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Montag, 14. März 2016

Osian

Vishnus upkick


Einst ein Halt für Karawanen, ist Osian heute ein wenig verschlafen. Dicki mußte mitkommen, weil dort ein Tempel der Sachiya Mata aus dem 8. Jahrhundert steht, die von allen Kasten Rajasthans vereehrt wird.






Gymnastik im 8.Jahrhundert



Wir haben uns auch nur ein bisschen verfahren.
Unser Fahrer ist ja nicht schüchtern und fragt nach dem Weg, das hat er Dicki voraus.
Ich muss ja auch nicht fragen, da ich immer und überall weiss, wo ich bin und wo es lang geht - oder ich habe ein tolles Navi!









Die Tempelführung war sehr erhellend. Bekommt man einen Sohn, opfert man 105 Kokosnüsse.
Bei Töchtern reicht eine.
Opfert man nichts, so wird das Kind solange von Albträumen heimgesucht, bis man im Tempel war. Natürlich spendet man bei dieser Gelegenheit auch Bargeld.



im Hintergrund: die Gottesmutter
"Was macht denn der Priester?"
"Der sitzt da."
"Hat er das studiert?"
"Nein, das hat er geerbt."
"Wie praktisch. Fegt der auch mal?"
"Nein, das macht die Tempelverwaltung."
"Bekommt die dafür auch Geld?"
"Nur wenn die Pilger spenden. Aber nur gegen Quittung!"
Unser Guide schien mit der Priesterberufung nicht sehr einverstanden, war aber leider karmisch nicht anders planbar gewesen.

bei den Jains sind alle willkommen....




Im Ort steht auch ein großer Jaintempel.

Man darf als andersgläubiger nicht immer Jaintempel besuchen und schon gar nicht fotografieren.

War mein ehemaliger Oberboss nicht auch ein Jain? 
Hm, jetzt habe ich es verpasst ihn zu befragen. 










Hier allerdings wurde freundlicherweise eine Ausnahme gemacht. Für 100 Rupien.
Leider ist das Foto des Idols verwackelt. Es ist ein Zeichen.









Der ehemalige Dorfbrunnen wurde von Archäologen trocken gelegt. War egal, es herrscht sowieso
Wassermangel.







no ball  -  out





Zwischen den restlichen Tempelruinen spielen die Jungs fleißig Cricket und finden uns merkwürdig.







Hier gibt es auch lustige Götter, bei denen meine Fantasie mit mir durchgeht: z.B. gibt es den Schlumpf- und den Spongebob-Gott....(okay, ich hatte zu viel Fernsehen in meiner Jugend!)

Shani Dev, ihm muß Samstags geopfert werden


Sonntag, 13. März 2016

Jodhpur - The Blue City



Man sagt, die Häuser der Brahmanen in Jodhpur seien früher blau getüncht gewesen.
So ganz sicher weiß das keiner. Waren das die Einzigen, die sich Indigo leisten konnten oder hat man dem Putz Kupfersulfat beigemischt, um Termitenbefall zu vermeiden?
Ganz schwierig, alles, und die Inder darf man ja nicht nach Kastenfragen, nach der eigenen schon gar nicht, da wird man sehr schnell einsilbig. Andersrum giltet das aber gar nicht.
Wie heißt die Mutti, warum hast Du keine Frau, warum läufst Du, warum hast Du kein Kleingeld...??? 
Weil wir interkulturell kompetent sind, nicken wir meistens höflich und lächeln, man will ja
niemanden in Verlegenheit bringen.




Die Stadt jedenfalls sieht von oben hübsch aus und die Burg von unten.













Jodhpur Fort wurde nie eingenommen, vielleicht liegt´s an Ganesha.








Ein Howdah ist ein Elefantensofa. Vorne saß die Majestät und hinten ein Leibwächter mit Fliegenklatsche.
Dieser hier ist mit Silberplatten verziert.










Dieser Herr sitzt im Hof und tut so, als rauche er Opium.
Das ist heute etwas aus der Mode gekommen, war früher hier aber nicht ungewöhnlich.
Der Stamm der Bishnoi wird hier des Opiumschmuggels verdächtigt, vielleicht haben die sogar Verbindungen nach Pakistan!!!!!!!







Keine der durchbrochenen Sandsteinplatten ist gleich.















Die fürstliche Sänfte wurde von 12 Männern getragen.
Man hat gesummt, um den gleichen Takt zu halten, der Hoheit sollte ja nicht übel werden.







Das Schlafzimmer des Maharaja von Jodhpur ist mit Weihnachtskugeln geschmückt, die die Engländer mitgebracht haben.





Auf Tuchfühlung mit Irrfan Khan

fast hätte ich neben ihm gesessen!!!

Gestern wollte ich ein besonders gelungenes Bild von dem wunderbaren Innenhof unseres Hotels in Jodhpur machen und befand mich plötzlich auf dem Balkon einer der Hotelsuiten (ich schwöre, mir war nicht bewusst, dass das schon privat war!). 
Dort sass ein junger Herr, der ganz überrascht schaute, als ich mich peinlich berührt entschuldigte und nur ein Bild vom Innenhof machen wollte.

Heute beim Frühstück wurde mir klar, warum der so irritiert war: denn jetzt standen ganze Horden von Indern und Kanadiern um den Herrn herum und wollten gemeinsam mit ihm ein Foto machen.....!
 
Wir mussten uns erst als doofe Deutsche outen, denn uns wurde verständnislos erklärt, dass das doch Irrfan Khan ist - das weiss doch jeder!

so kann ich auch schauen!!

Dank unseres Freundes Google wissen wir jetzt, dass Irrfan wirklich bekannt ist: Slumdog Millionaire, The life of Pi, Lunchbox, Jurrasic World sind nur einige seiner Filme. 

Toll , hätte ich das gewusst, wäre ich doch gestern nicht so bescheiden gleich wieder vom Balkon von Irrfan geflüchtet, sondern hätte mich zu ihm gesetzt, um mich von ihm entdecken zu lassen....
Und jetzt habe ich nicht mal ein gemeinsames Bild mit dem indischen Superstar und bin immer noch nicht entdeckt!

Geschieht Dir ganz recht, die Samantha haste ja ooch schon nicht erkannt.

Freitag, 11. März 2016

Ben Kingsleys Brille

Seegrundstück ist immer gut



In Udaipur gibt es natürlich auch noch einen Maharaja, aus dem Hause Merwar. Merkwürdigerweise war Udaipur nie Hauptstadt. Das hat uns sehr verwundert, liegt die Stadt doch strategisch günstig und außerdem recht hübsch an einem künstlichen See.







Auf dem See hat sich ein früherer Maharaja ein Lustschloß bauen lassen, was jetzt als Luxushotel genutzt wird, wo nie ein Zimmer frei ist.








Auch verwundert hat uns, daß Ben Kingsleys Brille beim Volk mehr Interesse weckt als die hoheitliche Silbersammlung. 
Die ist ein wenig stiefmütterlich in einem Nebentrakt zur Schau gestellt, an Ben Kingsleys Brille allerdings müssen alle vorbei, die wieder raus wollen.
Auch hier wurde nicht an kunsthandwerklichem gespart.






Der Pfauenhof war den Damen vorbehalten.













fürstlich Waage





An jedem Geburtstag wurde der Fürst in Gold und Silber aufgewogen. Ein Viertel davon wurde gleich im Hof ans Volk verteilt, ein weiteres Viertel den Armen gespendet. Es wurde nicht ganz klar, von wem das Ganze vorher geklaut wurde.







 

der Star sieht total südindisch aus!
Draußen wurde ein Film gedreht. Wir waren ganz aufgeregt, weil doch die Angelina gerne in Asien Kinder adoptiert und wir uns ja schon lange mal mit ihr unterhalten wollten. Außerdem will Dicki ja schon seit Jahren entdeckt werden. Leider wurde es mit beidem heute nix, denn man hatte sich seine eigenen Stars mitgebracht und Fotografierverbot verhängt. Paparazzihaft hat Dicki aber einen Schnappschuß ergattert. Leider konnte uns bisher niemand sagen, wer der Herr eigentlich ist, kommt die Crew doch aus Tamil Nadu und das ist für die Rajasthanis so weit weg wie der Südpol.

Samantha hatte heute die Hauptrolle
indisches Luftpostamt

die lieben Kleinen von Udaipur

Aufm Dach


Nach dem heiligen Desaster gestern in Pushkar (wir haben trotz schlechtem Karma gut geschlafen) sind wir nach einer rasanten Fahrt in Udaipur angekommen und haben ein wunderbares Zimmer mit Alkoven, den Christoph gleich bezogen hat "hier bleibe ich und löse erst einmal das Zeit-Kreuzworträtsel" (glücklicherweise ist er ja ein Schlauchen und Besserwisser, so dass ich nicht allzu lange warten musste, bis er sich von seinem Ruhesitz erhob. 


Denn ich wollte ja auf die Dachterrasse , um den Sonnenuntergang mit Blick und vor allem mit nem ordentlichen Gin Tonic zu verbringen. 



Und hier sieht man den Unterschied, warum mein Koffer minimal schwerer ist als der vom C.: rotes T-Shirt und karrierte Schlumpfhose (manch einer sagt auch Pyjamahose dazu) im Gegensatz zu neuer schicker indischer Hose, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.
Der geneigte Leser darf gerne entscheiden, wer und was stilvoller ist......
Aber ich durfte gleich etwas lernen: "....Du siehst ja immer schicker aus, dafür weiss ich mehr...." - tell me something new!

style and grace

Das habe ich so nicht gesagt: Du bist immer schick, dafür glänze ich eher von innen.

Amer Fort





Auch Amer war mal Hauptstadt. Man verliert so langsam die Übersicht.
Die Festung ist riesig und alle reiten auf Elefanten die Rampe hinauf, verfolgt von Tischtuchverkäufern.
Wir sind gelaufen. Dicki sagt aus Geiz, ich finde, aus Tierschutz. Sowas tut man nicht.




und leer zurück

Spieglein, Spieglein - nicht nur an der Wand



Drinnen steht eine mit Spiegelchen verzierte Audienzhalle.
Der Großmogul soll neidisch gewesen sein und hat eine Delegation geschickt, den Fürsten von Amer zu beseitigen, weil der ja schlecht prächtiger sein konnte als der GM selbst. Man wurde informiert und spachtelte einfach Stuck überall hin. Auch nicht doof.








Durch das Ganesh-Tor betritt man die innere Anlage.








als Elefant muss man sich einiges bieten lassen