Frau K. wegen der Aussicht. Das Grab ist schlicht und vom Friehof kann man bis nach Nizza gucken.
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| in den 50er Jahren war hier nur Wald |
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| Aussicht auf der anderen Seite |
Die Herren sahen auch ganz authentisch aus, obwohl ich mich anfangs fragte, ob die wohl allmorgendlich aus der Stadt hergekarrt werden, um den Touristen ein Fotomotiv zu liefern. Hab´ mich dann nicht zu fragen getraut.
Als Abendessen hatte ich mir ein raffiniertes Fischgericht ausgedacht: Fisch aus´m Ofen an Resten vom Vortag. In meiner Begeisterung über mich selbst und den Fischkauf an sich hatte ich leider vergessen, den entzückenden Fischverkäufer darum zu bitten, dieselben auszunehmen. Das blieb dann natürlich an mir hängen.
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| noch allet frisch |
Man saß dieweil im Wohnzimmer und bewunderte das Kaminfeuer. Ich entschuppe und enddarme die Loups-de-Mer und wird mir wenigstens ein bisschen gehuldigt? Mitnichten. Was muß ich hören? "Der hat ja noch Gräten" Ja, Fischlein haben Gräten, anders als Fischstäbchen. Den Stinkmüll durfte ich dann auch noch wegbringen, man fand den Weg zu dunkel. War nicht so schlimm, bis zur Tonne sind´s nur 500 Meter.
Am Ende des Tages, ein rosa Wölkchen, nur für mich!
Dienstag, 17. September 2013
Einen Schritt weiter
Hurra! Wir können Fortschritte verzeichnen. Wie ja mittlerweile alle wissen (sollten), lehnen wir beide jegliche Form des Sportes ab (so ganz stimmt das nicht. Ich spiele sehr gerne Badminton) und versuchen auch unsere Mitreisenden von den Vorzügen des Müssiggangs zu überzeugen.
Heute konnten wir den ersten Erfolg verzeichnen: Jogging fiel aus, weil Frau K. "Kopfschmerzen" hatte und es draussen so "windig" war. Jeah!!!!! Der Schlendrian führt Einzug!!!
Ärgerlich nur, dass es somit kein frisches Brot gab.
Zum Thema Brot gibt es auch interessante Erkenntnisse von mitreisenden Heteronen: Altes Brot wird nicht weggeschmissen,(schmeissen ist kein Wort) sondern als erstes gegessen. (Frau K. sagt, dass kann man alles noch auftoasten) Dass dadurch das frisch gekaufte neue Brot auch alt wird und somit am nächsten Tag ebenfalls alt ist, wird dabei verdrängt. (ja, aber das heute alte Brot wäre morgen noch älter als das heute neue morgen wäre)
Kann man ja so machen. Was mich allerdings erstaunt: altes Wasser wird weggeschüttet "...da könnten Keime drin sein..." Da verstehe einer die Heteronen!(es kommt ganz darauf an, wen man sonst noch so an seiner Flasche nuckeln lässt)
Jetzt sitzen wir beim Frühstück und die Energie des vernachlässigten Joggens fliesst in die Morgenkonversation: Herr K. lacht sich schon seit Minuten über die Geschichten meiner in den Tod getriebenen früheren Haustiere schlapp. Charly, seines Zeichens Wellensittich, wurde von meiner Cousine und mir sportlich herausgefordert: er wurde regelmässig auf den laufenden Plattenspieler gesetzt und bei 45 Umdrehungen musste er über den herabgelassenen Abspieler hüpfen.
Kann man mir bitte mal jemand verraten, was daran sooo lustig ist? War ja nur zu seinem Besten.
Ja, über das Leiden der armen Vögelein wird gelacht, aber Katzenwitze dürfen keine gemacht werden, die sind nämlich total intelligent.
Ausserdem wurde gerade darüber diskutiert, ob die Aufschrift "Witti-Dicki-Expapst-Prinzessin" wirklich nicht auf meinen Arsch passt. In Schriftgrösse 36 Arial auf nem Lycra-Höschen in Pink könnte das vielleicht doch noch klappen.
Ich halte Euch auf dem Laufenden! (Herzlichen Glückwunsch, liebe Leser)
Mittlerweile sind wir beim Thema Ordnung angekommen: Herr K. wird in einer namhaften berliner Tageszeitung als ordnungsliebend bezeichnet. Dies führt gerade zu hitzigen Diskussionen, warum Herr K. diese Tugenden weder zuhause noch im Urlaub zu zeigen vermag.
Ich bin ja der Meinung, dass er die Dame von der Zeitung bestochen hat!!!!
(Gruss an Michael: selbstverständlich sind wir noch im Urlaub. Du kennst uns doch: alles unterhalb von 2 Wochen ist doch gar kein Urlaub!!!)
Und noch ein Hinweis: die K&Ks sind die Kleinen .... hier gab es Irritationen, ob wir unsere Urlaubspartner gewechselt hätten (soooo schlimmm ist es noch nicht!) Und: die K&Ks - also die Kleinen - haben schon wieder nen neuen Blog, weil der alte schon wieder voll ist. Grund: die haben die Billigversion genommen und müssen nun nach 3MB ne Neuanmeldung durchführen. Ich frage mich immer noch, wofür die eigentlich ihr Geld ausgeben: die Essen nicht viel und die Joggingklamotten brauchen die bald ja auch nicht mehr. Naja, sei´s drum: die neuste Version deren Blogs findet man hier: gerade aktueller Blog von den K&Ks
Man sieht: es geht immer schlimmer.
Heute konnten wir den ersten Erfolg verzeichnen: Jogging fiel aus, weil Frau K. "Kopfschmerzen" hatte und es draussen so "windig" war. Jeah!!!!! Der Schlendrian führt Einzug!!!
Ärgerlich nur, dass es somit kein frisches Brot gab.
Zum Thema Brot gibt es auch interessante Erkenntnisse von mitreisenden Heteronen: Altes Brot wird nicht weggeschmissen,(schmeissen ist kein Wort) sondern als erstes gegessen. (Frau K. sagt, dass kann man alles noch auftoasten) Dass dadurch das frisch gekaufte neue Brot auch alt wird und somit am nächsten Tag ebenfalls alt ist, wird dabei verdrängt. (ja, aber das heute alte Brot wäre morgen noch älter als das heute neue morgen wäre)
Kann man ja so machen. Was mich allerdings erstaunt: altes Wasser wird weggeschüttet "...da könnten Keime drin sein..." Da verstehe einer die Heteronen!(es kommt ganz darauf an, wen man sonst noch so an seiner Flasche nuckeln lässt)
Jetzt sitzen wir beim Frühstück und die Energie des vernachlässigten Joggens fliesst in die Morgenkonversation: Herr K. lacht sich schon seit Minuten über die Geschichten meiner in den Tod getriebenen früheren Haustiere schlapp. Charly, seines Zeichens Wellensittich, wurde von meiner Cousine und mir sportlich herausgefordert: er wurde regelmässig auf den laufenden Plattenspieler gesetzt und bei 45 Umdrehungen musste er über den herabgelassenen Abspieler hüpfen.
Kann man mir bitte mal jemand verraten, was daran sooo lustig ist? War ja nur zu seinem Besten.
Ja, über das Leiden der armen Vögelein wird gelacht, aber Katzenwitze dürfen keine gemacht werden, die sind nämlich total intelligent.
Ausserdem wurde gerade darüber diskutiert, ob die Aufschrift "Witti-Dicki-Expapst-Prinzessin" wirklich nicht auf meinen Arsch passt. In Schriftgrösse 36 Arial auf nem Lycra-Höschen in Pink könnte das vielleicht doch noch klappen.
Ich halte Euch auf dem Laufenden! (Herzlichen Glückwunsch, liebe Leser)
Fotoserie, die den täglichen Wahnsinn widergibt:
Mittlerweile sind wir beim Thema Ordnung angekommen: Herr K. wird in einer namhaften berliner Tageszeitung als ordnungsliebend bezeichnet. Dies führt gerade zu hitzigen Diskussionen, warum Herr K. diese Tugenden weder zuhause noch im Urlaub zu zeigen vermag.
Ich bin ja der Meinung, dass er die Dame von der Zeitung bestochen hat!!!!
(Gruss an Michael: selbstverständlich sind wir noch im Urlaub. Du kennst uns doch: alles unterhalb von 2 Wochen ist doch gar kein Urlaub!!!)
Und noch ein Hinweis: die K&Ks sind die Kleinen .... hier gab es Irritationen, ob wir unsere Urlaubspartner gewechselt hätten (soooo schlimmm ist es noch nicht!) Und: die K&Ks - also die Kleinen - haben schon wieder nen neuen Blog, weil der alte schon wieder voll ist. Grund: die haben die Billigversion genommen und müssen nun nach 3MB ne Neuanmeldung durchführen. Ich frage mich immer noch, wofür die eigentlich ihr Geld ausgeben: die Essen nicht viel und die Joggingklamotten brauchen die bald ja auch nicht mehr. Naja, sei´s drum: die neuste Version deren Blogs findet man hier: gerade aktueller Blog von den K&Ks
Dem Wahnsinn soooo nahe:
Man sieht: es geht immer schlimmer.
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