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Samstag, 16. März 2013

Festland

Heute ist unsere Bootstour zu Ende und wir mussten heute morgen zu nachtschlafender Zeit das Bootchen verlassen.(So um 08.30)
Dass das sogenannte Ausschiffen kompliziert ist, kannten wir ja bereits von den anderen Kreuzfahrten. (Als wären wir nur noch auf Schiffen unterwegs)

Bei NCL, deren Slogan ja Freestyle-Cruising ist, ist sogar das Verlassen des Schiffes ganz freestylig : wenn man will und nichts für teuer Geld gebucht hat, kann man sich sein Gepäck selber unter den Arm klemmen und irgendwann von Bord gehen. Man kommt dann in eine Halle, in der all das Gepäck gestapelt ist, deren Inhaber lieber organisiert sind. Die haben alle einen farbigen Kofferanhänger bekommen und müssen nun darauf warten, dass die entsprechende Farbe aufgerufen wird. Einziger Vorteil: man braucht die Koffer nicht selber tragen....

Naja ein weiterer Vorteil von den Organisierten besteht darin, dass die nicht nur so einen tollen Kofferanhänger in einer spacigen Farbe geschenkt bekommen haben, sondern auch den Abtransport zum Bahnhof oder Flughafen vorgesetzt bekommen. Aber super schlau wie wir ja immer sind, dachten  wir, dass der Weg zum Bahnhof auch per Taxi zurück gelegt werden kann.
Blöd nur, dass es in diesem Hafen ein Taxiverbot zu geben scheint - war also nischt mit der klugen Idee. (Tja, als wir vor zehn Tagen am Bahnhof von Civitavecchia ankamen, gab es sehr wohl Taxis zum Schiff, nur in die andere Richtung wollen die nicht. Also mußten wir mit allen, denen wir die letzte Zeit aus dem Weg gegangen sind, zum Bahnhof.)
nachgestellte Szene
So klug wie wir waren noch dutzende andere - und die sind dann alle in einer Prozession zum Bahnhof gepilgert. Ein traumhaftes Bild: hunderte Rollenkoffer hinter sich herziehende Ex-Kreuzfahrer in einer langen Schlange - dazu: das typische Rollenkoffergeräusch: Klack-Klack-Klack......und das ein oder andere "isch kann nisch mehr" oder "Scheisse, jetzt ist mein Fingernagel abgebrochen". 
Schade, dass ich beide Hände mit Koffern voll hatte und somit kein Foto gemacht habe. 
Von dem Elend der nicht italienisch sprechenden Touristen beim Fahrkartenkauf zu berichten, sehe ich an dieser Stelle mal ab - das wäre zu ernüchternd.....
Wäsche ist fertig - man beachte:
Weinflasche im Hintergrund 

Jetzt sind wir jedenfalls in Florenz angekommen und haben unsere Wohnung für die nächste Woche bezogen. Wir waren auch schon lecker einkaufen und sitzen somit auf der Couch beim Gläschen Rotwein - fast wie zu Hause - es ist wie zu Hause: Christoph hat eine Waschmaschine entdeckt und jetzt steht hier auch gleich noch nen Wäscheständer mit trocknenden Schlüppis rum. (Man muß immer frisch duftende Schlüppis tragen, wer weiß, was mal ist...)

Ich kann ja kein italienisch. So konnte ich den freundlichen Eigentümer nicht fragen, wo der denn die Wäscheklammern (molletta da bucato) und den Korkenzieher (cavatappi) versteckt hat. Der hat sowieso ganz merkwürdig geguckt, als ich die Maschine erklärt haben wollte. Mit Händen und Füßen geht alles und der Schleudergang ist weltweit gleich.
Ich wollte nicht mit auf´s Bild. Man kann, wenn man ganz genau hinguckt, die winzigkleine Cafetiere sehen.





Unsere Wohnung ist mittendrin, beim Palazzo Vecchio hintenrum und auch nur drei Treppen hoch, zum Schlafzimmer noch eine weiter.
Heute sind wir mit den Massen durch die Stadt flaniert. Ich will gar nicht wissen, was hier in der Hauptsaison los ist. Aber das haben wir ja schon vorher gewußt. Morgen muß sich Dicki Kirchen anschauen, er ist schon ganz gespannt!



Beim ersten kleinen Spaziergang durch Florenz war ich schon ein wenig irritiert: die Florentiner (und hier meine ich nicht das Gebäck) scheinen ein wenig lahm zu sein. Nach dem wir über die Ponte Vecchio gebummelt waren, kamen wir an folgendem Bild vorbei
habemus papam

Und ich dachte, dass wir den neuen Papst schon seit einigen Tagen haben. Na egal - jetzt ist er auch hier angekommen.
Dafür habe ich auch schon einen neuen Freund gefunden - der widerspricht nie - lügt aber des öfteren


Was soll das denn heißen?

Für Bente


Freitag, 15. März 2013

Bella Napoli

Napoli ist nicht so bella, wenn´s geschneit hat. Das Strickensemble scheint hier ganz alla moda. Ich frage mich, was die Inder machen, die hier mitfahren. Heute sahen wir eine mit Sandalen von Bord gehen. Zwar hatte sie ihren Sari gegen etwas Solideres eingetauscht, aber nur Riemchen an den Füßen ist keine so gute Idee.
Dafür ist die einzige Saudi-Araberin immer vollverschleiert. Da kann man prima Gucci-Funktionswäsche drunter tragen. Nur die Augen kann man sehen und da weiß man ja, was das für eine ist! Ich glaube, wäre sie ganz verhangen, kämen die Rentner aus dem Glotzen gar nicht mehr heraus. So hat man sich an sie gewöhnt, die Ärmste.

Christoph fragte mich gerade, was heute schon passiert ist. Na nichts!
Vesuv im Hintergrund
vorne: frierender Dicki
Als wir heute morgen auf den Balkon traten - man erinnere sich an den Seegang und die fehlenden Gurte im Bett - lag der Vesuv ganz romantisch vor uns - mit Schnee bedeckt! Die Ronantik eines Industriehafens wird mir für immer verschlossen bleiben) Entschuldigung - hätt ich das gewusst, hätte ich doch wohl meine Skiausrüstung mitgenommen. Wofür haben wir den Langlauf-Biathlon-Kurs im Januar gemacht?
Jetzt sitzen wir im Kaffee beim ersten Glas Wein des Tages - natürlich nur , weil es hier Internet gibt! Bei mir schwankt übrigens immer noch alles. Muss ich mir Gedanken machen? 
Erläuterung: es schwankt nicht wegen des Alkohols am Mittag sondern wegen der Nachwehen der stürmischen Nacht (Wetter!)

Einen neuen Papst haben wir auch, aber das ist den hiesigen Kommunisten egal, die trauern noch.


Seetag



Heute hatten wir unseren dritten Seetag - aber den ersten Tag, an dem mal so richtig Seegang war. (Was selbstverständlich eine recht subjektive Betrachtung ist: der Kapitän wird wahrscheinlich das heutige Wetter als ruhige See bezeichnen...)
alle liegen im Bett
und allen ist schlecht

greifen Sie zu!
Die überall ausliegenden Kotztüten und die Sperrung des Promenadendecks sprachen unseres Erachtens allerdings für sich.
Gott sei Dank sind wir zwar bereits leicht übergewichtig, aber noch nicht so fett, dass man es als rund bezeichnen könnte. Denn sonst wären wir heute Nacht Gefahr gelaufen, aus dem Bett zu kullern. Hier gibt es nämlich keine Anschnallgurte im Bett wie in der Englandfähre über die Nordsee. 
starker Seegang mit Regenbogen
Das Abendessen fand heute in der Zeit statt, in der wir die Straße von Messina passierten. Es rumpelte und schwankte alles genauso wie den ganzen Tag. Aber dann gab es plötzlich ganz merkwürdige krachende und ächzende Geräusche verbunden mit einem waghalsigen Steuermanöver nach hart rechts. Das war kein schönes Gefühl - fühlte es sich doch so an, als hätte der Steuermann alle Hände voll zu tun, um die Meerenge auch wirklich zu treffen. Es blieben aber alle ruhig und so konnten wir das Abendessen unbeschadet beenden - wäre ja auch doof gewesen, wenn wir mitten im Hauptgang in die Rettungsboote hätten evakuiert werden müssen. (Bevor ich mich evakuieren laß´ ,eß´ ich erst mein Steak auf. So weit weg kann die Küste ja nicht sein.) 
Und nach einer Flasche Rotwein ist der Unterschied zwischen Seegang und leichtem Schwips sowieso nicht mehr so leicht differenzierbar.
das Sportdeck ist auch schon geschlossen
macht aber nichts, denn Sport machen wir sowieso nicht
zu kalt
So ein Seetag ist ja wunderbar erholsam - man muss nicht von Bord, um sich irgendwelche Sehenswürdigkeiten anzuschauen - jetzt hat man endlich mal Zeit fürs Mittagsschläfchen und kann im Bett Karten spielen - der eigens dafür zur Verfügung stehende Kartenspielraum war bei diesem Wetter natürlich überfüllt! (Da sitzen immer verrückte Chinesen und spielen MaJongg)
zun Frisör? Wohl kaum!
Jetzt warten wir gebannt darauf, am Stromboli vorbeizufahren. Vielleicht haben wir ja Glück und es gibt ein paar vulkanische Eruptionen zu bestaunen.







Kommentar zum letzten Bild: 
Er: Das nimmste raus. 
Ich: warum? 
Er: Da hab´ ich ja ne Glatze. 
Ich: Ja und ??????
Und das Ende dieses Eintrages: Das Bild bleibt drin!

Dienstag, 12. März 2013

Auf der Mauer......

Dieser Blog fängt mal wieder damit an, dass ich mich als doof geoutet habe (also nischt Neues) - aber diesmal ging es nicht um kulturelles Nicht-Wissen: Wir sind gerade mit müden Füßen (dazu später mehr) im hiesigen Starbucks eingefallen (da gibt es nämlich kostenloses WiFi) und Christoph fragte mich, was ich trinken möchte und ich meinte: was ist denn ein Frappucino....... Super, Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was ich mir jetzt schon wieder anhören durfte.
Will sagen: ich hab´s nicht leicht!
Jetzt aber zu Wichtigerem :

Ja, wichtig ist: man darf niemals nicht zu Starbucks gehen, Starbucks ist böseböse. HA: Fehler von Christoph entdeckt!!! Dieser Tag wird rot im Kalender vermerkt. Gemäss des vorstehenden Satzes muss man ja zum Starbucks gehen - wegen der doppelten Verneinung........ ich bin doch nicht soooooo doooof! Nur in Japan darf man zu Starbucks gehen und das auch nur zum Frühstück, weil japanisches Frühstück Reisschleim mit Fisch ist und nicht mal Japaner mögen das, sonst wären nicht so viele morgens bei Starbucks.

Wenn man erst einmal oben ist....
Heute waren wir auf der theodosianischen Landmauer. Tja, liebe Kinder, das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das war auch der Grund unserer Reise: man trifft wildfremde Menschen, in der Deutschen Oper oder so, und kann während der Pause mal fragen: "Kennen Sie eigentlich die theodosianische Landmauer?
 Nein? Wie schade, guten Abend."






Wenn in Frankfurt nicht alles geschlossen wäre, könnte ich jetzt eigentlich heimfliegen. Da schneit´s, hier blühen die Magnolien.
Klugscheißer.com lässt grüssen - aber als er die steile Treppe hinauf auf die Mauer sah, wollte er schon nen Rückzieher machen: das ist mir zu steil........ aber ich glaube, das hätte er sich dann später nie  verziehen. Da war kein Geländer!

Auf dem Weg dahin kamen wir an der Hagia Sophia vorbei, wo gerade alle Touristen Istanbuls Schlange standen, also quasi bis rüber nach Asien.
Also blieben wir in der Straßenbahn sitzen und fuhren weiter. So sieht man was von der Stadt, fährt schlau am Stau vorbei und landet im Chora-Kloster. Davon hatte ich zuvor noch nie irgendwas gehört. Dicki auch nicht. Schön ist es da trotzdem und man kommt immer rein.

Die Mosaike da sehen aus wie gemalt. Auf der Kantstraße gibt es einen Badezimmerausstatter, der macht auch sowas. Über die Motive für über die Badewanne sollte man sich vorher einigen aber wenn man Kaiser von Byzanz war, kann man ja seine Sklaven die Steine ganz klein klopfen lassen und sich was Goldenes legen lassen.









Ein kleiner echt türkischer Imbiß darf auch nicht fehlen. Leider hat Dicki die Leber erst beim ersten Kosten erkannt, also mußte ich mein Essen tauschen. Mach ich ja sonst nie. Ich war aber noch dankbar wegen neulich, als ich bei unserem Freund Thorschti fast Rosenkohl essen mußte. Da hätte er auch meine Portion genommen. (Ich kenne Thorschti 20 Jahre und was kocht der für mich?
Leber mit scharf
Bääh)

Vielleicht hat der Thorschti dich doch nicht soooo lieb, wie du immer sagst...
Aber zum Imbiss: erste Frage - ist das ein Stand? Nein - es gibt fliessendes Wasser aus der Wand. Zweite Frage: was kann man essen? Alles!!!!!! Auch wenn man mal nicht weiss, was es ist, ist es doch auf jeden Fall sicherer als in Deutschland mit den ganzen Lebensmittelskandalen. So was gibt es hier nicht - die kennen gar keine Lebensmittelvorschriften - macht aber nichts!!! 


Im Bus zur Hagia Sophia bekamen wir noch Fahrgeld geschenkt. Eine freundliche Dame erbarmte sich unser, weil ich beim Fahrer bezahlen wollte. Alle gucken und denken sich: doofe Touristen. Fahrer dreht sich um und fragt was, während ich mit Geld wedle, was auch nix bringt. In Berlin hätte der uns rausgeworfen. Hier wird man geholfen, wenn man keine TürkTransit-Card hat.

Ausblick ist auch schön
Vor der Kirche der Göttlichen Weisheit hatten sich dieweil die Massen verlaufen und wir mußten gar nicht warten, um noch mehr Mosaike zu bestaunen.

über 1000 Jahre alt und immer
noch wird gebaut

endlich erleuchtet








































Heute machen wir uns auf den Weg nach Neapel. Per Schiff dauert das heutzutage ja nur noch drei Tage. Bis dahin güle güle.

 

was shopp ich bloß?

Gruß nach Gran Canaria


Byzanz

zum Smog

Gestern sind wir mittags in den Hafen von Istanbul eingefahren, was trotz trüben Wetters ein tolles Schauspiel ist. Aus braungelbem Smog kommen die Minarette entgegen und das Schiff macht sozusagen mitten in der Stadt fest. 
Das gute am Smog ist ja, daß man ihn gar nicht mehr bemerkt, sobald man mal drin ist.




im Smog

Stau vorm Topkapi

Gefängnisinsel für böse Mädchen















alles so schön blau














Wir sind gleich rausgehüpft und zur Blauen Moschee, die wollte Dicki unbedingt sehen.
Also, dass mit dem Hüpfen klappt leider nicht mehr: zu viel gegessen - somit zu viel Gewicht. Und ausserdem: alle anderen wollen auch raus und da heisst es, brav anstellen.






Einen Hügel weiter ist die Süleimaniye-Moschee zu besichtigen, die sieht Innen eigentlich fast gleich aus, nur nicht so blau, eher pastell. Leider ist das Kuppelfoto verwackelt. Nirgends darf man blitzen, wegen der teuren Kacheln.

auf dem Weg nach Asien


Danach nahmen wir die Bosporusfähre nach Üsküdar, immer Eartha Kitt im Sinn.

Die hat wohl mal ein Lied über Istanbul gesungen.... ich dachte musikalisch eher an Sezen Aksu







über Europa geht die Sonne unter 

Da gibt es einen schönen Sonnenuntergang zu bestaunen und man trinkt am Ufer Tee.
Zum Schluß mußten wir unter der Brücke essen.
Unter der Brücke essen, bedeutet in diesem Fall: mal nicht an Bord essen, sondern unter der Galatabrücke zum Fischrestaurant gehen, um dort lecker frischen Fisch in Nicht-Kreuzfahrer-Atmosphäre und mal mit anderen Gästen zu vertilgen.
Sonnenuntergang war toll: endlich mal was romantisches für den Dicki!

unter-der-Brücke-Blick

Wanda und Bülent, die hatten nix von der Aussicht