| Hallo Dorf! |
Am letzten Wochenende waren wir zum 130. Geburtstag unserer Verwandtschaft auf dem Lande eingeladen. Immer wenn es gratis Weißweinschorle, Marmelade oder Kaffee und Kuchen gibt, fliegen wir lange Strecken, in diesem Fall in die Pfalz. Für Berliner: die Pfalz liegt zwischen Frankfurter Kreuz und Frankreich, so ungefähr unten links.
Es ist sehr schön uff´m Land. Man kann in Fachwerkhäusern wohnen und im Garten Himbeeren pflücken. Das ist da alles Öko. Eine Besonderheit der pfälzischen Weißweinschorle ist die größe des Weißweinschorlenglasses, nämlich 0,5 Liter. Das heißt leider, daß man in ländlicher Hitze relativ schnell relativ breit ist, zumal der Weißwein nur mit einem klitzekleinen Schuß Wasser zu Schorle verpanscht wird. Wir müssen dann immer an die Freunde in Köln denken, die für reagenzglasgrosses Kölsch Mondpreise zahlen.
Vom Land darf niemand weg, alle müssen immer dableiben und sich ums Fachwerk und den Garten kümmern, damit die Städter bei Besuchen etwas zum Bewundern haben. Deshalb gibt es nur folgende Verbindung nach sonstwo:
Wenn das Ziel Rülzheim ist, wird der Weg zwangsläufig zum Ziel. Nix gegen Rülzheim, aber da ziehe ich eher in den Wedding.
Weil eigentlich niemand nach Rülzheim will, verbringen alle die Zeit im Garten. Plötzlich blüht dann alles und man erfreut sich am bunten Allerlei. Allergiker ziehen über den Sommer besser nach Helgoland.
Leider habe ich von Botanik gar keine Ahnung. Ich kann einen Baum erkennen. Blau ist immer Veilchen und gelb ist immer Ginster. Oder so.
Was zum Beispiel ist das:
Das war meine Lieblingsblüte auf dem Weg zum Himbeerbusch.
Dickis Lieblingsblüte war die gemeine Aster:
Typisch Dicki. Immer ein bißchen protzig.
Sollte es mal nicht so klappen mit der Blüte, kann man die Gottheit seiner Wahl anrufen. Zu diesem Zweck sollte jeder einen Altar im Garten haben.
Wenn gar nichts mehr hilft, kann man im Nebendorf den Buddha Maitreya anflehen.
| OHHHMMM |
| Tschüß, Land |