Herzlich willkommen auf unserem ReiseBlog.



Donnerstag, 31. Mai 2012

Island Life

Wenn man nicht auf die Sommerferien angewiesen ist um Urlaub zu machen, dann kann man auf Restplatzbörsen zu wunderhübschen Preisen riesige Zimmer in tollen Hotels buchen. Bei unseren Freunden mit Kindern führt das regelmäßig zu Schnappatmung, weil die natürlich locker 5000% mehr zahlen müssen. Das Leben ist ungerecht.
Diesmal haben wir uns für Gran Canaria entschieden. Erst waren wir sechs Tage gemeinsam im feinen Hotel und dann habe ich noch eine Woche allein in einer Bungalowanlage drangehängt, weil Dicki in Berlin Geld retten muß.





Wie man sehen kann, regnet es hier nie, die Wüste geht gleich in Meer über und der normale Nordeuropäer bekommt umgehend Sonnenbrand. Den kann man dann am Nacktbadestrand bei allen anderen bewundern. Ich sag mal so: ich gewinne bestimmt keine Misswahl mehr und amerikanische Prüderie finde ich auch übertrieben. Man muß nicht jede Zellulitis mir einer Burka verhängen, das tun die Damen an der Copacabana auch nicht. Ein Mittelweg wäre schön und kein "ich hab´ hier eine Liege reserviert und ziehe mich jetzt aus!"
Der Strand heißt übrigens Meloneras, ich fand Melanomas passender.
Links vom Hotel liegen also erst die Familien und bauen Matschburgen. Ich hätte gerne mitgemacht. Es wird allerdings von Eltern nicht gern gesehen, wenn sich fremde Onkel beim Matschburgenbau einmischen. Nach den Eltern liegen die Nackten, dann die Homos, dann vereinzelte Alleinsonnende, dann wieder Nackte und dann kommen schon wieder Strandrestaurants und der Spaziergang ist beendet.
Das ist es, was man hier im Großen und Ganzen unternehmen kann. Nachtleben gibt es auch, das beginnt allerdings frühestens um 23.00 Uhr, da schlafe ich schon.


Der Vorteil der Bungalowanlage liegt an nächtlicher Totenstille und am Ausblick auf die Bougainvillea vor Nummer 22. Nachteile gibt es eigentlich keine, nur meinen Tee muß ich mir morgens selbst kochen. Die soziale Etikette schreibt vor, daß man sichtbare Mitbewohner einmal am Tag freundlich begrüßt, sonst wird man doof gefunden. In meinem Fall sind das die Öschis von gegenüber, die zum Frühstück deutschsprachiges Inselradio hören. Er ist eher mopsig und hat zu lange Haare, dafür ist sie freundlich und hat sich ausgesprochen gut gehalten.

Fazit: Für zehn Tage ist die Insel empfehlenswert, danach wird´s leicht öde. Man kann das felsige Inselinnere erkunden, allerdings eher ohne die lieben Kleinen, denn die kotzen einem garantiert auf den Serpentinenstraßen die Polster voll. Dicki hat sich auch panisch mit beiden Händen am Griff über der Beifahrertür festgehalten, als ich mit ca. 15km/H auf den Abhang zum Stausee zugerast bin.
Hotel, Haus, Apartment? Im Hotel bekommt man immer schön gekocht, muß aber mitansehen, wie andere Spaghetti schlürfen. Die fünf-Kilo-Schinken-auf-den-Teller-Lader am Buffet gibt´s übrigens auch noch, hätte ich nicht gedacht. Im Bungalow wird man in Ruhe gelassen, hat aber nahe Nachbarn. Die Lage im Apartmenthaus kann ich nicht beurteilen, das ist etwas für nächstes Mal. Vielleicht La Gomera, da ist es grüner.

Buenas Noches

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen