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Samstag, 21. März 2015

Tawur Kesanga...

...wird während des Neumonds im neunten Monat des Caka-Kalenders gefeiert. Dann ist auch gleich Frühlings-Äquinoktium, gell. Und am nächsten Tag ist Neujahr. Also war gestern quasi Silvester.
Die Insel und alle Haushalte werden rituell gereinigt, indem man mit Riesenräucherstäbchen und Rasseln durch die Immobilie zieht und die bösen Geister vertreibt. Außerdem werden im Eingang Opfergaben deponiert, man kann ja nie wissen.






In den Tempeln werden noch ein paar Schreine gereinigt (s. Melasti) und wo dies schon geschehen ist, werden illegale Hahnenkämpfe veranstaltet.







da lebt er noch 

Wir sind da so reingeraten, ich dachte, es sei was Religiöses.
Den Hähnen werden Klingen an den Beinen befestigt und einer verliert. Der wird dann gleich gerupft und die schönsten Federn werden als hübsches kleines Büschel verkauft, mit dem man rituell sein Haus reinigen kann. Jeder Kampf dauert ca. 90 Sekunden und man sieht nur Federn.
gerupft


Ich: "Lebt der noch?"
Mann: "Nicht mehr lange."
Ich: "Was ist denn passiert?"
Mann: "Unentschieden."
Ich: "Was passiert jetzt?"
Mann: "Kommt in die Suppe."














Die Herren beim Hahnenkampf sind sehr freundlich aber eher wortkarg. Das ist bestimmt alles mafiös unterwandert.









Abends werden die Ogoh-Ogoh durch´s Dorf getragen, die die Jugend in den letzten Tagen gebastelt haben.
Als Repräsentation böser Dämonen werde sie später am Strand oder auf einem Friedhof verbrannt.
Hier eine kleine Auswahl:












Jahresabschluss-Regen




Habe schon ein gülden Kleidchen an und
warte auf die Sterntaler



Klein Dackelchen ist unglücklich

Donnerstag, 19. März 2015

Jahresendspurt/Melasti


Ja, es ist wahr, schon wieder geht ein Jahr zuende, diesmal ist es 1936 des balinesischen Mondkalenders. Die hinken ein wenig zurück weil sie später angefangen haben oder weil ein Mondmonat immer dreißig Tage hat, so ganz hab´ ich´s nicht verstanden.

erst werden alle Opfer an den Strand gebracht...

Jedenfalls müssen, bevor das neue Jahr beginnt, die Tempel ausgeräumt und die Gottheiten gereinigt werden. Das ganze Dorf fährt per Moped gen Meer, nur die Musikanten und die Gottheiten nicht, die werden im Laster gebracht. Wohnt man nahe am Wasser, trägt man gleich alles um die Ecke.
..., um dann die geweihten Kisten wieder mit nach Hause zu nehmen 









Am Strand angelangt stellt man die kleinen Schreine auf ein Gestell, legt die Opfergaben drumrum und die Zeremonie beginnt mit Aufsagen und Gamelanmusik. Blüten werden in´s Wasser gestreut.
niedliche Fische in Plastik



Fische für die lieben Kleinen werden gekauft und in´s Wasser und in die Freiheit entlassen. Leider handelt es sich oft um Süßwassergoldfischlein, die nicht allzu lange etwas haben von der Freiheit.

Die lieben Kleinen werfen die Plastiktüte gleich hinterher.
(Kleiner Müllexkurs: Wo Mensch ist, ist auch Müll.
Wir haben uns entschieden, das Müllproblem hier nicht toll zu finden, weisen aber darauf hin, daß Indonesien bestimmt kein Atommüllproblem bekommen wird. Alles furchtbar!)






Schwitzende weiße Menschen werden sehr freundlich angelächelt und zum Bleiben eingeladen. Leider war im Schatten kein Platz mehr. Außer Goldfischleinständen gibt´s auch noch Glücksspiel. Fanden wir eher überraschend. Die lieben Kleinen setzen 500 Rupiah auf Frosch oder Drache beim Würfeln und die Halbwüchsigen setzen 50.000 nebenan. Frauen spielen nicht, die sitzen hübsch im Schatten.




auf dem Laster zum Melasti
- aber brav nach Männern und Frauen getrennt 


Am Ende werden die kleinen Schreine mit Wasser besprenkelt und man fährt nach Hause. Die Zeremonie heißt Melasti und kann drei Tage dauern, weil es ja viele Dörfer gibt und irgendwie nicht genug Strand, so sind einige morgens dran und andere am Mittag. Unser freundlicher Hotelmanager meinte, man könne ruhig losfahren, irgendwo sei immer Melasti.




die Polizei bereitet sich schon mal aufs Neujahr vor
Eigentlich wollten wir bereits auf der Insel Lombok sein, aber wir haben wegen Melasti und der Feierlichkeiten zum neuen Jahr unsere Pläne geändert. Am Neujahrstag wird Bali komplett geschlossen sein. Niemand darf auf die Straße, der Flughafen wird geschlossen und die Fähren fahren nicht.
Früher hat man sogar den Strom abgestellt. Das ist wegen der Bierkühlung heute eher unpopulär. Es patrouilliert die Dorfpolizei und knastet auch Touristen ein, die einfach nur Nasi holen wollten.





demütig dem Schrein hinterher

gut gelaunt bei den Feierlichkeiten 

Und zum Schluß für unsere Freundin Bente, die bewundernswerterweise weiß, was ein NH90 ist:
Pepesan Ikan Laut: in Bananenbläter gegrillter Meerfisch.


Mittwoch, 18. März 2015

Besorgnis

Aufgrund einiger Nachfragen möchten wir kurz etwas richtigstellen: das Essen in Indonesien ist lecker, aber nicht sehr fotogen. Aus diesem Grund gibt es so wenige Veröffentlichungen von der hiesigen Nahrung - haben wir überhaupt schon ein Bild vom Essen gepostet?
Aber keine Sorge, wir schaffen es, unser tägliches Nasi (das ist der Reis) zu uns zu nehmen - und: keine Hoffnung für alle die, die der Meinung sind, dass ein paar Kilo weniger ganz ansehnlich wären. Da spielen wir nicht mit!
unsere Pool-Apsara
Wir sind ja seit gestern (oder schon seit vorgestern?) im Norden von Bali und haben einen niedlichen Bungalow bezogen. In der Anlage gibt es insgesamt 6 Hüttchen, von denen mittlerweile nur noch 2 bewohnt sind, eine tolle Poollandschaft und viele Blümchen - hier fühlen wir uns wohl!!!!
Tauchanzug macht auch einen schlanken Fuss



Gestern waren wir erstmalig wieder mal tauchen: es war nicht so bunt wie auf Bunaken -aber wir wollen uns nicht beschweren - unsere Tauchanzüge passen noch und machen weiterhin ne schlanke Taille - das ist wichtig, damit sich der Clownsfisch unter Wasser nicht erschreckt.

so sieht das Ding ohne Inhalt aus

Dienstag, 17. März 2015

Im Norden

Wir haben Ubud verlassen und sind in den Norden gefahren. Dicki hat sich vorgenommen, ab jetzt nichts mehr zu machen, außer vielleicht ein wenig schnorcheln. Dazu muß man zwar mit dem Boot raus, aber das geht gerade noch, so zwischen frühem Frühstück und Abend-Nasi-Goreng. Unsere kleine Bungalowanlage bevölkern außer uns nur noch zwei ältere Ehepaare aus Holland. Ein Traum der Ruhe, der nur vom Fallen der Frangipaniblüten in den Pool empfindlich gestört wird. So vergißt man leicht, welcher Tag eigentlich ist.

Samstag, 14. März 2015

Ein Tag im Reisfeld

immer brav mit Helm


Alle knattern mit dem Mofa durch die Gegend. Dicki muß immer hinterher fahren, weil sein Tacho nur manchmal funktioniert.
Bisher hat uns die Polizei gnädig übersehen. Wir haben ja noch immer keinen internationalen Führerschein und das kann hier schnell mal 50.000 Rupiah kosten, so unter der Hand.
Ob man hier mit Helm fährt, oder nicht, scheint keinen zu interessieren. Ist ja auch egal, wenn man an Wiedergeburt glaubt. Vielleicht läuft´s dann nächstes Mal besser.

Im Hintergrund, immer im Nebel, Mount Agung. letzte Eruption 1964, da passiert also erstmal nix. Dicki allerdings hätte gerne einen kleinen Ausbruch, damit er dramatisch evakuiert werden kann. Ich frag´ mich bloß, von wem? Die Hubschrauber der Bundeswehr fliegen ja nicht, was man so hört und schon gar nicht bis hierher.




Gestern haben wir die Reisterrassen in Tegallalang besucht. Da muß jeder hin, weil die besonders eindrucksvoll liegen. Rechts und links eines kleinen Flüßchens, steil in den Hang gebaut. Am Eingang mußte man was spenden, fand ich völlig in Ordnung. Am Ausgang allerdings auch. Das war mir dann zu hoch, aber man soll ja nicht geizig sein.
Hier ein paar Impressionen, bitte 28 Grad dazudenken.



Chinesen im Reisfeld
drive-through Reisfeld
Wie man am letzten Bild vielleicht schon erahnen kann, liegen diese gestern von uns besuchten Reisfelder  nicht wild romantisch und einsam irgendwo in der Natur. 
Hier kann man erkennen, dass auch der Balinese geschäftstüchtig ist: oben führt die Hauptstraße am Reisfeld vorbei und da alle Touistenbusse hierher kommen, sieht das vom Reisfeld aus gar nicht so toll aus: 






Das macht aber nichts, denn wenn man einmal um den Hügel wandert, sind alle anderen nicht mehr da - denen ist das nämlich zu heiss hier.











Und manch einer verläuft sich auch im durchorganisierten Reisfeld.

wo geht´s nur lang?


Auch die Kunscht darf nicht zu kurz kommen. Hier in Ubud wird jeden Abend etwas gegeben für die Touristenschar. Sechs Bühnen gibt´s, meistens an einen Tempel angegliedert. Neben der regulären Gamelanmusik auf Metallinstrumenten gibt es noch für Bali typische Jegog-Musik auf Bambus. Dazu führen dann die lieben Kleinen Tänze auf.






Abends ist dann auf dem Weg zurück zum Hotel auch noch in dem einen oder anderen Tempel was los, da üben dann die jeweiligen Tempelmusikanten. Da durften wir auch schon zuhören. Wenn man nett fragt.......

immer wieder neue Deko-Ideen






Für mich war die hiesige Schminktechnik am interessantesten: man kann NIE genug blauen Lidschatten tragen!


















Und: auf Bali müssen auch die mopsigen Jungs tanzen (auch die ohne Hals!)